Essential Guide

Mehr Datensicherheit durch Replikation und Snapshots

Eine umfassende Auswahl von Artikeln, Videos und mehr, die von unseren Redakteuren gewählt wurden.

Wie kann man Snapshots am besten für Backup einsetzen?

Snapshots taugen für mehr als nur für den Einsatz kurzfristiger Datensicherung. Mit ihnen lässt sich eine mehrstufige Architektur für DR aufbauen.

Die Snapshot-Technology ist heute zwar ein fester Bestandteil von fast allen am Markt verfügbaren Speichersystemen, sie wird aber dennoch zu wenig eingesetzt. Viele Storage-Administratoren behalten nur ein paar aktive Snapshots pro Volume, obwohl man in der Regel auch Tausende speichern könnte. Der hauptsächliche Grund für diese Praxis sind legitime Bedenken über die Zuverlässigkeit der Snapshot-Technologie.

Snapshots sind jedoch so ausgelegt, dass sie diese Zuverlässigkeitsprobleme überwinden und eine größere Rolle in dem Backup-und Data-Protection-Prozess spielen können.

Die Einzelsysteme überwinden

Die größte Herausforderung für die Anwendung der Snapshot-Technologie als primäre Data-Protection-Methode besteht darin, dass das System selbst verletzbar ist. Im Wesentlichen hängt das damit zusammen, dass bei einem Ausfall des Storage-Systems die Snapshots gleich mit ausfallen. Mit dem Resultat, dass Snapshots allgemein nur als Methode dafür angesehen werden, korrupte oder gelöschte Dateien wiederherzustellen – und sonst für nichts anderes.

Diese Situation kann man ändern, indem man eine andere Technologie einsetzt, die in modernen Speichersystemen fast schon banal geworden ist: Snapshot Replication. Während sie ursprünglich dazu diente, Daten wirkungsvoll an einen Platz außerhalb des Rechenzentrums zu kopieren, kann man sie auch dazu verwenden, sie auf ein zweites Speichersystem innerhalb des Rechenzentrums zu kopieren oder auf ein drittes System in einem entfernten Rechenzentrum. 

Noch vor einem Jahrzehnt waren die Kosten für so eine Lösung jenseits der Möglichkeiten fast aller Unternehmen außer der ganz großen. Doch nun ist sie dank eines größeren Wettbewerbs und neuer Konzepte wie Software-defined Storage (SDS) auch machbar für Unternehmen jeder Größenordnung.

Sich selbst schützenden primären Storage aufbauen

Diesen dreifachen Ansatz für Speichersysteme könnte man während einer Erneuerungsphase einführen, in der noch ein einzelner Hersteller die beiden On-Site-Speichersysteme und das dritte externe zur Verfügung stellt. Wenn der Zeitpunkt für ein solches Storage-Refresh nicht stimmt oder wenn es einfach zu viele bestehende Vermögenswerte gibt, die einem Wechsel im Weg stehen, könnte man auch eine Technologie wie SDS oder ein Produkt für Storage-Virtualisierung einsetzen. 

Auch so könnte der Anwender eine Replikation zwischen verschiedenen Speichersystemen erreichen (besonders zwischen dem primären System und den billigeren On-Site- und Off-Site-Systemen).

Das zweite On-Site-System muss nicht als passives Standby-Gerät genutzt werden. Stattdessen können die Workloads zwischen den beiden Systemen aufgeteilt werden, und beide können wechselseitige Snapshot-Replikationen ziehen. Der IT-Abteilung wird es auf diese Weise erlaubt, zwei Systeme mit geringerer Performance anstelle eines einzigen hochperformanten (und teuren) Systems für ihr Rechenzentrum zu kaufen. 

Das dritte System (im Disaster-Recovery-Rechenzentrum) muss in diesem Szenario auf jeden Fall genug Kapazität besitzen, um die Daten von beiden On-Site-Systemen aufzunehmen.

Die meisten Speichersysteme und -programme verfügen über die Fähigkeit, über Schnittstellen mit verschiedenen Anwendungen zu kooperieren, entweder über direkte Unterstützung von Modulen, die Integration mit Betriebssystemen wie Microsofts Volume Shadow Copy Service oder über einfaches Scripting. Dies sorgt dafür, dass man wegen der Datenintegrität saubere Snapshots anlegen kann.

Der Snapshot-Prozess für eine dreifache Speicherarchitektur:

  • Sobald der Snapshot im primären Speichersystem durchgeführt ist, wird er zum sekundären System repliziert, wo dann ein weiterer Snapshot gemacht wird.
  • Das sekundäre Speichersystem repliziert anschließend seinen Snapshot zum dritten System im Disaster-Recovery-Rechenzentrum.
  • Im Resultat hat eine Interaktion mit der Applikation stattgefunden, aber es sind zusätzlich zwei Kopien angefertigt worden.
  • Die Snapshot-Zeitpläne und die eigentliche Speicherung werden für jedes System getrennt betrieben – je nach den Anforderungen des Unternehmens für Recovery Point und für Recovery Time Objective.

Mit so einer Architektur kann jedes der drei Systeme ausfallen, ohne dass der Zugang zu den Daten unterbrochen wird. Noch wichtiger ist es aber, dass sich alle Daten in einem „live“ Status befinden: Damit ist gemeint, dass eine Applikation sofort wieder hergestellt werden kann, indem ein Server oder eine virtuelle Maschine an ein alternatives Speichersystem verwiesen wird. Es müssen keine Daten umständlich mittels eines Recovery-Prozesses an die primären Speichersysteme zurückkopiert werden.

Wie viele Snapshots sind zu viele?

Die nächste Frage ist: „Wie weit kann dieses Modell ausgeweitet werden?“ Moderne Speichersysteme und Tools verfügen über die Fähigkeit, Tausende von Snapshots aufzunehmen. Daten innerhalb dieser Snapshots zu finden kann aber allein wegen ihrer großen Menge schwierig werden. Anders als bei einer traditionellen Backup-Anwendung schließt die Snapshot-Technologie kein ausgeklügeltes Metadaten-Tracking ein, das darüber informiert, was jeder Snapshot enthält.

Es gibt ferner das Problem, dass Snapshots Kapazität fressen. Es stimmt zwar, dass Snapshots platzsparend sind, aber dennoch verbrauchen sie einen gewissen Speicherplatz – besonders dann, je weiter entfernt sie sich von den ursprünglichen Datasets befinden. 

Außerdem sind Snapshots ursprünglich für eine schnelle Datenwiederherstellung entwickelt worden. Sicher wird die Wiederherstellung älterer Daten zunehmend eine wichtige Aufgabe, aber die Geschwindigkeit, dies in die Tat umzusetzen, nimmt mit ihrem Alter ab.

Um mit diesen Gegebenheiten zurecht zu kommen, sollte man auf jeden Fall im Laufe des Tages eine bestimmte Zahl von Snapshots ziehen und für einige Wochen aufbewahren. Gleichzeitig sollten die kompletten Volumes mit einem traditionellen Backup-Programm gesichert werden. 

Aber die Rolle der Backup-Prozesse hat sich geändert. Backups werden vorgenommen, um eine gründliche Metadaten-Geschichte für die Datenkapazitäten zu schaffen und um sie auf diese Weise noch nach Monaten oder sogar Jahren reaktivieren zu können. Snapshots sind in diesem Szenario die standardmäßige und alltägliche Kopie, um eine Reihe von Anforderungen für Recovery Point und Recovery Time zu erfüllen.

Können Snapshots also die Funktion von Backups erfüllen? Ja. Sie werden gebraucht, um die Anforderungen der End-User und der Geschäftsführung an den Datenschutz zu erfüllen und um eine schnelle Wiederherstellung der Systeme bei einem Server- oder Storage-Ausfall zu gewährleisten. 

Aber für eine langfristige Speicherung sollten nach wie vor eine Backup-Anwendung und eine mehrfach angelegte Speicherinfrastruktur mit High-Capacity-Festplatten, Tape- oder Cloud-Instanzen benutzt werden. Die Kombination aus allen diesen Komponenten wird dann für kompletten Schutz und Aufbewahrung der Datenvorräte eines Unternehmens sorgen.

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im März 2015 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Essential Guide

Mehr Datensicherheit durch Replikation und Snapshots

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close