Vor- und Nachteile einer Private Cloud auf Open-Source-Basis

Private Clouds lassen sich mit kommerziellen Angeboten oder mit Open Source realisieren. Es muss aber genau geprüft werden, was man verwendet.

Wer eine Private Cloud aufsetzen will, hat die Wahl zwischen dem Kauf von kommerzieller Hardware und Software oder...

dem Einsatz von Open-Source-Angeboten. Wenn man eine Open-Source-Lösung näher ins Auge fasst, sollte man allerdings zuerst folgende Gesichtspunkte näher betrachten:

Effektivität: Open Source oder nicht, in jedem Fall sollten die Tools, mit denen man arbeitet, effektiv und zuverlässig sein. Eine Private Cloud auf Open-Source-Basis sowie eine kommerzielle Option sollten deshalb vor dem praktischen Einsatz sehr genau geprüft werden. 

Nur so kann man sicher gehen, dass sie auch wirklich für die eigenen Geschäftsanforderungen geeignet sind. Man sollte sich nicht auf die Versprechen zukünftiger Produktverbesserungen verlassen, da sich die Zeithorizonte und die Prioritäten der Software-Entwicklung verschieben können. Ob die in Aussicht gestellten zusätzlichen Features wirklich realisiert werden, ist keinesfalls sicher. Es kommt also darauf an, die bestehenden Funktionen genau unter die Lupe zu nehmen, egal ob es sich um kommerzielle oder Open-Source-Angebote handelt.

Kosten: Open-Source-Tools für den Aufbau einer Private Cloud sind günstig oder sogar umsonst zu bekommen, aber die langfristige Kosten-Nutzen-Rechnung ist nicht so eindeutig. Wenn man berücksichtigt, dass das IT-Team eines Unternehmens womöglich sehr viel Zeit und Arbeit – einschließlich eventueller Schulungsmaßnahmen – für die Anpassung und den Support von Open-Source-Software aufwenden muss, könnten die Ausgaben sogar deutlich über denen liegen, die bei dem Kauf einer kommerziellen Lösung „Out of the Box“ samt Support und Wartung anfallen. 

Der IT-Abteilung bleibt nichts anderes übrig, als sehr genau die langfristigen Aufwendungen und Kosten zu planen und miteinander zu vergleichen. Nur so kann eine fundierte Entscheidung getroffen werden.

Lange Lebensdauer: Gerade Speicher-Lösungen auf Open-Source-Basis hängen von der Unterstützung und Weiterentwicklung der jeweiligen Community ab. Nur so werden sie langfristig aktiv und überlebensfähig sein. Sich auf eine Software festzulegen, die nicht regelmäßig erneuert wird, bedeutet, dass man bestenfalls mit einem begrenzten Umfang an Funktionen zurechtkommen muss. 

Im schlimmsten Fall bedeutet es aber, dass man zu einem kostspieligen und kompliziert zu installierenden Ersatz greifen muss. Natürlich kann auch die Lebensdauer von kommerzieller Software begrenzt sein, wenn Hersteller aufgekauft werden oder ihre Strategie ändern. Risiken bestehen also immer, egal wie man sich entscheidet. Umso notwendiger ist es, genau zu planen und zu einer fundierten Risikoabschätzung zu kommen.

Stabilität: Sowohl kommerzielle als auch Open-Source-Tools können sehr zuverlässig sein, aber je komplizierter sie durch das Hinzufügen von Features und neuen Versionen werden, desto risikoanfälliger werden sie mit der Zeit. Man sollte besonders vorsichtig sein bei extrem verästelten Architekturen, wie sie bei Open Source oft anzutreffen sind. 

Wenn viele verschiedene Entwickler-Teams an Teilbereichen oder einzelnen Komponenten oder Modulen arbeiten, kann es dazu kommen, dass verschiedene Versionen der Software unterschiedliche, eventuell nicht kompatible Features enthalten. Alles zusammen zum Laufen zu bringen und für Kompatibilität zu sorgen, kann für die IT-Abteilung eines Unternehmens zu einer großen Herausforderung werden. Insbesondere dann, wenn nicht genügend Open-Source-Spezialisten im eigenen Hause vorhanden sind.

Kompatibilität: Einer der größten Vorteile einer Open-Source-Lösung für die Architektur einer Private Cloud besteht darin, dass man hier über eine breit gefächerte Auswahl an Hardware und bei Software verfügen kann. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Da Open-Source-Software nicht Hersteller-spezifisch ist, ist sie in der Regel auch kompatibel mit den Angeboten vieler, miteinander konkurrierender Hersteller. 

Insofern können Open-Source-Lösungen, die sehr viele Produkte und Hersteller unterstützen, eine der besten Optionen für eine heterogene IT-Umgebung sein. Allerdings ist es auch hier ratsam, die Kompatibilitätsmöglichkeiten für alle in Frage kommenden Hersteller, Produkte und Versionen rechtzeitig zu prüfen. Man sollte auch nicht davon ausgehen, dass man immer Unterstützung für alle Funktionen eines Produkts bekommen wird.

Wie bei jeder Technologie, die zu einer Transformation der IT-Architektur im Rechenzentrum führt, sind die Investitionen in eine Private Cloud ein komplexer Prozess, der sorgsam durchgeführt werden muss. 

Man sollte in jedem Fall mit einer Klärung der eigenen Geschäftsanforderungen beginnen: Das bedeutet, genau zu definieren, was man für welche Zwecke benötigt, und sich erst danach nach geeigneten Technologien umzuschauen, mit denen man die festgelegten Ziele verwirklichen kann. Ferner sollte man verschiedene Szenarios entwerfen, um über Alternativen für die Umsetzung zu verfügen. 

Das schließt natürlich auch ein, sich einen Überblick über voraussichtliche Kosten und Implementationsprozesse über mehrere Jahre hinweg zu verschaffen. Erst danach sollte man eine Entscheidung treffen. Immerhin geht es auch bei Open-Source-Lösungen darum, sich für eine längere Zeit festzulegen. Und nicht alles ist bei dieser Alternative auch wirklich „open“ und „free“.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2015 aktualisiert

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