iSCSI vs. NFS: Storage-Protokolle in vSphere konfigurieren

iSCSI und NFS sind im Vergleich mit Fibre Channel günstigere Storage-Optionen. Aus Sicht der Performance gibt es eigentlich keine Gegenargumente.

Die Debatten hinsichtlich SAN gegen NAS und iSCSI gegen NFS sind so unnötig wie Mac OS X gegen Windows. Viele Unternehmen sind der Meinung, dass Sie ein teures Fibre Channel-SAN für Storage-Performance und Zuverlässigkeit der Enterprise-Klasse benötigen. 

Realistisch gesehen funktioniert eine vSphere-Infrastruktur gleich gut, egal ob nun NFS- oder iSCSI-Storage zum Einsatz kommt. Die Konfigurations-Prozeduren differieren allerdings für die unterschiedlichen Storage-Protokolle.

Die Debatte Block-basiertes gegen Datei-basiertes Storage-Protokoll

Ob Sie nun einen Windows-, Linux- oder VMware vSphere-Server verwenden, ist weniger entscheidend. Sie brauchen mit ziemlicher Sicherheit Zugriff auf gemeinsam genutztes (Shared) Storage. Laufen die virtuellen Maschinen (VM) unter vSphere und sind mit VMware HA (High Availability) versehen oder werden in einem Distributed Resource Scheduler Cluster betrieben, müssen sie sich auf gemeinsam genutztem Storage befinden. Sollte ein Server ausfallen, kann ein anderer auf die relevanten virtuellen Maschinen zugreifen.

VMware vSphere unterstützt jede Menge Protokolle für Shared Storage. Die umfassenden Funktionen können Sie mit den Storage-Protokollen Fibre Channel, iSCSI und NFS nutzen. Fibre Channel und iSCSI sind Block-basierte Storage-Protokolle, die immer einen Storage-Block an den Server ausliefern und  ein SAN (Storage Area Network) erstellen. 

NFS hingegen ist ähnlich wie das SMB-Protokoll (Server Message Block) von Windows ein Datei-basiertes Protokoll. Anstelle von LUNs teilt es Dateien und stellt ein NAS (Network-Attached Storage) bereit. Welches Protokoll sollten Sie also nun verwenden?

Die Debatte SAN gegen NAS

Anders als iSCSI benötigt Fibre Channel ein eigenes Storage-Netzwerk. Über den Fibre-Channel-Switch gibt es Durchsatz-Geschwindigkeiten zwischen vier Gbit, acht Gbit oder 16 Gbit pro Sekunde. Mittels mehrerer gebündelter Ein-Gbit-Ethernet-Verbindungen lassen sich diese schwer replizieren.

Mit dedizierten Ethernet-Switchen und VLANs (virtual LAN), die exklusiv für iSCSI-Traffic zur Verfügung stehen, plus gebündelten (bonded) Ethernet-Verbindungen, liefert iSCSI vergleichbare Performance und Zuverlässigkeit. Verglichen mit Fibre Channel betragen die Kosten nur einen Bruchteil.

Das gilt auch für NFS, wenn Sie das Protokoll mit der angemessenen Netzwerk-Konfiguration kuppeln. Fast alle Server können als NFS-NAS-Server agieren. Somit ist NFS günstig und einfach aufzusetzen. Weiterhin bietet NFS einige technische Vorteile.

NFS und iSCSI haben Fibre Channel in den meisten Data Centern nach und nach als die erste Wahl für Storage ersetzt. Administratoren und Storage-Anbieter sind der Meinung, dass iSCSI und NFS vergleichbare Performance bieten können. Hier kommt es allerdings auf die Konfiguration des eingesetzten Storage-Systems an.

vSphere mit einem iSCSI SAN verbinden

In einer vSphere-Umgebung ist eine Verbindung zu einem iSCSI-SAN komplizierter als zu einem NFS-NAS.

Abbildung 1

Um das zu demonstrieren, verbinde ich einen vSphere-Host mit meinem Server Drobo B800i. Es handelt sich dabei um ein reines iSCSI-SAN. Dann verbinde ich den gleichen Host mit meinem Synology DS211+. Dieser Server bietet NFS, iSCSI und andere Storage-Protokolle an. Dieser Vergleich soll einen Überblick vermitteln, wie Sie die Verbindungen zu all diesen Storage-Optionen administrieren können.

Zunächst einmal müssen Sie den iSCSI-Initiator für jeden ESXi-Host im Konfigurations-Reiter aktivieren. Sie finden das unter den Einstellungen für die Storage-Adapter (Abbildung 1).

Im Anschluss bringen Sie dem Host bei, wie er die iSCSI-LUNs erkennt. In diesem Beispiel verwende ich statische Erkennung und hinterlege die IP-Adresse des iSCSI-SAN im dafür relevanten Reiter.

Abbildung 2

Haben Sie den iSCSI-Initiator aktiviert und der Host hat das iSCSI-SAN erkannt, fragt die Software nach, ob Sie nach weiteren LUNs scannen möchten. Wie Sie in Abbildung 2 sehen, hat der Host eine neue iSCSI-LUN erkannt.

Eine formatierte iSCSI-LUN wird automatisch als verfügbares Storage hinzugefügt. Alle neuen iSCSI-LUNs müssen mit dem VMware VMFS-Dateisystem (Virtual Machine File System) formatiert werden. Sie finden das in der Sektion für die Storage-Konfiguration.

vSphere mit einem NFS NAS verbinden

Bei einem NFS NAS müssen Sie nichts aktivieren, erkennen oder mit Virtual Machine File System formatieren. NFS ist bereits ein File Share.

Abbildung 3

Um NFS Storage hinzuzufügen, begeben Sie sich zum Storage-Reiter der ESXi-Host-Konfiguration und klicken auf Add Storage. Im Anschluss wählen Sie Network File System aus (Abbildung 3).

Sie müssen den Host-Namen des NFS-NAS angeben, den Namen des NFS-Shares und einen Namen für den neuen NFS-Datenspeicher, den Sie erstellen. Innerhalb von Sekunden sind Sie in der Lage, virtuelle Maschinen auf den NFS Share zu erzeugen.

Verbinden Sie vSphere-Hosts mit einem iSCSI-SAN oder NFS-NAS, bekommen Sie je nach darunterliegendem Netzwerk, Array-Konfiguration und Anzahl der physischen Festplatten eine sehr ordentliche Performance geboten. In der Vergangenheit hat man diese Option weniger häufig in Betracht gezogen. In der Zwischenzeit hat sich das Rad Richtung NFS gedreht, wenn es um gemeinsam genutztes Storage für eine virtuelle Infrastruktur geht. Es ist günstig, einfach zu konfigurieren und liefert vergleichbare Performance.

Über den Autor:
David Davis ist der Autor des Bestsellers TrainSignal. Es handelt sich dabei um eine Video-Schulungs-Bibliothek zum Thema VMware vSphere. Er hat Hunderte an Virtualisierungs-Artikeln im Web veröffentlicht. Weiterhin hat Davis mehr als 18 Jahre Erfahrung in der IT und ist vExpert, VCP, VCAP-DCA, sowie CCIE #9369. Seine persönliche Website finden Sie unterVmwareVideos.com.

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Artikel wurde zuletzt im November 2014 aktualisiert

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