Vier Schritte, Infrastruktur-Ressourcen in Ihren DR-Plan zu integrieren

Diese vier Schritte sollten Sie beachten, um die kritische Infrastruktur in die Pläne für Disaster Recovery und Business Continuity aufzunehmen.

Die meisten privaten Unternehmen sowie Organisationen des öffentlichen Dienstes brauchen Strom, Kommunikationstechnologien, Wasser, Nahrung und Transportmittel, um normal zu funktionieren. Diese und andere wichtige Kriterien fallen unter den Begriff „kritische Infrastruktur“ und sind unverzichtbar für den Betrieb eines Unternehmens. Der Verlust einer dieser Komponenten könnte den normalen Firmenbetrieb schwierig oder sogar unmöglich machen.

Die meisten kritischen Infrastruktur-Ressourcen befinden sich in privater Hand. Aber auch die Regierung und Behörden haben eine Vielzahl an Programmen etabliert, um diese Ressourcen ausreichend abzusichern. Weiterhin gibt es spezielle Kommunikationswege, über die der Schutz koordiniert wird. In den USA zählt nachfolgendes zu den aktuellsten Dokumenten zum Thema Schutz der Infrastruktur: Presidential Policy Directive 21 (PPD-21), Critical Infrastructure Protection and Resilience.

Darin wird eine bessere Integration und Kooperation zwischen öffentlichen und privaten Infrastruktur-Organisationen sowie einen besseren Austausch zwischen diesen Anbietern befürwortet. Das ist wichtig für die privaten Unternehmen, da es Kommunikationswege zu Infrastrukturanbietern garantiert, falls es zu einer nationalen oder regionalen Katastrophe kommt, welche die eigene Infrastruktur gefährdet.

Es ist sehr wichtig, dass Sie herausfinden, welche kritischen Infrastruktur-Ressourcen Sie in Ihrem Unternehmen haben und wie Sie sicherstellen, dass Sie stets über die Ressourcen informiert sind, die Ihre Firma benötigt. Darüber hinaus sollten Sie wissen, wie Sie alternative Kern-Ressourcen in einem Notfall bereit stellen können.

Zu den kritischen Infrastruktur-Elementen gehören unter anderem:

  • Stromerzeugung, -übertragung und -verteilung
  • Gas-Produktion, -beförderung und -verteilung
  • Öl-Gewinnung und Herstellung von Öl-Produkten, Transport und Verteilung
  • Produktion von Chemikalien, Beförderung und Verteilung
  • Telekommunikation, inklusive drahtgebundener und drahtloser Services
  • Wasserquellen, inklusive Trinkwasser, Abwasser, Grundwasser-Kontrolle
  • Agrar-Produkte, Nahrungsmittelproduktion und -verteilung
  • Heizung, (z.B. Erdgas und Heizöl)
  • Gesundheitswesen wie zum Beispiel Krankenhäuser und Rettungswagen
  • Beförderungssysteme wie Bahn, Schnellstraßen, Flughäfen, Brücken und Wasserstraßen
  • Finanzdienste wie zum Beispiel Banken, Kreditkarten-Unternehmen und Verrechnungsstellen
  • Sicherheits- und Notfall-Dienste wie zum Beispiel Polizei, Militär und Feuerwehr
  • Atomkraftwerke und zugehörige Systeme
  • Nationale Verteidigungsinstanzen
  • Informations-Technologie (IT) wie zum Beispiel Cyber-Security

Erster Schritt

Finden Sie heraus, welche Ihre kritischen Infrastruktur-Komponenten sind, auf die Ihr Unternehmen für den Normal-Betrieb nicht verzichten kann. Die meisten sind wahrscheinlich naheliegend: Stromversorgung, Telekommunikation, IT (Information Technology), Nahrung und Wasser, Finanzdienstleistungen und Beförderung. Sehen Sie sich an dieser Stelle noch einmal die obige Liste an. Möglicherweise können Sie weitere kritische Infrastruktur-Komponenten erkennen, die Sie bisher außer Acht gelassen haben.

Zweiter Schritt

Haben Sie Pläne in Bezug auf Disaster Recovery (DR) und Business Continuity (BC), untersuchen Sie diese, wie Sie kritische Infrastruktur-Ressourcen einfließen lassen können. Sehen wir uns hierfür einige Beispiele an:

  • Stromversorgung: Kontaktieren Sie Ihren primären Stromversorger und lassen Sie sich erläutern, wie dieser Ihnen eine unterbrechungsfreie Stromversorgung garantiert. Finden Sie außerdem heraus, wen Sie im Falle eines Ausfalls kontaktieren können. Informieren Sie sich zudem über Notstromversorgungen, wie zum Beispiel UPS (Uninterruptible Power Systems), Diesel- oder Erdgas-Generatoren und Spannungsschutzanlagen (Überspannungsschutz, Netz-Optimierer). Darüber hinaus sollten Sie alternative Stromquellen wie zum Beispiel Solar-Energie in Erwägung ziehen.
  • Telekommunikation: Kontaktieren Sie Ihren primären Netzwerk-Provider und auch anderen von Ihnen genutzten Telekommunikations-Unternehmen. Fragen Sie, welche Maßnahmen der Anbieter ergreift, damit der Service störungsfrei bleibt und welche alternativen Service-Umleitungen er offeriert. Ziehen Sie in Betracht, mehr als nur einen Provider zu nutzen, vor allem für Ihren Internet-Zugriff.
  • Wasser: Sehen Sie sich nach alternativen Wasserversorungen um, wie zum Beispiel abgefülltes Wasser. Stellen Sie sicher, dass Sie für Notfälle immer Vorräte an abgefülltem Wasser zur Verfügung haben.
  • Beförderung: Analysieren Sie primäre und alternative Schnellstraßen. Suchen Sie nach alternativen Wegen von Ihrem Büro zu diversen Standorten. Erkundigen Sie sich nach verschiedenen Beförderungsunternehmen in der Umgebung, wie zum Beispiel Bus-Linien und Limousinen-Service oder Taxen.
  • Finanzielle Mittel: Arbeiten Sie mit mehr als einer Bank für Ihre Unternehmensfinanzen zusammen. Nutzen Sie am besten mehr als eine Investment-Bank.
  • Gesundheitswesen: Ermitteln Sie die örtlichen Krankenhäuser, Tageskliniken, Laboratorien und andere Gesundheitseinrichtungen.
  • IT: Stellen Sie fest, wer Ihre primären und alternative Zulieferer für Hardware und Software sind. Verstärken Sie die Security-Maßnahmen, um unautorisierten Zugriffe auf Ihre IT-Infrastruktur zu verhindern.

Dritter Schritt

Sobald Sie die für Ihr Unternehmen kritischen Infrastruktur-Elemente identifiziert haben, prüfen Sie Gesetzgebung, Regularien, sowie andere Standards und Policies, die von den Behörden und privaten Organisationen festgelegt wurden. Kümmern Sie sich um die Kontaktdaten, um dort eventuell nach Leitfäden und Ratschlägen zu fragen, wie sie Ihre wichtige Infrastruktur und unverzichtbaren Ressourcen schützen können.

Vierter Schritt

Kontaktieren Sie die lokalen Behörden und Ordnungs-Kräfte. Fragen Sie nach, welche Dienstleistungen diese bieten und welche Ressourcen sie nutzen, um die kritische Infrastruktur in ihrem Zuständigkeitsbereich zu sichern. Möglicherweise können Sie die Kontakt-Informationen dieser Organisationen in Ihren BC- und DR-Plänen hinterlegen.

Die Absicherung der kritischen Infrastruktur liegt möglicherweise nicht im Kompetenz-Bereich Ihrer Firma. Dass diese Ressourcen allerdings für Ihr Unternehmen verfügbar sind, liegt sehr wohl in Ihrer Verantwortung. Versuchen Sie so viele Informationen wie möglich über die hier genannten kritischen Infrastruktur-Komponenten in Erfahrung zu bringen und evaluieren Sie, welche davon für Ihr Unternehmen besonders wichtig sind. Entwickeln Sie eine Strategie, die garantiert, dass die entsprechenden Ressourcen immer verfügbar sind. Nehmen Sie die Absicherung der kritischen Infrastruktur unbedingt in Ihre DR- und BC-Pläne auf.

Artikel wurde zuletzt im August 2014 aktualisiert

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