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Das sollten Sie bei der Entscheidung für Cloud Backup beachten

Bandbreite, Latenz und Sicherheit sind die wichtigsten Themen beim Vergleich von Cloud-Backup-Providern.

Heute ist Cloud-Backup zu einer Realität geworden. Unzählige neue Produkte in den vergangenen drei Jahren und Cloud-orientierte Angebote der klassischen Backup-Anbieter haben dafür gesorgt. Wollen IT-Spezialisten allerdings Cloud-Backup-Services vergleichen, müssen sie die verfügbaren Optionen sorgfältig abwägen, um das Produkt zu finden, das den Bedürfnissen ihrer Organisation am besten entspricht.

Universelle Kriterien

Es kommt vor allem auf drei Kriterien an, wenn ein Cloud Backup von Unternehmensdaten erfolgen soll:

Erstens ist die begrenzte Bandbreite der Internetverbindung zu beachten. Meistens ist das Thema Bandbreite dank der neuen Angebote, die oft auch datensparende Überragungstechnologien enthalten, nicht mehr so kritisch wie in der Vergangenheit. Zusätzlich wächst die verfügbare Roh-Bandbreite. So fließen Daten effizient auch über Verbindungen mit geringen Bandbreiten, und gleichzeitig legt die Bandbreite der verfügbaren Verbindungen kontinuierlich zu.

Das zweite wichtige Kriterium ist die Entfernung zum Cloud-Standort. Egal wie viel Bandbreite zur Verfügung steht – die Entfernung zwischen Unternehmen und Cloud-Standort, die zu einer entsprechenden Latenz führt, ist muss immer berücksichtigt werden. Denn die Daten können sich höchstens mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Der Einfluss der distanzbedingten Latenz lässt sich dadurch beseitigen, dass entweder die Produktion näher an die Cloud verlegt oder die Menge der Daten, die bewegt werden müssen, verringert wird.

Am wichtigsten werden Bandbreite und Latenz im Recovery-Fall. Denn dann muss eine große Datenmenge vom Cloud-Backup-Provider ans primäre Datenzentrum transportiert werden. Generell sollte die Entfernung vom Provider zum Kunden 100 km nicht überschreiten.

Drittens ist Sicherheit ein wichtiger Punkt. Die meisten Anbieter von Cloud-Backups verschlüsseln Daten während des Backup-Prozesses. Jeder Vergleich zwischen Cloud-Backup-Services sollte besonders sorgfältig und kritisch solche Produkte prüfen, die Daten auf dem Cloud Backup-Gateway vor Ort beim Kunden verschlüsseln und sie dann während der Übertragung und am Ziel verschlüsselt lassen.

Entscheidend ist hier die Frage, wer den Schlüssel verwaltet. Sind es die Anwender, entscheiden sie, ob die Daten verschlüsselt werden. Wenn ein Cloud-Backup-Provider den Schlüssel hat, kann er den Kunden besser im Backup-Management unterstützen und Zugriff auf die Daten gewähren, auch wenn der Anwender diesen mit niemandem teilen möchte.

Kombination aus on-Premise und Cloud Backup beschleunigt Recovery

Die meisten Cloud-Backup-Services besitzen recht gute Basisfunktionen für Data Protection. Dazu gehört der Schutz wichtiger Betriebssysteme wie Windows und Linux; Online-Backup-Support für wichtige Anwendungen wie Oracle, Microsoft SQL Server und Exchange und den Hypervisor, sei es VMware oder Microsoft Hyper-V.

Da die grundlegenden Schutzmechanismen vor Ort und in der Cloud gleichwertig sind, sollten IT-Spezialisten Services in Erwägung ziehen, bei denen einen Teil der Daten vor Ort und einen Teil in der Cloud gehalten wird. Die meisten Rechenzentren werden wohl niemals einen katastrophalen, vollständigen Ausfall erleben. Viel wahrscheinlich ist der Ausfall einzelner Server oder Speichersysteme. Wenn ein Cloud-Backup-Produkt wenigstens einen gewissen Anteil der Arbeitsdaten vor Ort hält, kann die Datenwiederherstellung weitaus schneller ablaufen.

Engpässe durch sinnvollen Datentransfer verhindern

Der Markt für unternehmenstaugliche Cloud-Backup-Lösungen wird allmählich ausgereift. Nun entwickeln sich verschiedene Verfahrensvarianten für den Transfer der Daten in die Cloud und das Management des Wiederherstellungsprozesses. Die meisten Anbieter schützen die Daten, indem sie sie zunächst auf einem Gerät vor Ort sichern. Bei der Übertragung der Daten in die Cloud nutzen sie Deduplizierung und Kompression. Dabei werden alle Daten zu einem einzigen Gerät geschickt, das dann die Daten überträgt. Dadurch wird dieses Gerät zu einem Engpass und einer Schwachstelle. Mit zunehmender Bandbreite wird die Fähigkeit der Software kritisch, noch nicht bekannte Daten zu erkennen und sie in die Cloud zu übertragen. Deshalb können die Transferraten beim Cloud-Backup sich zwischen einzelnen Produkten stark unterscheiden. Also lohnt es sich, nicht nur die Internetverbindung genau zu prüfen, sondern auch die Appliance vor Ort.

Einige Anbieter haben sich von Cloud-Backup-Gateways verabschiedet. Sie nutzen einen funktionsstarken Agenten, der auf jedem Server installiert wird. Dann senden alle Server ihre Daten direkt an die Cloud. Obwohl die Agentenlösung manche Rechenzentren verzögern kann, steigt die Leistung im Allgemeinen stark an, weil die Daten nur einmal übertragen werden und es keine singuläre Schwachstelle mehr gibt.

Disaster Recovery as a Service bietet universelle Datenwiederherstellung

Natürlich ist es eine wichtige Funktion von Cloud-Backup-Services, schnell saubere Kopien von Produktionsdaten ziehen zu können. Entscheidend für die Leistungsbewertung der meisten Backupprodukte ist allerdings die Fähigkeit, Daten und Arbeitsumgebungen schnell wieder herzustellen. Das ist ihre Achillesferse. Beim Wiederherstellungsprozess hilft Deduplizierung wenig, es kommt vielmehr darauf an, dass alle Daten rasch wieder verfügbar sind. Manche Anbieter bieten an, die zum Wiederanlaufen nötigen Daten physisch per Luftfracht oder Übernachttransport auszuliefern, aber Disaster Recovery as a Service (DRaaS) ist die interessantere Option.

Mit DRaaS können Organisationen ihre Applikationen in der Cloud des Providers wieder anlaufen lassen. Zwar braucht man immer noch Zeit, um die Daten anfangs in die richtige Position zu bringen, doch lässt sich eine Applikation mit DRaaS weitaus schneller wieder zum Laufen zu bringen. DRaaS ermöglicht Enterprise-Backup-Anbietern, diese letzte Hürde zu überwinden und Unternehmen eine wirklich sinnvolle Antwort auf ihre Nachfrage nach Cloud-basierendem Datenschutz zu liefern.

Mit DRaaS hat sich der Cloud-basierende Datenschutz daher zu einer Alternative entwickelt, die Unternehmen ernsthaft erwägen sollten. Hersteller entwickeln heute dafür kostengünstige Produkte, die viele der typischen Data Protection Probleme lösen, die für Unternehmen Kopfschmerzen verursachen.

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Artikel wurde zuletzt im September 2016 aktualisiert

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