Verschwendung von Storage-Kapazitäten vermeiden

Mit einem Hierarchischen Speichermanagement (HSM) halten Sie weniger häufig benötigte Daten von Ihrem Storage fern. Das spart erhebliche Ressourcen.

Ende 2011 hat das Data Management Institute eine Umfrage unter 3000 kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) gemacht....

Die Untersuchung ergab, dass Unternehmen durchschnittlich 70 Prozent ihrer Storage-Kapazitäten verschwenden. Sie speichern Daten auf teuren Festplatten, die dort nicht benötigt werden. Insgesamt sind 40 Prozent der Daten inaktiv. Dieser Wert ergab sich aufgrund geringer Modifikationsraten und Dateireferenzen. Diese Daten eignen sich also für die Archivierung. Weitere 30 Prozent der Datenträger waren mit verwaisten Dateien, Duplikaten oder Datenmüll befüllt. Mit wenigen Maßnahmen ließen sich diese Daten komplett vom produktiven Storage entfernen.

Die Frage ist, warum so wenig Leitfäden für Strategien zur Säuberung des Storages existieren? Welche Schritte sollten Sie einleiten, um Festplatten von unnützen Daten zu reinigen und wertvollen Speicherplatz nutzbar zu machen? Die Antwort liegt wohl darin begründet, dass Hersteller gerne Kunden sehen, die möglichst viele Daten speichern.

Die Klassifizierung der Daten liegt gleichzeitig nicht im Einflussbereich der Unternehmen. Sie können eventuell nicht festlegen, wie viel Platz der erfolgreiche Sales-Mitarbeiter verwenden darf und wie lange er Daten „parken“ kann. Vielleicht denken Sie auch, dass der Angestellte gar nicht die Fähigkeit hat, die Daten richtig einzuschätzen. Denkbar ist schließlich, dass ganz einfach nicht genug Ressourcen zu Verfügung stehen - also Personal, Hardware, Zeit und Budget.

Um das Problem mit Storage-Verschwendung anzugehen, benötigen Sie mindestens eine der folgenden Strategien:

  • Eine Strategie, um den Datenbestand zu identifizieren, der wenig oder keinen Bezug mehr hat. Diese Dateien ließen sich von teuren auf weniger teure, größere Kapazitäten migrieren.
  • Eine Strategie, um ältere Datenbestände auf Storage mit höherer Kapazität zu migrieren. Im Fall von Duplikaten oder Datenmüll würde das ein permanentes Löschen bedeuten.

Persönlich denke ich, dass eine gezielte Analyse von Datenbeständen notwendig ist. Das wäre die erste der aufgelisteten Strategien, die ich als effizienter ansehe. Alternativ können Sie mit der Verwendung von einfachen Metadaten ältere und weniger häufig benötigte Daten auf günstigere Datenträger verschieben.

Sollte in Ihrem Unternehmen das Löschen jeglicher Daten verboten sein, ist wohl die zweite Strategie die bessere Lösung. Migrieren Sie wenig benutzte Daten aus dem produktiven Storage in Archive oder auf Bänder. Somit schaffen Sie Platz auf dem teuren Storage für neue und aktive Daten. Dies können Sie relativ einfach mit der Implementierung eines Hierarchischen Speichermanagements (HSM) realisieren. Diverse Anbieter stellen HSM als Software zur Verfügung. Dabei ist es entweder Teil einer umfangreicheren Storage-Management-Suite oder ein eigenes Produkt. IBM Tivoli Storage Manager und EverStors Hiarc HSM sind zwei Beispiele für eine Software-Suite. FileStor von Crossroads Systems ist ein alleinstehendes Tool. Manche HSM-Funktionen werden mit der Hardware angeboten. Sie sollten allerdings Hardware-unabhängige Produkte bevorzugen. Damit verhindern Sie, in einen goldenen Käfig gesperrt zu werden  und sind bei der Wahl der Plattform freier.

Die meisten Softwareprodukte erlauben es, Daten anhand bestimmter Policies zu verschieben. Diese Regeln werden normalerweise durch Änderungen in den Metadaten ausgeführt. Sollte zum Beispiel das Metadaten-Feld DATE LAST ACCESSED und/oder DATE LAST MODIFIED bestimmte, festgelegte Grenzen überschreiten (30, 60, 90 und so weiter Tage), würden diese Daten automatisch zu den vordefinierten Datenträgern wandern.

Mit der Einführung des Linear Tape File System (LTFS) und partitionierten Bändern können Sie Daten alternativ auf andere Medien schreiben (zum Beispiel IBM und Oracle, LTO-Version 5 oder höher). Wenn die entsprechenden Grenzen überschritten werden, löschen Sie einfach die Kopie. Die Daten bleiben weiterhin auf dem LTFS-Band archiviert.

Strategien wie diese fokussieren sich auf die Daten, die Kapazität verbrauchen und nichts auf dem primären Storage zu suchen haben. Dennoch werden sie nicht gelöscht. HSM hat gegenüber dem taktischen Kapazitätsmanagement mehr Vorteile. Dazu gehören zum Beispiel Komprimierung und Deduplizierung. Diese setzt man ein, um mehr Daten auf die selbe Anzahl von Festplatten zu packen. Hierbei werden die Daten nicht grundlegend verändert. Das ist aufgrund von gesetzlichen Aufbewahrungsrichtlichen für manche Datenauch auch nicht zulässig. Außerdem funktioniert es mit allen Daten. Deduplizierung hingegen ignoriert verschlüsselte oder bereits komprimierte Dateien. Außerdem riskieren Sie keinen Verlust, wenn etwas mit der Kompressions- oder Deduplizierungssoftware schief läuft.

Halten Sie Ihr produktives Storage von inaktiven oder unproduktiven Daten sauber. Damit erleichtern Sie sich auch den Schutz der Daten, was zum Beispiel bei Spiegelung, Replikation und Backup der Fall ist. Diesen Schutz müssen Sie nur bei produktiven Daten berücksichtigen. Weil sich Daten auf günstigerem Storage mit höheren Kapazitäten normalerweise seltener ändern, müssen Sie diese nicht so häufig replizieren. Dies wiederum wirkt sich positiv auf die Ressourcen des produktiven Systems aus.

Artikel wurde zuletzt im Februar 2014 aktualisiert

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