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DRaaS: Diese vier Hauptfunktionen sollten Sie beachten

DRaaS-Anbieter müssen vier Schlüsselfunktionen bieten, um sicherzustellen, dass sie die volle Bandbreite möglicher Unglücksfälle bewältigen können.

Mit Disaster Recovery as a Service (DRaaS) können Unternehmen solide Disaster-Recovery-Strategien erstellen, die sowohl kosteneffizient als auch einfach zu überprüfen sind.

Innerhalb weniger Jahre hat sich DRaaS von einem interessanten Konzept zu einem vollwertigen Markt entwickelt, in dem viele Anbieter entsprechende Produkte anbieten. Dieses Labyrinth zu durchforsten ist eine gewaltige Aufgabe für überarbeitete Administratoren.

Die meisten DRaaS-Angebote funktionieren entweder mit dem Abgleich oder der Sicherung der Daten eines Unternehmens in einem Cloud-Rechenzentrum. Solche Rechenzentren können speziell für diese Aufgabe entwickelt werden und den DRaaS-Anbietern oder ihren Partnern gehören.

Es kann aber auch ein Public Cloud-Anbieter sein, mit dem der Kunde oder der DRaaS-Anbieter Verträge abschließt, um das Angebot zu nutzen.

In jedem Fall besteht das DRaaS-Angebot aus zwei wesentlichen Bestandteilen. Der erste ist der Cloud-Speicher, um eine Kopie der Unternehmensdaten anzufertigen. Das zweite ist das Cloud-Compute, so dass der Provider im Falle eines Tests oder eines Zwischenfalls die Anwendungen des Unternehmens weiter betreiben kann. Darüber hinaus haben DRaaS-Anbieter viel Raum für Innovationen und die Entwicklung spezifischer Funktionen für ihr Produkt.

Grundlegende DRaaS-Anforderungen

Theoretisch ist ein DRaaS-Angebot ein Produkt für Data Protection, das solange als Dienstleistung verfügbar ist, solange der Anbieter bereit ist, Rechen- und Speicherressourcen für Wiederherstellung bereitzustellen.

Im Katastrophenfall werden die für die Wiederherstellung benötigten Daten von einem Cloud-basierten Sicherungsspeicher auf eine Cloud-basierte Computing-Ebene mit anwendungsfähigem Speicher wiederhergestellt. Die große Herausforderung dabei ist die Zeit, die für die Wiederherstellung vom Cloud-Backup-Speicher auf den Cloud-Computing-Speicher benötigt wird.

In Wirklichkeit wird jedoch erwartet, dass ein DRaaS-Vorgang eine so genannte Recovery in Place, eine sofortige Wiederherstellung, oder einen Start von der Sicherung durchführt.

DRaaS sollte in der Lage sein, virtuelle Instanzen von Anwendungen zu erstellen und anschließend, ohne die Daten zu verschieben, ein zugreifbares Volume für die virtuelle Instanz zu erstellen. Ziel ist es, die Anwendung so schnell wie möglich in den Betriebsmodus zurückzusetzen. Wir gehen davon aus, dass dies eine unabdingbare Funktion ist.

Eine zweite wichtige Anforderung besteht darin, Daten aus primären Speicher- oder Sicherungsdaten in eine öffentliche Cloud, in eine Cloud, die von einem Serviceanbieter verwaltet wird oder eine vom Anbieter bereitgestellte Cloud zu replizieren.

Was bedeutet Recovery in Place?

Eine der Herausforderungen beim Wiederherstellen von Daten ist die Zeit, die benötigt wird, um diese Daten vom Sicherungsgerät zurück in den Primärspeicher zu übertragen. Zeit, der Feind von Wiederherstellungsaktionen, geht verloren, wenn Daten von der Disk-Appliance gelesen, über das Netzwerk übertragen und dann in den primären Speicher geschrieben werden.

Bei Recovery in Place handelt es sich um eine Sicherungsanwendungsfunktion, die den direkten Zugriff auf geschützte Daten ermöglicht, während sie sich noch auf dem Sicherungsspeicher befindet. Dadurch wird Übertragungszeit eingespart.

Einige DRaaS-Anbieter gehen bei der Wiederherstellung noch einen Schritt weiter, indem sie nicht nur das Volumen hosten, sondern auch die Anwendung selbst auf dem Backup-Server implementieren.

Während Recovery in Place ein Muss ist, sollte sichergestellt werden, dass der Backup-Speicher eine ausreichende Leistung liefern kann, während er für den Primärspeicher bereitsteht. Produkte, die auch Rechenressourcen für Anwendungen bereitstellen, müssen über genügend CPU-Kapazität verfügen, um während der Ausführung der Anwendungen eine angemessene Leistung zu liefern.

Warum DRaaS?

Die meisten Unternehmen, die DRaaS implementieren, sehen eine Verbesserung bei Data Protection und Wiederherstellungsfunktionen – vor allem in zwei Schlüsselbereichen: Erstens müssen sie kein zusätzliches Rechenzentrum mit Rechen- und Speicherkapazität für ein Szenario ausrüsten, das möglicherweise nie eintritt. Tatsächlich zahlt ein Unternehmen dem DRaaS-Anbieter einen Vorschuss für den Zugriff auf Rechenkapazitäten, wenn sie benötigt werden.

Die zweite Verbesserung besteht darin, dass Disaster-Recovery-Tests viel einfacher werden. Ohne DRaaS bedeutet DR-Testen häufig für das IT-Team ein Wochenende an einem externen Standort zu verbringen, um Disaster-Recovery-Tests manuell auszuführen. Mit DRaaS kann es so leicht wie ein Knopfdruck sein, der das Netzwerk isoliert und die Wiederherstellung startet.

Aktualisieren oder ersetzen

Die erste Entscheidung, die ein an DRaaS interessiertes Unternehmen treffen muss, ist, ob sie DRaaS zu den vorhandenen Vorkehrungen für Data Protection hinzufügen möchte oder ihr Backup-Tool durch ein DRaaS als integrierte Komponente ersetzen will.

DRaaS ist eines der wenigen Angebote für Data Protection, mit denen sowohl große als auch kleinere Katastrophenfälle bewältigt werden können.

Wir haben bereits erwähnt, dass Recovery in Place eine unverzichtbare DRaaS-Funktion ist. Da der bestehende Datenschutz als DRaaS-Angebot betrachtet werden muss, ist es wichtig, dass diese Funktion ebenfalls vorhanden ist.

Bestehender Datenschutz muss auch die Datenübertragung in die Cloud unterstützen. Dies bedeutet in der Regel, dass Sicherungssoftware in der Lage ist, Replikationsaufträge über eine S3-Verbindung (Amazon Simple Storage Service) zu senden. Diese Anforderung wird häufig erfüllt, wenn eine Appliance verwendet wird, die die Sicherung des Datenschutzprodukts auf einem NFS-Mount ermöglicht. Die Appliance überträgt die Daten dann mithilfe des S3-Protokolls in die Cloud.

Wenn das vorhandene Backup diese Kernfunktionen bereitstellt, ist die Grundlage für DRaaS vorhanden. Sobald sie in der Cloud ist, muss die Software in der Lage sein, die In-Place-Transformation der sekundären Daten zu unterstützen, damit Cloud-Computing darauf zugreifen kann. Dies ist ein Bereich, in dem die meisten älteren Datenschutzanwendungen nicht ausreichen. Sie können die Anwendung nicht umwandeln und gewähren Cloud-Computing-Zugriff. Der Kunde muss diesen Prozess manuell durchführen.

Vier Bereiche, auf die Sie bei DRaaS achten sollten

Achten Sie bei der Überprüfung von DRaaS-Anbietern, dass folgende vier Funktionen angeboten werden:

1. Wiederherstellungszeit und Wiederherstellungspunkt

Versprechen bezüglich RTO (Recovery Time Objective) und RPO (Recovery Point Objective) sind bei DRaaS-Anbietern sehr beliebt. Sie müssen die Prozesse der Anbieter untersuchen, um zu verstehen, was sie wirklich liefern können.

RPO ist die Menge an Datenverlust, die zwischen Backups entsteht. Die Einhaltung eines strengeren RPO erfordert häufigere Backups. Die meisten DRaaS-Angebote verwenden eine Image-basierte Sicherung, bei der nur die geänderten Blöcke in die Cloud übertragen werden.

Diese detaillierten Sicherungen minimieren die Auswirkungen der Sicherung auf die zu schützende Anwendung und den Server. Zudem verkürzen sie die Zeit im Sicherungsmodus. Dadurch können Backups häufiger durchgeführt werden, was deren Auswirkungen und den Zeitaufwand weiter reduzieren. Die meisten DRaaS-Angebote können Daten regelmäßig alle 30 Minuten, einige sogar alle 15 Minuten sichern.

RTO ist die Zeit, die zum Wiederherstellen einer Anwendung bis zu dem Zeitpunkt benötigt wird, an dem sich Benutzer anmelden und mit der jüngsten Datenkopie arbeiten können. Dies ist ein ausgezeichnetes Indiz für die Fähigkeit eines DRaaS-Anbieters, eine Recovery-in-Place-Technologie zu verwenden. Eine effektive Nutzung der Wiederherstellung an Ort und Stelle hält das RTO relativ kurz – etwa 15 Minuten. Anwendungen müssen nur als virtuelle Instanzen in der Cloud gestartet werden und dann auf die Daten in der Sicherung hinweisen.

Die Leistung kann jedoch schwinden, wenn Sicherungsdaten auf kostengünstigem, aber langsamem Speicher basieren. Aus diesem Grund sichern einige DRaaS-Anbieter Daten nicht in der Cloud, da sie die kostengünstige Speichervariante eines Cloud-Anbieters ist. Unternehmen müssen selbst entscheiden, was im Falle eines Zwischenfalls wichtiger ist: Entweder Geld bei  Backup-Speicherkosten sparen oder eine höhere Leistung liefern.

2. Kompletter Plattformschutz

Wenn Sie mit einem DRaaS-Anbieter arbeiten, ist es wichtig, dass der DRaaS-Ansatz das vorhandene Sicherungs-Tool ergänzt oder ersetzt. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder fügen Sie ein Tool hinzu, das Daten in die Cloud repliziert, oder Sie verwenden ein Cloud-Sicherungs-Tool, das vollständigen Plattformschutz bietet und das vorhandene Sicherungsprodukt ersetzen kann.

3. Hybride DRaaS

Sie müssen berücksichtigen, dass Zwischenfälle in ihrer Größenordnung variieren. Nicht alle Vorfälle betreffen das gesamte Rechenzentrum. Manchmal kann ein Ausfall auch ein Server- oder ein Speichersystemfehler sein. Beides sind zwar schwerwiegende Probleme, aber diese bedeuten keinen Totalausfall. Server- oder Speichersystemfehler sind zudem viel wahrscheinlicher als ein kompletter Verlust des Rechenzentrums.

Im Falle dieser kleineren Zwischenfälle dürfen die Funktionen in der Cloud nicht fehlschlagen. Um kleinere Ausfälle zu beheben, muss DRaaS in der Lage sein, seine Dienste in den Geschäftsräumen des Unternehmens auszuführen, wobei häufig eine lokale Appliance verwendet wird.

Die meisten DRaaS-Angebote verwenden eine solche Appliance als Startphase der Sicherung. Dazu werden Daten zuerst an die Appliance gesendet und dann an den externen Cloud-Standort repliziert.

Mit hybridem DRaaS können Kunden die Appliance verwenden, um im Falle eines kleineren Zwischenfalls mehrere Anwendungen zu hosten, wodurch Cloud-Latenz und potenzielle Netzwerk-Rerouting vermieden werden.

Ein hybrider DRaaS bedeutet auch eine schnellere Wiederherstellung, wenn eine fehlerhafte Komponente repariert oder ersetzt wird. Daten können über das lokale Netzwerk kopiert werden anstatt über eine Internetverbindung.

4. Zurück zum Normalzustand

Auch muss beachtet werden, wie das DRaaS-Angebot eine Rückkehr zum normalen Betrieb ermöglicht. Die Bedeutung von DRaaS besteht darin, dass Aktionen selbst dann in der Cloud fortgesetzt werden können, wenn das Rechenzentrum zerstört ist. Aber die meisten Unternehmen wollen keinen dauerhaften Betrieb in der Cloud. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass DRaaS-Anbieter diese Option anbieten. Angesichts dessen ist es wichtig zu verstehen, wie normale Aktionen wieder aufgenommen werden.

Disaster-Recovery-as-a-Service-Anbieter lassen in der Regel den Betrieb in der Cloud weiterlaufen, während Daten im Hauptrechenzentrum des Kunden wiederhergestellt werden. Nachdem die primäre Sicherungskopie übertragen wurde, ist eine schnelle Synchronisierung der Daten erforderlich, die während der ursprünglichen Wiederherstellung geändert wurden.

Diese Schritte müssen möglicherweise mehrmals wiederholt werden, bis die zu synchronisierenden Daten so klein sind, dass die Cloud-basierte Anwendung beendet werden kann, während die endgültige Synchronisierung durchgeführt wird. An dieser Stelle kann die Anwendung im neuen oder ursprünglichen Daten-Center neu gestartet werden.

Das Problem bei diesem Ansatz besteht darin, dass es abhängig von der Größe des Datensatzes Wochen oder sogar Monate dauern kann, bis die verschiedenen Iterationen, Prozesse des mehrfachen Wiederholens, der Daten zurück zum primären Datenzentrum gelangen. In dieser Zeit bezahlt das Unternehmen nicht nur für sein neues Rechenzentrum, sondern auch für Rechenzyklen in der Cloud.

IT-Planer sollten auf dem DRaaS-Markt nach Angeboten suchen, die eine Massenlieferung des ursprünglichen Datensatzes ermöglichen. In diesem Szenario werden die Daten an ein robustes NAS- oder Bandgerät übertragen, das an das Rechenzentrum der Organisation angeschlossen wird. Dieser Ansatz sollte die Wiederherstellungszeit und die Zeit, die die Organisation für Rechenzyklen in der Cloud zahlt, deutlich verringern.

Fazit

Letztlich ist es die Reichweite des Zwischenfalls, die darüber entscheidet, ob es sich um eine Katastrophe handelt. Ein Server- oder Speichersystemfehler scheint für das Unternehmen, das dies erlebt, eine große Rolle zu spielen, aber ein überflutetes Rechenzentrum ist ein viel größeres Desaster. IT-Planer müssen sich in der Realität auf beide Bereiche des Ausfall-Spektrums vorbereiten, große und kleine Zwischenfälle. Aber DRaaS ist eines der wenigen Datenschutzangebote, das das gesamte Spektrum abdecken kann.

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Nächste Schritte

Cloud-Failover-Konzepte mit DRaaS unterstützen

Nutzen Cloud-DRaaS-Anbieter Wechseldatenträger?

Wie man den passenden DRaaS-Provider wählt

 

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2017 aktualisiert

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