Vier Anwendungsfälle, in denen SSD-Arrays die richtige Lösung sind

Ein SSD-Array kann das I/O-Problem durch aggregierten Durchsatz lösen, ohne dass dafür ineffizient verwendete Festplatten gebraucht werden.

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SSD-Arrays werden oft als Tier 0, SSD-Tier oder Cache-Tier bezeichnet. Ein SSD-Array kann das I/O-Problem durch aggregierten Durchsatz lösen, ohne dass dafür eine Unzahl an Laufwerken und damit ineffizient verwendete Festplatten gebraucht werden.

Storage-Arrays ausschließlich aus SSDs werden dabei oft übersehen. Dabei bieten diese Standalone-Geräte zusätzliche Vorteile wie optimierte Daten-Unterbringung und die Flexibilität für Geräte-unabhängige Deployments. Natürlich stellen sie eine weitere Geräte-Gruppe dar, die verwaltet werden muss, also sollten ihre Vorteile den Zusatzaufwand für Administration und Wartung übersteigen. Im Folgenden finden Sie vier Anwendungsfälle, bei denen SSD-Arrays genau die richtige Lösung sein können:

Anwendungsfall 1: virtualisiert am Frontend für internes Cloud-Storage. Zur Kostensenkung setzen Organisationen immer stärker auf billiges Tier-3-Storage (SATA), vor allem bei internen Clouds. Leider reicht der Durchsatz dieser Laufwerke mit hoher Kapazität und geringer Performance oft nicht aus, um genügend I/O-Kapazität zu liefern. In solchen Fällen sollten IT-Manager über den Einsatz von Solid-State-Arrays und Software für automatisches Tiering zur Bewegung von Daten zwischen den Storage-Stufen nachdenken.

Anwendungsfall 2: Daten-Aufbewahrung für Datei-Dienste. Weltweit agierende Organisationen, die für die Zusammenarbeit gemeinsame Dateien wie technische Dokumente oder Videos zur Entwicklung nutzen, können SSDs zur geografischen Positionierung solcher Dateien einsetzen oder einfach dazu, die Dateien für maximalen Durchsatz auf dieser schnellsten Stufe unterzubringen. Bei Inhalte-Anbietern im Internet können dazu auch Video-Dateien, Musik oder Download-Angebote gehören.

Anwendungsfall 3: Boot-Stürme bei virtuellen Desktops. Um für ein einheitliches Image zu sorgen sowie um Aktualisierungen und Wartung zu vereinfachen, booten viele Organisationen Server von Netzwerk-Storage. Allerdings kann sich dabei eine unakzeptable Latenz ergeben: Bei Verwendung gewöhnlicher HDD-Arrays kommt es in Stoßzeiten häufig zu Staus im Datenverkehr  – die resultierende Performance kann so schlecht sein, dass diese Praxis aufgegeben wird. Die hervorragende rekursive Lese-Performance von SSDs macht sie in solchen Fällen zu einer perfekten Methode zur Bekämpfung des Boot-Sturms.

Anwendungsfall 4: Hybride Clouds. Selten benutzte Informationen auf öffentlichen Cloud-Storage unterzubringen, kann ein exzellenter Weg sein, die Kosten für diese Daten zu senken. Jedoch kann auch hier die Latenz unakzeptabel hoch sein. Dabei bieten SSD-Arrays für IT-Anwender eine Möglichkeit, das Beste aus beiden Welten – also hochleistungsfähiges Storage vor Ort und riesige Kapazität extern – zu vereinen. Dazu müssen sie lediglich ein SSD-Array als Cache für relativ „heiße“ Daten aus der Cloud in ihr eigenes Rechenzentrum stellen. Natürlich ist es dabei für durchgängige Verfügbarkeit nötig, die Netzwerk-Verbindungen redundant auszulegen.

In all diesen Implementationen löst SSD-Technologie das I/O-Problem bei der Daten-Bereitstellung. Der Trick dabei ist, genau festzustellen, an welcher Stelle das Problem liegt. Außerdem muss beachtet werden, dass es nicht ausreicht, einfach für eine Erhöhung des Gesamtdurchsatzes an Daten zu sorgen: Auch mögliche Latenz-Gegeneffekte durch neue Netzwerk-Verbindungen sind zu beachten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Sie viel Geld ausgeben, ohne wirklich etwas zu gewinnen.

Falls sich die möglichen Anwendungen für Tier 0 und SSD-Arrays für Sie sehr ähnlich anhören: Das sind sie auch. Wenn sich die Geräte im selben Rechenzentrum befinden, dürfte Tier 0 die Anforderungen erfüllen, ohne dass zusätzliche Geräte samt Verwaltungsaufwand hinzukommen. Auch SSD-Arrays können die Performance-Anforderungen in Rechenzentren erfüllen, doch am ehesten eignen sie sich für schnellen Zugriff auf Daten, wenn die beteiligten Geräte geografisch verstreut sind. Letztlich läuft also alles auf zwei Überlegungen hinaus: Zeit und Entfernung. Wenn Sie sich damit beschäftigen, sind Sie schon auf dem Weg zur richtigen Entscheidung.

 

Phil Godwin ist Storage-Berater und freiberuflicher Autor.

Artikel wurde zuletzt im März 2012 aktualisiert

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