Vier Optionen für VDI-Disaster-Recovery

Ein DR-Plan ist gerade für virtuelle Desktops wichtig. Brien Posey erklärt, welche DR-Optionen der Anwender für seine VDI-Umgebung nutzen kann.

Meist drehen sich die Disaster-Recovery-Planungen um die Server und Server-Workloads. Da viele Unternehmen aber auch Virtual Desktop Infrastructures (VDI) implementiert haben, sollten diese Firmen auch überlegen, welche Rolle virtuelle Desktops bei einem Disaster Recovery spielen können.

Wenn ein Notfall eintritt, so ist es wichtig, so schnell wie möglich alles wiederherzustellen und betriebsbereit zu haben. Anwender müssen ihre Arbeit verrichten können und Kunden müssen in der Lage sein, Käufe zu tätigen, den Support zu erreichen oder Hilfe bei Problemen zu erhalten.

Bevor die Ära des VDI anbrach, wurde diesen Endgeräten nur wenig Aufmerksamkeit zuteil, wenn es um die DR-Planung ging. IT-Verantwortliche nahmen an, dass Hersteller in der Lage sind, nagelneue Desktops genau zu liefern, wenn man sie braucht. Da Desktops nicht immer Unternehmensdaten beherbergen, fokussierten viele Administratoren verständlicherweise auf die Backend-Ressourcen.

VDI veränderte hier alles. In Unternehmen, in denen das VDI-Prinzip umgesetzt wird, können Anwender ihre Arbeit nicht außerhalb der VDI-Welt verrichten, weil sie dort keinen Zugriff auf ihre notwendigen Tools haben. Deswegen müssen Firmen sorgfältig planen, wie sie ihre virtuellen Desktops schnell wiederherstellen und betriebsbereit haben können, falls ein Notfall eintritt.

Es gibt verschiedene Methoden, virtuelle Desktops nach einem Störfall verfügbar zu halten. Jede dieser Methoden hat seine Vor- und Nachteile, manche sind einfacher zu installieren oder günstiger als andere. Keine dieser Methoden eignet sich für jedes Unternehmen, deswegen sollten IT-Manager die unterschiedlichen Arten des VDI-DR genauer unter die Lupe nehmen.

Hyper-V auf dem Desktop

Die erste Methode ist nicht so häufig im Einsatz, aber ich kenne einige wenige Firmen, die sie nutzen. Diese Unternehmen haben sich entschieden, ihre virtuellen Desktops auf Microsoft Hyper-V laufen zu lassen. Dabei wird auch eine Backup-Kopie der virtuellen Desktops in der Cloud gespeichert.

Tritt ein größerer Störfall ein, so hat das Unternehmen ein Abkommen mit seinem Hardware-Hersteller, dass dieser eine bestimmte Anzahl an Desktops so lange ausleiht, bis ein vollständiges Recovery abgeschlossen ist. Diese PCs operieren mit Windows 8 und haben Hyer-V installiert. Der Plan sieht vor, die Kopien der virtuellen Desktops auf die physischen PCs zu spielen und Hyper-V zu nutzen, um die virtuellen Desktops den Anwendern zur Verfügung zu stellen.

Der Aufwand, den dieser Plan erfordert, ist wahrscheinlich für größere Unternehmen zu viel und damit wird diese Methode unpraktisch. Für kleinere Firmen kann dies aber eine effiziente Option sein, denn diese Methode erlaubt den Unternehmen, ihre virtuellen Desktops wieder bereitzustellen, ohne dabei auf die Backend-Infrastruktur angewiesen zu sein.

Voraussetzung dafür ist ein Server mit Dynamic Host Configuration Protocol, der den virtuellen Desktops IP-Adressen zuweisen kann. Dafür lässt sich zum Beispiel ein Wireless Router verwenden, der die Netzwerkverbindung zu den PCs gewährleistet und die IP-Adressen zur Verfügung stellt.

Windows To Go

Eine weitere Möglichkeit ist, Windows To Go zu nutzen. Diese Funktion wurde mit Windows 8 eingeführt und erlaubt das Booten von Windows von einem USB-Laufwerk aus.

Eine Firma, die diese Methode einsetzt, legte für den Fall eines Desasters eine große Anzahl an USB-Drives an. Diese Flash-Drives werden an einem externen, sicheren Standort gelagert und im Falle einer Störung an die Anwender verteilt. Diese sind dann in der Lage, ihre eigenen Laptops zu verwenden, hierauf das Programm des USB-Laufwerks zu booten und haben dann Zugriff auf den Unternehmens-Desktop.

Leider kann diese Methode nicht um Einsatz kommen, wenn Windows 7 verwendet wird, aber Firmen können auch Boot to VHD als Alternative nutzen.

In beiden Fällen bestimmt die Größe des USB-Drives die Image-Größe des virtuellen Desktops. Desktops, die zahlreiche Anwendungen haben, sind wahrscheinlich weniger geeignet, um auf einem USB-Laufwerk gespeichert zu werden.

Ein weiterer Nachteil ist, dass die Flash-Drives vor einem Störfall präpariert werden müssen, um wirklich effizient zu sein. Das ist kein großes Problem, wenn das Image des virtuellen Desktops eher statisch bleibt. Es kann aber schnell unpraktisch werden, die Images regelmäßig zu aktualisieren, wenn diese sich häufig ändern.

Storage-Replikation

Eine gebräuchlichere Methode für ein VDI-DR ist die Nutzung verschiedener Rechenzentren oder auch der Cloud. Was letztlich zum Einsatz kommt, hängt vom jeweiligen Hersteller ab. Dies ist nicht nur die zuverlässigste, sondern auch die teuerste Option.

Hierbei wird der Host-Cluster für die virtuellen Desktops über verschiedene Data Centers verteilt. Das Storage-System, das die Virtual Hard Disks (VHD) speichert, repliziert die Daten an einen anderen Standort. Dadurch existieren Kopien der virtuellen Desktops an zwei Standorten.

Theoretisch ist auch ein Failover für VDI auf den zweiten Standort möglich. Allerdings könnte es effizienter sein, einen separaten Pool virtueller Desktops im zweiten Rechenzentrum anzulegen, da das Hosting virtueller Desktops an einem alternativen Standort die Netzwerkanforderungen verändert.

In einigen Fällen kann es einfacher sein, einen Anwender mit einem virtuellen Desktop zu verbinden, der am Alternativstandort läuft, anstatt zu versuchen, den existierenden virtuellen Desktop an einem Offsite-Standort neu zu konfigurieren.

Offline Virtual Desktops

VMware bietet eine Funktion, die es erlaubt, virtuelle Desktops von mobilen Anwendern abzumelden und dann offline zu verwenden. Unternehmen könnten die Option dann nutzen, wenn sich ein Desaster ankündigt und vorhersagbar ist, wie beispielsweise bei einem aufziehenden Hurrikan.

Die Nachteile dieser Methode sind offensichtlich. Zunächst ist es nicht einfach, dies zu implementieren, nachdem ein Notfall eingetreten ist. Des Weiteren funktioniert dies nur in VMware-Umgebungen.

Unternehmen, die VDI einsetzen, müssen virtuelle Desktops in ihre Business-Continuity- und DR-Planung mit berücksichtigen. Nur die Backend-Ressourcen wiederherzustellen reicht hier nicht aus, wenn die Anwender keinen Zugriff auf ihre virtuellen Desktops haben, mit denen sie diese Ressourcen nutzen sollen.

Über den Autor:
Brien M. Posey hat bereits acht Microsoft-MVP-Auszeichnungen für Exchange Server, Windows Server und Internet Information Server (IIS) erhalten. Er hat als CIO für eine Krankenhauskette gearbeitet und war für das Department of Information Management in Fort Knox zuständig. Weitere Informationen zu seiner Person finden Sie auf seiner Website unter brienposey.com.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2015 aktualisiert

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