bptu - Fotolia

Worauf man bei der Wahl des Cloud-Recovery-Provider achten sollte

Bei der Suche nach einem Cloud-DR-Service, sollten Unternehmen auf wichtige Faktoren wie Standort, Failback, Netzwerk und SLAs achten.

Dieser Artikel kann auch im Premium Editorial Download gefunden werden: Storage-Magazin: Backup, DR und Hochverfügbarkeit in der Cloud:

Es existieren mittlerweile zahlreiche Service-Angebote, um ein Cloud-Disaster-Recovery umzusetzen. Diese reichen von einfachen Replikations-Tools, die Daten oder virtuelle Maschinen in die Cloud transferieren, bis hin zu vollständig verwalteten DRs als Service. Auf der Suche nach Cloud-Recovery-Optionen sollten Anwender die folgenden Kriterien beachten:

  • Standort. Wo befindet sich der Cloud-Recovery-Service? Je weiter der Service entfernt ist, desto größer werden die Latenzen, die Daten in und aus der Cloud zu verschieben, was wiederum die Performance beeinträchtigen kann. Des Weiteren spielen hier Compliance-Vorgaben eine große Rolle. Sind die Daten in einer Region oder einem Land gespeichert, das nicht den rechtlichen Vorgaben für die Daten entspricht? Ebenso sollten EDV-Verantwortliche prüfen, ob der DR-Provider selbst ein Disaster Recovery implementiert hat. Das könnte für den Fall wichtig werden, dass das DR für einen längeren Zeitraum in der Cloud betrieben werden müsste.
  • Networking. Verfügt das Netzwerk über eine adäquate Bandbreite, welche die Anforderungen bedienen kann, und wie wird diese abgerechnet? Wie lassen sich das interne Netzwerk und das des Providers am besten integrieren? Gibt es Security-Tools und -Prozesse, die dafür sorgen, dass das Unternehmensnetzwerk von denen anderer Kunden isoliert ist?
  • Failover/Failback. Um Anwendungen in die Cloud zu transferieren, benötigt man eine Art Startprozess. Der kann über das Netzwerk erfolgen oder physische Backups erfordern, die dann an den Provider gesendet werden und von diesem in die Cloud verbracht werden. Anwender sollten in Erfahrung bringen, wie lange es dauert, Applikationen für den Cloud-DR-Service verfügbar zu haben. Das Failback ist an das Failover gebunden. An einem bestimmten Zeitpunkt müssen die Anwendungen wieder von der Cloud an den produktiven Standort gebracht werden. Jede Datenaktualisierung und jeder Betriebssystem-Patch müssen dabei mit übernommen werden, was viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Teil des DR-Plans könnte zum Beispiel sein, dass nur die Anwendungsdaten zurückgesendet werden und eine duplizierte Applikation in der Cloud betrieben wird, um Service Level Agreements (SLA) zu erfüllen.
  • SLAs. Zusätzlich zu Recovery Point Objectives (RPO), Recovery Time Objectives (RTO) und Service Level Objectives, muss der Cloud-Provider SLAs anbieten. Diese bestimmen Parameter wie Netzwerkantwortzeiten, den Zeitraum für die Aktivierung des DR und die dazugehörigen Prozesse. Ebenso sollte es SLAs für Cloud-Hardware-Verfügbarkeit geben.

Implementierung

Wurde die Planung abgeschlossen und der Cloud-DR-Service ausgewählt, müssen Anwendungen und Daten in den neuen DR-Prozess implementiert werden. Häufig ist dies mit zusätzlichen Aufgaben verbunden. Dazu gehören unter anderem diese:

  • Virtualisierung von Bare-Metal-Servern. Es kann sein, dass einige Anwendungen auf virtuelle Maschinen migriert werden müssen.
  • Änderungen des Backup-Prozesses. Eventuell benötigt der Anwender andere spezifische Backup-Tools oder muss die bestehenden mit denen für Cloud-DR zusammenführen, wenn zwei verschiedene Backup-Methoden zum Einsatz kommen. Hierfür sollten Betriebsprozesse geprüft und bei Bedarf geändert werden, um mit dem neuen Backup-System im Einklang zu sein.
  • Änderungen der Infrastruktur. In einigen Fällen braucht der Administrator zusätzliche Services für DNS/DHCP/AD. Netzwerkänderungen sollten Datentransfer zwischen dem lokalen Backup-System und dem Cloud-Backup-Provider ermöglichen.
  • Tests. Der DR-Prozess sollte regelmäßig getestet werden. Cloud-basiertes DR erleichtert diese Tests, da das Cloud-basierte Image leichter im Netzwerk isoliert werden kann, ohne produktive Prozesse zu beeinträchtigen. Viele Service Provider offerieren dies als Teil ihres Angebots.

Letztlich sollten DR-Plan und -Prozesse regelmäßig überprüft und getestet werden, um sicherzustellen, dass das Produkt immer noch den eigenen Anforderungen entspricht. Unternehmen sollten alle DR-Produkte als sich stetig entwickelnde Systeme betrachten, die sich verändern, um die Anwendungen und damit die Geschäftsanforderungen zu bedienen.

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im April 2016 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Public Cloud

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close