Worauf es besonders bei der Abschätzung von Cloud-Storage-Kosten ankommt

Verschiedene Gesichtspunkte wie Performance, Storage-Typus, Kapazität, Redundanz, Traffic und Speicherzeit sind genau zu prüfen.

Es ist eine weit verbreitete Ansicht, dass Cloud Storage in jeder Hinsicht billiger ist. Auf jeden Fall ist Cloud Storage sehr konkurrenzfähig gegenüber den klassischen Speicherangeboten, es kommt aber auf den Einzelfall an: Um welche Applikationen und Daten, die gespeichert werden müssen, geht es? Wie soll die alternative Architektur für Cloud Storage genau aussehen? Und mit welchem Provider soll das Projekt umgesetzt werden? 

Es gibt grundsätzlich ein paar wichtige Gesichtspunkte, die man genauer betrachten sollte, wenn man die Kosten für Cloud Storage ermitteln und miteinander vergleichen möchte.

Performance: Die Storage-Performance hängt wesentlich von den verwendeten Medien und der Konfiguration der zugrundeliegenden IT-Architektur des Rechenzentrums beim Provider ab. Wer für bestimmte Applikationen hohe Performance braucht, wird wahrscheinlich eine Storage-Umgebung mit garantierten Service Levels für IOPS und auf der Basis von Solid-State Drives (SSD) anstelle von herkömmlichen Festplatten anstreben. Wo es sich um weniger kritische Anwendungsfälle handelt, dürfte eine durchschnittlich aufgebaute Speicherumgebung in der Regel ausreichen.

Storage-Typus: Man kann heute zwischen mehreren Speicherformen auswählen:

  • Block-Storage für Anwendungen (besonders Datenbanken oder ERP)
  • Object-Storage für Dateien (Files) und ausgewählte, für diesen Typus geeignete Anwendungen
  • File-Storage (mit unterschiedlichen Definitionen)
  • Archiv-Storage in der Cloud

Für jeden Speichertyp gibt es verschiedene Konfigurationen, aber der erste Schritt zum Verständnis der Preise besteht in der Klärung, wofür und wie der jeweilige Speicher verwendet werden soll. Welche Option verträgt sich am besten mit dem Anwendungsfall und den bestehenden IT-Ressourcen im eigenen Hause?.

Kapazität: Es gibt deutliche Rabatte bei Cloud Storage, vor allem wenn man größere Kapazitäten online ablegt. Wer abschätzen kann, dass er viel Speicherplatz beanspruchen wird, kann davon ausgehen, pro Speichereinheit weniger zu bezahlen. Wer dagegen nur mit einem „Proof of Concept“ zur Probe startet, wird sicher erste Eindrücke bekommen, wie alles in der Cloud-Welt läuft. Um aber die Preisvorteile bei echtem Scale-out Speicherkonsum zu genießen, sollte man die Kapazitäten rechtzeitig planen und sich so auf die genauen Kosten für Cloud Storage einschießen.

Redundanz: Viele Cloud-Provider bieten den Kunden mehrere Optionen an, um ihre Daten auf verschiedenen Redundanzebenen zu speichern. Wird nur ein Exemplar wichtiger Daten in der Cloud abgelagert, wird der Kunde auf einem höheren Redundanzlevel bestehen, aber handelt es sich um eine Kopie, die noch an anderen Orten gespeichert ist, wird ein reduziertes Niveau an Redundanz ausreichen. Das kostet natürlich auch weniger.

Traffic: Cloud-Anbieter rechnen auf der Basis der verwendeten Datentypen und der Datenvolumen ab, aber der Zugriff auf die Daten ist ebenfalls kostenpflichtig. Wenn man nur Archiv-Dateien in der Cloud parkt, die eher nicht benutzt werden, werden natürlich weniger Ausgaben anfallen. Wer dagegen häufig benutzte Daten in die Cloud verschiebt, muss mit schnell ansteigenden Kosten rechnen. 

Für viele Unternehmen besteht hier die Gefahr, sich auf unrealistische Größen einzustellen, da sie es bisher nicht gewohnt waren, den Datenzugang in ihrem eigenen Rechenzentrum extra zu berechnen. Deshalb empfiehlt es sich, die Regeln und Gebühren für Cloud Storage und besonders für den Traffic über das Netz bis ins Kleingedruckte genau zu studieren. Probiert man mehrere Storage-Provider aus, werden sich gerade die Traffic-Kosten von Anbieter zu Anbieter und von Konfiguration zu Konfiguration deutlich unterscheiden.

Speicherzeit: Wenn Daten auf dem traditionellen Wege direkt im Unternehmen gespeichert werden, fallen für die Fachabteilungen oder einzelne Mitarbeiter nur Kosten für die zur Verfügung gestellte Kapazität an, egal ob sie durchgehend oder nur gelegentlich genutzt wird. Bei Cloud Storage zahlt man nur, wenn man wirklich Daten abspeichert – längerfristig oder nur für kürzere Zeiträume. 

Der große Vorteil von Cloud Storage besteht also darin, dass man nur für die Dauer der Inanspruchnahme der Leistung des Providers zahlt. Man sollte aber nicht die Traffic-Kosten vergessen, wenn Daten zum Provider übertragen, genutzt oder wieder komplett zurückgeholt werden.

Seit sich die Preise für Storage so drastisch im Vergleich zu den traditionellen Speichermethoden direkt im Unternehmen geändert haben, ist es noch wichtiger geworden, die eigenen Anwendungsszenarien genau zu analysieren. Man sollte zunächst definieren, welche Anforderungen bei Performance, Speichertyp, Kapazität, Datentransport und Speicherdauer bestehen. 

Wenn man sich an einzelnen Punkten unsicher ist, sollte man etwas mit niedrigen und hohen Annahmen experimentieren, um die beste Lösung zu finden. Darüber hinaus sollte man genau vergleichen, welche Kosten im Detail bei unterschiedlichen Providern anfallen.

Und man sollte auch nicht vergessen, welche Alternativen sich mit den IT-Infrastrukturen des eigenen Unternehmens ergeben könnten. Nicht alles muss in die Cloud verlagert werden. Es kann durchaus ein vernünftiges Nebeneinander von internen und externen Speicheroptionen geben. Hybride Ansätze oder die Umorganisation der eigenen IT in Richtung Private Cloud – also die Übernahme von Cloud-Technologien und -Abrechnungsmethoden in das interne Rechenzentrum – sind vielleicht doch der Stein der Weisen.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2015 aktualisiert

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