Was unterschiedliche SAN-Technologien leisten können

Storage Area Networks (SAN) sind in mittelständischen Unternehmen auf dem Vormarsch. Hier finden Sie einen Überblick über Hot Spare und Co. im SAN.

Dies ist der zweite Teil einer dreiteiligen Serie über die Rolle von Storage Area Networks (SANs) in mittelständischen...

Unternehmen. Im ersten Artikel wurden die verschiedenen Arten von SAN-Lösungen vorgestellt. Im vorliegenden Teil geht es um die konkreten Möglichkeiten der unterschiedlichen SAN-Technologien.

Teure SAN-Spitzentechnologie mag zwar ganz nett sein, aber viele mittelständische Unternehmen können sie sich schlichtweg nicht leisten. Um die für Ihre IT-Abteilung ideale Technologie zu finden, müssen Sie zunächst Ihre grundlegenden Storage-Bedürfnisse und -Anforderungen festlegen. Im Anschluss daran können Sie sich auf diejenigen Technologie-Optionen konzentrieren, die diesen Vorgaben entsprechen. Wichtig ist es auch, eine Auswahl unter den optionalen Features treffen, die häufig mit höheren Preisen einhergehen. Wenn Ihr Budget das nicht erlaubt, verzichten Sie darauf.

Sehen wir uns einige der Optionen und ihren Zweck einmal genauer an. So können Sie die für Ihre Umgebung wirklich wichtigsten Features leichter identifizieren und diejenigen ausklammern, die Sie eigentlich nicht benötigen. Zu den häufigen Merkmalen und Funktionen von SAN-Storage-Lösungen für mittelgroße Unternehmen zählen:

Tools zur Verwaltung: Anwenderfreundliche Werkzeuge wie ein Befehlszeilen-Interface, eine grafische Benutzeroberfläche, APIs und Integration des Simple Network Management Protocol (SNMP) für Ereignis-Benachrichtigungen sollten im Standardangebot enthalten sein. Zusatz-Tools kommen für die Einrichtung und Konfiguration in Frage sowie für laufende Management-Tasks für Snapshots, Replikation, Überwachung bzw. Diagnose der Speicherzuordnung.

Gespiegelter Schreib/Lese-Cache: Sorgt für eine Leistungssteigerung bei Schreib- und Lesevorgängen und bietet Redundanz, damit die Verfügbarkeit beim Ausfall eines Controllers sichergestellt ist.

Hot-Spare-Festplatten: Ermöglichen ein dynamisches Ersetzen ausgefallener Festplatten in Verbindung mit einer automatischen Wiederherstellung dank RAID-Schutz.

Redundante Stromversorgung und Kühlung: Per Hot-Swap austauschbare Stromversorgung und Lüfter verhindern verheerende Ausfälle (Single Points Of Failure) und stellen damit Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Wartbarkeit sicher.

Duale beziehungsweise redundante Controller: Sorgen für eine Verfügbarkeit zum Schutz bei einem Komponenten-Ausfall und ermöglichen zugleich Workload-Balancing.

Flexible und skalierbare Kapazität: Durch Einbau zusätzlicher Festplatten in freie Slots oder durch Hinzufügen zusätzlicher Erweiterungsgehäuse kann die Speicherkapazität aufgerüstet werden.

Mehrere RAID-Level: Sorgen für Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Daten und bieten je nach Konfiguration Möglichkeiten zur Performance-Steigerung.

Virtuelle Arrays oder RAID-Gruppen: Virtuelle Arrays vereinfachen die Verwaltung und ermöglichen es, Performance, Verfügbarkeit, Kapazität und andere Service-Merkmale an den Anforderungen der Anwendung auszurichten. Die Implementierungen unterscheiden sich je nach Anzahl und Art der Festplattenlaufwerke, die zugeordnet werden können.

LUNs und Mapping bzw. Masking: Darüber werden anwendungsspezifische Anforderungen erfüllt. Mapping sorgt für einen sicheren LUN-Zugriff, der ausschließlich über autorisierte Server erfolgt. Mittels Masking wird eine LUN für andere Server sichtbar gemacht

Sicherheitsmerkmale: Umfassen die Verschlüsselung zum Zwecke des Datenschutzes sowie Autorisierung und Authentifizierung beim Zugriff auf Management-Tools.

Zeitpunktgesteuerte Snapshots: Ermöglichen sofortige Backups bzw. Datensicherung ohne den für herkömmliche Offline-Backups typischen Overhead oder Zeitaufwand.

Kopie des vollständigen Volumes: Bei einem Technologiewechsel oder anderen Verwaltungsaufgaben im Zusammenhang mit Infrastruktur-Ressourcen kann ein vollständiges Volume oder eine LUN kopiert und verschoben werden.

Replikation: Durch LAN- oder WAN-Replikation wird eine Kopie der Daten an einem anderen Speicherort auf separaten Storage-Systemen erstellt. Dies gewährleistet die Kontinuität des Geschäftsbetriebs, Disaster Recovery und hohe Verfügbarkeit.

Mehrstufige Storage-Medien: Hierzu gehören Solid-State Drives (SSD), schnelles Fibre-Channel (FC)-Storage, Serial-Attached SCSI (SAS)- oder Serial Advanced Technology Attachment (SATA)-Platten mit hoher Kapazität.

Anwendungsintegration: Unterstützt die Integration und vereinfacht die Verwendung in Verbindung mit Hypervisor-Lösungen zur Virtualisierung (VMware, Hyper-V usw.) und Datenbanken (Exchange, SharePoint oder Oracle).

Zu den optionale Punkten gehören:

 

Intelligente Energieverwaltung: Betrifft Energie-, Kühlungs- und Green-IT-Aspekte in Form von Ruhezustand für Festplatten, Energiespar-Management nach MAID 2.0 sowie  unterschiedlichen Stufen für Energieverbrauch und Performance.

Anwenderfreundliche Werkzeuge wie ein Befehlszeilen-Interface, eine grafische Benutzeroberfläche, APIs und SNMP-Integration für Ereignis-Benachrichtigungen sollten im Standardangebot enthalten sein.

Thin Provisioning: Hiermit wird die Nutzung der Plattenspeicher-Kapazität zur Kostenreduzierung und Maximierung der physikalischen Speicher-Ressourcen optimiert. Thin Provisioning hat jedoch nur Auswirkungen auf die Storage-Kapazität, zur Performance-Steigerung sind andere Techniken erforderlich.

Komprimierung und Deduplizierung: Kann unter Umständen den Platzbedarf für Daten reduzieren, da sich der Bedarf an physischem Storage verringert bzw. die vorhandene Storage-Kapazität so genutzt wird, dass sie mehr Daten aufnehmen kann.

Datenverschiebung und -migration: Diese Funktionen setzen auf dem Vorhandensein von  Kopien ganzer Volumes auf. Sie vereinfachen die Datenmigration über verschiedene Ebenen von Storage-Medien hinweg (z. B. SSD-, schnelle FC- und SAS-Plattenlaufwerke).

Die Schnittstelle bzw. der Block-basierte Zugriff bei SAN-Lösungen unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Manche Anbieter unterstützen ausschließlich iSCSI, manche einen Mix aus iSCSI und Fibre Channel (FC), andere einen Mix aus iSCSI, FC und NAS (Network Attached Storage). Aufgrund dieser Flexibilität können Sie Ihre Storage-Lösung ganz auf Ihre spezifische Umgebung zuschneiden.

Manche Anbieter, die keine Unterstützung für natives NAS oder iSCSI bieten, können diese  über Gateways, Bridges, Router und Appliances dennoch gewährleisten. Der Gateway-Ansatz sorgt für Flexibilität, kann aber dazu führen, dass die technische Komplexität je nach Implementierung weiter zunimmt.

Damit Sie wirklich das beste Angebot finden, sollten Sie bei der Erstbewertung der Anbieter die folgenden Fragen stellen:

  • Welche Auswirkungen auf die Kosten und den Nutzen hat die Entscheidung für oder gegen bestimmte Extras bzw. unverzichtbare Features?
  • Gibt es versteckte, vorab oder wiederholt anfallende Lizenzierungs- oder Wartungskosten?
  • Inwieweit ist die Lösung skalierbar und kann entsprechend der sich verändernden Anforderungen angepasst werden?
  • Bietet die Lösung Unterstützung für die Integration in Ihre IT-Umgebung und Ihre Anwendungen?
  • Welche Änderungen oder Aktualisierungen werden für Ihre Server und Anwendungen nötig?
  • Inwieweit sind Training, Schulung, Wissenstransfer oder professionelle Dienstleistungen eingeschlossen?

Bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen, sollten Sie Ihre speziellen Bedürfnisse (sowohl die geschäftlichen als auch die IT-Anforderungen) und die technologischen Optionen im Detail verstanden haben. Denn ein gut informierter IT-Käufer trifft die besseren Entscheidungen.

Fazit: Halten Sie Ausschau nach Storage-Technologien, die Ihre Anforderungen erfüllen oder diese sogar übertreffen. Die gewählte Lösung sollte genügend Flexibilität und Robustheit im Hinblick auf Ihre sich wandelnden geschäftlichen Anforderungen aufweisen und zusätzlich (kostenlos) einige der wünschenswerten Zusatzfunktionen bieten.

Greg Schulz ist Gründer von The Server and StorageIO Group, einem unabhängigen IT-Beratungsunternehmens. Unter anderem hat er die Bücher The Green and Virtual Data Center (CRC) und Resilient Storage Networks verfasst. Sie finden Schulz auf Twitter unter @storageio.

Artikel wurde zuletzt im September 2010 aktualisiert

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