Vor-und Nachteile von Storage-Virtualisierung für virtuelle Desktops

Ein Umstieg auf virtuelle Desktops kann teuer werden. Doch neben diesem Nachteil sprechen eine Reihe von Faktoren für die Storage-Virtualisierung.

Der Umstieg auf virtuelle Desktops ist tendenziell teuer, und genügend Performance zu erreichen, kann eine Herausforderung bedeuten. Da diese Probleme beide mit der verwendeten Storage-Infrastruktur zu tun haben, gehen manche Administratoren sie mithilfe von Storage-Virtualisierung an.

In diesem Artikel soll es um Vor-und Nachteile der Verwendung von Storage-Virtualisierung in einer virtuellen Desktop-Umgebung gehen. Beachten Sie dabei bitte, dass Storage-Virtualisierung nicht auf einem einzelnen Produkt oder einer einzelnen Technologie basiert. Viele Hersteller bieten eigene Lösungen an. Im Folgenden bezeichne ich mit Storage-Virtualisierung eine Technologie, die eine Abstraktionsschicht zwischen dem virtuellen Desktop (oder dem zugrunde liegenden Hypervisor) und der physischen Storage-Architektur bildet.

Die Vorteile der Storage-Virtualisierung für VDI

Die Vorteile durch Storage-Virtualisierung hängen von der der verwendeten Technik ab. In erster Linie geht es um reduzierte Storage-Kosten, höhere Leistung und einfachere Verwaltung. Wie diese Vorteile erreicht werden, hängt wiederum auch vom eingesetzten Produkt ab.

Eine Methode, um durch verringerte Storage-Anforderungen der virtuellen Maschinen (VMs) Kosten zu reduzieren, ist Dublettenabgleich oder Deduplizierung. Diese eignet sich gut für eine virtuelle Desktop-Infrastruktur (VDI), da der Inhalt aller virtuellen Festplatten der einzelnen VMs typischerweise weitgehend identisch ist; allerdings kann eine Organisation auch mehrere Sätze virtueller Festplatten unterhalten.

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Deduplizierungs-Produkte auf dem Markt. Sie alle sind darauf ausgelegt, Speicherplatz zu sparen. Die Storage-Performance verbessern aber nur die wenigsten davon.

Viel Aufmerksamkeit hat ein Unternehmen namens Atlantis Computing für Atlantis ILIO erhalten, ein Software-basiertes Deduplizierungs-Produkt speziell für virtuelle Desktop-Umgebungen. Die Software sitzt zwischen Hypervisor und Storage und gleicht Dubletten in Echtzeit ab, bevor die Daten auf die Platte geschrieben werden.

Ein weiteres Produkt, um virtuelles Storage an VDI-Umgebungen anzupassen, ist Virsto VDI. Wie Atlantis ILIO verbessert Virsto VDI die Storage-Performance in virtualisierten Umgebungen, aber seine Herangehensweise dabei ist höchst individuell: Es nutzt einen proprietären Typ von virtueller Hard Disk (VHD), nicht die nativ vom Hypervisor verwendete VHD-Architektur. Das Endergebnis ist eine dynamisch wachsende virtuelle Festplatte nach dem Prinzip Thin Provisioning mit einer Leistung, die nach Angaben des Unternehmens die von VHDs fester Größe übertrifft. Diese Performance-Steigerung wird mit einem transaktionsorientierten Storage-Mechanismus erreicht.

Da Schreiboperationen in VDI-Umgebungen sehr zufällig sind, versucht Virsto VDI, das Muster der Write-I/O-Anfragen durch eine Aufzeichnung von Transaktionen zu glätten, die dann stufenweise auf den physischen Speicher geschrieben werden. Im Endergebnis werden I/O-Operationen so gesteuert, dass optimale Performance erreicht wird.

Die Nachteile der Storage-Virtualisierung

Doch Storage-Virtualisierung bringt auch Nachteile mit sich. So werben zwar die meisten Anbieter damit, dass ihre Produkte zur Verringerung der Storage-Kosten beitragen. Doch sowohl der Kauf des Virtualisierungs-Produkts als auch die langfristige Unterhaltung ist mit Kosten verbunden. Diese Kosten können, müssen aber nicht auf lange Sicht durch Einsparungen infolge reduzierten Storage-Bedarfs ausgeglichen werden.

Ein weiterer potentieller Nachteil der Storage-Virtualisierung ist die dadurch erhöhte Komplexität der Storage-Architektur. Das kann die Behebung von Problemen erschweren. Darüber hinaus werden Sie unter Umständen feststellen, dass Hypervisor-Hersteller sich mit technischer Unterstützung zurückhalten, sobald Storage-Virtualisierung eingesetzt wird. Zum Beispiel verwendet Virsto VDI eine ganz andere Art virtueller Festplatten-Datei als die nativ vom Hypervisor verwendete. Obwohl mir keine konkreten Fälle bekannt sind, in denen ein Hypervisor-Hersteller technische Unterstützung für einen Kunden mit Virsto VDI verweigert hätte, sehe ich auf jeden Fall eine gewisse Gefahr dafür.

Schließlich kann Storage-Virtualisierung zu Situationen führen, in denen Ihre physischen Storage-Ressourcen überbelegt sind. Thin-Provisioning-Systeme erstellen virtuelle Festplatten-Dateien, die anfangs sehr klein sind und sich dynamisch erweitern, wenn Platz benötigt wird. Die geplante Überbelegung (Overcommitment) von Storage-Ressourcen macht es möglich, die Dichte virtueller Maschinen zunächst ohne Zukauf von Storage zu erhöhen. Ab einem bestimmten Punkt aber können die virtuellen Festplatten-Dateien zusammen mehr Storage-Platz ausmachen, als zur Verfügung steht.

Wenn Sie also beabsichtigen, virtuelles Storage für Ihre virtuellen Desktops einzusetzen, sollten Sie die Vor-und Nachteile abwägen. In den meisten Fällen werden Sie feststellen, dass die Vorteile überwiegen. Trotzdem ist es wichtig, beide Seiten sorgfältig zu prüfen.

Über den Autor: Brien M. Posey, MCSE, ist Microsoft Most Valuable Professional für Windows 2000 Server und IIS. Er hat als CIO für eine US-weite Kette von Krankenhäusern gearbeitet und war zeitweise verantwortlich für die IT-Sicherheit von Fort Knox. Als freiberuflicher technischer Autor schreibt Posey für Microsoft, TechTarget, CNET, ZDNet, MSD2D, Relevant Technologies und andere Technologie-Unternehmen.

Artikel wurde zuletzt im Mai 2011 aktualisiert

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