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Hyperkonvergente Appliances: Wir erleichtern die Wahl

Die Entscheidung unter die hyperkonvergenten Appliances kann schwer fallen. Wir helfen Ihnen mit konkreten Entscheidungskriterien.

Anbieter von Appliances für hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI) gibt es bereits Dutzende und ständig kommen neue hinzu. Welche davon für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist, ist eine schwierige Entscheidung.

Wir haben sieben Kriterien erstellt, nach denen wir die wichtigsten HCI-Anbieter bewerten, um Ihnen die Auswahl zu erleichtern.

HCI soll es einfacher machen, Server und Storage auszurollen, zu betreiben und zu verbinden. Einige Produkte, die wir hier vorstellen, sind einfache Bausteine mit begrenzter Skalierung. Andere dagegen genügen höchsten Ansprüchen an Skalierung. Es gibt auch Angebote, die für bestimmte Einsatzzwecke zugeschnitten sind, etwa Datenbankzugang, virtuelle Desktop-Infrastrukturen (VDI), Serverkonsolidierung oder anderes.

Die Mehrheit der HCI-Hersteller bietet eigene Appliances oder solche, die sorgfältig geprüft worden sind und die Storage, Compute und Netzwerkfähigkeiten kombinieren. Eine Ausnahme ist Hewlett Packard Enterprise (HPE), das Software auf den hauseigenen Servern einsetzt. Die meisten Hersteller haben sowohl den Mittelstand als auch Konzerne als Zielgruppe.

Einfache und komplexe HCI-Appliances

Alle Angebote setzen gewisse IT-Fertigkeiten und Kenntnisse voraus, um sie zu verstehen und damit umzugehen. Wir bewerten das nötige Wissen, um Workloads mit Produkten zu verbinden.

VMware argumentiert, seine Produkte seien am einfachsten einzusetzen, weil es den Hypervisor kontrolliert und eine eigene eng integrierte Softwareschicht für die Storage bietet. Aber potenzielle Käufer müssen unter verschiedenen Hardwareangeboten auswählen. Dafür brauchen sie die Beratung durch ein Systemhaus oder durch die Hardwarehersteller selbst, um Systeme zu kombinieren oder sie müssen sich anhand einer vorgegebenen Liste orientieren.

HPE führt als Argument für die Einsteigerfreundlichkeit seines Angebotes ins Feld, dass es seine eigene Hardware einsetzt und enge Beziehungen zu den Hypervisor-Anbietern VMware und Microsoft unterhält. Aber die Zahl der verschiedenen Bausteine im HPE-Portfolio ist sehr groß. Es gibt eine Vielzahl von Optionen und die Kosten unterscheiden sich stark. HPE gibt sein Bestes, um Kunden bei der Kaufentscheidung zu beraten.

Scale Computing konzentriert sich auf den Mittelstand und die Elemente und Optionen sind wirklich einfach und leicht zu kombinieren.

Der Rest der HCI-Appliance-Anbieter liegt in der Mitte. SimpliVity, Stratoscale und Pivot3 sind eher einfach, während Maxta und HyperGrid (ehemals Gridstore) zusammen mit VMware, HPE und Nutanix eher komplex sind.

Klarheit und Verständlichkeit    

Wenn man sich in die Produkte einarbeitet, muss man sich durch verschiedene Informationsmaterialien hindurchwühlen, um die richtige Größe und Leistungsfähigkeit für die eigenen Bedürfnisse zu ermitteln. Dieses ist wohl der schwierigste Punkt bei der Entscheidung für ein HCI-Produkt.

Hier punktet erneut Scale Computing durch die Übersichtlichkeit seines Angebotes. Auch SimpliVity, Stratoscale, HyperGrid, Maxta und Pivot3 sind relativ klar und verständlich. HPE folgt als nächster, ist aber durch die Menge seines Angebotes gehandicapt. Nutanix und VMware bilden durch die Vielzahl der möglichen Optionen die Schlusslichter.

Bausteine und Kosten

Einige HCI-Appliances bestehen nur aus einer geringen Menge an Komponenten mit einem einfachen Preismodell. Andere bieten eine Vielzahl von Optionen und Auswahlmöglichkeiten für Server und Storage. In einigen Situationen ist ein Kalkulations-Tool des Herstellers die einzige Möglichkeit, Preise zu ermitteln.

Viele Hersteller wollen nicht einmal über Preise diskutieren, es sei denn für ein Workload eines spezifischen Kunden. Oft wird über Kosten erst geredet, wenn der Kunde sich für den Kauf entschieden hat.

Einmal mehr sticht Scale Computing mit einem einfachen Preismodell für die Bausteine eines Komplettsystems hervor. Das Einstiegsmodell von Scale Computing scheint mit etwa 25.000 Dollar deutlich preisgünstiger zu sein als die der meisten Wettbewerber.

SimpliVity und Pivot3 folgen mit Einstiegspreisen von etwa 50.000 bis 60.000 Dollar. Der Rest der Einstiegsangebote liegt zwischen 60.000 und 100.000 Dollar. 

HPE Kunden müssen sich in einer Vielzahl an Optionen zurechtfinden. Auch für VMware vSAN gibt es zahlreiche Auswahlmöglichkeiten. Käufer müssen zwischen vorgefertigten Optionen an Hardware mit vorinstallierter Software oder Hardware aus einer Kompatibilitätsliste wählen. SimpliVity, Pivot3 und Maxta bieten eine kleinere und übersichtlichere Auswahlliste. Nutanix, HyperGrid und Stratoscale liegen dagegen eher am oberen Ende der Skala, weil sie eine größere Sammlung an komplexen Bausteinen bieten.

Effizienz und Verwaltungsaufwand

Einige HCI-Produkte sind von der Architektur auf maximale Leitung für spezifische Hardware und Workloads ausgelegt. Andere dagegen sollen auf einer breiten Palette an Hardware lauffähig sein. In jedem Fall müssen bei der Anpassung an die eigenen Einsatzszenarien Kompromisse geschlossen werden. Deswegen ist es wichtig, im Proof of Concept (POC) zu testen, wie es sich mit tatsächlichen Workloads verhält. Das ist der einzige Weg, um zu erfahren, was man eigentlich in Wirklichkeit kauft.

Verschiedene Hersteller schmücken sich mit einer hauseigenen Kernel-based virtual Machine (KVM)-Variante. Der Open-Source-Hypervisor KVM ermöglicht den Verzicht auf eine VMware-Lizenz.  So bietet etwa Nutanix mit Acropolis ein KVM-Derivat. In der Praxis entscheiden sich viele Nutanix-Kunden aber trotz KVM für den Erwerb einer VMware-Lizenz.

Alle hyperkonvergenten Storage-Anbieter ziehen es vor, dass ihr Block-Level I/O über den Hypervisor läuft, anstatt sich auf virtuelle Dateisysteme zu verlassen. Diese Hersteller  behaupten, dass ihre Systeme so bedeutend schneller laufen als unter VMware oder Microsoft Hyper-V. Dazu zählen Scale Computing, Stratoscale, SimpliVity (in einigen Implementierungen) und Pivot3.

Andere wie HPE, Stratoscale, Maxta und HyperGrid laufen mit jedem Hypervisor. Sie beanspruchen eine höhere I/O-Leistung durch spezielle Treiber, die sie für VMware und Hyper-V entwickelt haben. VMware selbst nimmt für sich die Optimierung für alle Elemente des Hyperkonvergenz-Stacks in Anspruch (Hypervisor, Storage-Zugang, Betriebssystem und Anwendung).

VMware ist im Hyperkonvergenz-Markt vor allem dadurch bedeutsam, dass es mit einem Marktanteil von 70 Prozent bei Hypervisors Marktführer ist und auch einen großen Teil der Storage-Services kontrolliert, die darunter laufen. Die Wettbewerbsposition gegen VMware ist daher für die Bewertung anderer Hersteller wichtig. Dafür berufen sich diese Hersteller auf Datenblätter und Benchmarks und machen eigene Angaben. Das ist von großem Interesse für Kunden, die vor einer HCI-Anschaffung stehen. Solche Unternehmen, die bereits stark in VMware-Infrastrukturen investiert haben, werden wohl am ehesten auch bei HCI auf VMware setzen. Viele konkurrierende Hersteller bemühen sich daher, den Kunden Wege aufzuzeigen, wie sie die VMware Hypervisor und damit die „VMware Steuer“ umgehen können.

Support-Angebote

Um Support für HCI zu erhalten, müssen die Hersteller von Hardware, Hypervisors, Gastbetriebssystem, Anwendungen und Services in Betracht gezogen werden. Dazu kommen noch die Anbieter spezifischer Einsatzszenarien wie VDI, Serverkonsolidierung, Datenbank-Management, Big Data oder Web und Application Server.

HCI-Produkte unterscheiden sich in der Anzahl der involvierten Spieler. Auch die Supportkonditionen und Support-Typen sind verschieden. All dies muss bei einer Auswahl berücksichtigt werden. Alle HCI-Hersteller behaupten von sich, sie könnten alle anstehenden Support-Probleme lösen, ohne auf Dritte angewiesen zu sein.

Scale Computing, Pivot3 und HPE sind hier am glaubwürdigsten, weil sie zahlreiche Referenzen und Kundenbeispiele vorlegen können. SimpliVity, Stratoscale, HyperGrid und Maxta folgen. VMware und Nutanix bilden die Schlusslichter.

Es ist wichtig, dass Sie sich über die Supportangebote und Konditionen der Hersteller einen Überblick verschaffen. Im Laufe der Zeit können die Kosten für Support mit Leichtigkeit die Kosten für die Anschaffung der Hardware übertreffen. Dies gilt vor allem, wenn man auf Supportverträge verschiedener Hardware- und Software-Anbieter angewiesen ist. Letzteres ist oft der Fall.

Spezielle Funktionen und Fähigkeiten

Es gibt eine Menge Unterschiede und Optionen bei HCI Appliances. Einige Anbieter bieten vordefinierte Workloads für bestimmte Szenarien wie etwa Big Data oder Datenbanken. Andere Hersteller legen großen Wert auf Hardware- und Softwarekompatibilität. In einigen Fällen werden die Verkäufer sogar bereit sein, vorinstallierte Software und grundlegende Konfigurationen zu liefern, die dann nur noch mit lokalen Parametern und IP-Adressen angepasst werden müssen. Alle bieten die Möglichkeit, zusätzliche Compute- oder Storage-Kapazitäten zu liefern.

Einige bieten Umgebungen für spezifische Umgebungen und Workloads-Szenarien. HPE ist in dieser Hinsicht führend mit einer Fülle an Auswahlmöglichkeiten für Big Data, verschiedene Datenbanken und anderes. An diesem Punkt müssen aber alle Hersteller noch arbeiten, wenn sie stärker auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen wollen.

Die größten Implementierungen können HPE, VMware und Stratoscale vorweisen. Am anderen Ende der Skala agiert Scale Computing, wo bei acht Appliances der Schlussstrich gezogen wird, abgesehen von einigen VDI-Szenarien.           

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Nächste Schritte

Das sind die Hauptakteure im Hyperkonvergenz-Markt.

Grundlagen: Definition von hyperkonvergenten Appliances.

Acht Fragen vor der Kaufentscheidung an Hersteller hyperkonvergenter IT.

Storage- und Compute-Skalierung als Herausforderung hyperkonvergenter IT.

Artikel wurde zuletzt im September 2016 aktualisiert

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