Übersicht: So finden Sie das richtige Daten-Backup-System

Plattformen für das Daten-Backup wirken auf den ersten Blick funktional ähnlich, also ist eine genaue Analyse von Details der Funktionsausstattung und Leistung bei der Auswahl unumgänglich.

Ein optimales Daten-Backup-System für die individuellen Bedürfnisse jeder Organisation soll vor allem deren spezifische...

Backup-Anforderungen erfüllen. Obwohl viele integrierte Backup-Appliances ähnliche Funktionen besitzen, helfen die folgenden Beschreibungen einzelner wichtiger Produkte bei deren Einschätzung.

Arcserve

Unified Data Protection oder UDP 6.5 ist Arcserves wichtigste Backup-Plattform. Es gibt sie als Software oder als integrierte Backup-Appliance in mehreren Ausführungen. Die unter der Marke UDP 8000 vertriebene Produktserie umfasst vier Modelle, die eine Höheneinheit (8100 und 8200) oder zwei Höheneinheiten (8300 oder 8400) benötigen.

Das Einstiegsmodell 8100 kommt mit 6 TByte Rohkapazität, davon 120 GB Flash-SSD. Die Highend-Lösung 8400 hat 80 TB Rohkapazität, davon 1,2 TB auf SSDs. Als lokaler Datenschutzmechanismus wird bei den Modellen 8100 und 8200 RAID 5 eingesetzt, RAID 6 bei den Modellen 8300 und 8400. Die Systeme können mit zusätzlichen Expansions-Disk-Shelves und mit DRAM als Arbeitsspeicher erweitert werden. UDP-Appliances bieten dieselben Funktionen wie die UDP-Software. Dazu gehören vorinstalliert die globale Daten-Deduplizierung an der Quelle, Replikation und Hochverfügbarkeit. Andere, beim Appliance-Modell weniger wichtige Funktionen sind optional, beispielsweise volles Tape-Backup und HPE- oder NetApp-Hardware-Snapshots.

Arcserve UDP-Systeme können mit der Funktion Recovery Point Server Daten aufeinander und auf die Public Cloud replizieren. Virtuelle Maschinen (VM) werden mit der Funktion Instant Virtual Machine schnell wiederhergestellt. Damit kann eine virtuelle Maschine direkt auf der Appliance laufen.

Barracuda Networks

Barracuda Networks bietet eine Reihe integrierter Backup-Appliances entweder als Hardwareprodukte mit Verschlüsselung oder als virtuelle Appliances an. Verschlüsselte Systeme nutzen selbstverschlüsselnde Laufwerke, die, sobald sie aus dem Serverchassis entfernt werden, nicht mehr lesbar sind.

Barracuda hat 12 Modelle von Daten-Backup-Appliances im Programm. Das untere Ende bildet Barracuda Backup 190 mit 1 TB nutzbarer Kapazität im Desktop-Format. Das leistungsfähigste Gerät der Plattform ist das Modell Backup 1090, ein 4U-Server mit 112 TB nutzbarer Kapazität und lokalem RAID-Schutz.

Die verwendeten RAID-Versionen hängen vom Level des Modells ab und reichen von RAID 1 bei den kleineren Systemen bis zu RAID 10 und RAID 50 bei den Systemen mit der größten Kapazität. Verschlüsselte Appliances gibt es ebenfalls in mehreren Ausführungen: vom Einstiegsmodell Backup 6090 mit 12 TB bis zu den vier Modellen von Backup 10090, die je 96 TB Kapazität enthalten. Die virtuelle Appliance unterstützt Microsoft Hyper-V, VMware vSphere sowie Cloud-Deployments mit AWS und Barracudas Cloud-Plattform.

Barracudas Backup-Geräte skalieren nicht horizontal, bieten aber eine Reihe von Optionen. Alle Modelle unterstützen die Standardfunktionen globale Inline-Deduplizierung, die Wiederherstellung physischer als virtuelle Maschinen, LiveBoot vor Ort und auch in der Public Cloud sowie die Replikation von Backup-Daten in die Public Cloud. Mit der Funktion LiveBoot können Anwender eine virtuelle Maschine sofort auf der Barracuda-Plattform booten.

Alle Appliances werden über dasselbe Portal verwaltet. Der Preis richtet sich nach Appliance-Modell und Kapazität. Alle Funktionen und Basis-Support werden mitgeliefert.

Optionale, kostenpflichtige Funktionen sind beispielsweise Cloud-Storage, das über Barracudas Cloud-Storage-Portal angesprochen wird, und der Schutz von Softwareservices (SaaS) wie Microsoft 365. Auch Instant Replacement gehört zu den angebotenen Services: bei katastrophalen Zwischenfällen wird die Appliance am nächsten Geschäftstag kostenlos ersetzt, wobei die Daten von der Barracuda Cloud bereits aufgespielt wurden.

Cohesity

Cohesitys integrierte Backup-Appliances basieren auf einer hochskalierungsfähigen, knotenbasierten Architektur, die das Unternehmen als hyperkonvergentes Sekundärstorage beschreibt. Kunden können zwischen Hardware mit Cohesity-Label oder Servern von HPE, darunter Proliant DL 360, und Servern von Cisco (UCS) wählen.

Die Array-Serie Cohesity C2000 gibt es in vier Konfigurationen. Das Einstiegsmodell C2105 besitzt vier Knoten mit je sechs TB. Das High-End-System C2606 hat ebenfalls vier Knoten, aber mit jeweils 30 TB. Weil Cohesity eine hyperkonvergente Architektur statt der traditionellen Architektur mit zwei Controllern verwendet, braucht man eine Minimalkonfiguration von vier Knoten, um Daten im gesamten Cluster zu schützen. Erasure Coding ist auf allen Knoten implementiert, so dass sich der Cluster durch das bloße Hinzufügen von Hardware erweitern lässt. Das verteilte File-System bietet globale Deduplizierung und Kompression, um die Datenvolumina der Backup-Images zu optimieren.

Die Cohesity-Plattform unterstützt eine Reihe von Storage-Protokollen, darunter NFS, SMB und Simple Storage Service (S3). Dadurch lässt sich die Plattform als Storage-Target verwenden. Die Backup-Integration funktioniert für eine ganze Reihe von Hypervisoren, darunter VMware vSphere, Microsoft Hyper-V und Nutanix AHV, und für Datenbankplattformen wie Oracle oder Microsoft SQL Server.

Cohesity DataPlatform ist die Software, die die Appliance steuert Sie ist als virtuelle Appliance für Niederlassungen, Zweigstellen (ROBO) oder Anwendungen im Edge verfügbar. DataPlatform ist zudem als Public-Cloud-Instanz erhältlich. IT-Organisationen können so mit der Funktion Cloud Archive Daten in der Cloud sichern oder für das Disaster Recovery nutzen. Cloud-basierte Daten lassen sich mittels der Funktion CloudReplicate auch für Test, Entwicklung und analytische Zwecke verwenden.

DataPlatform inregriert sich über die Funktion SAN Protect nativ mit Pure Storage FlashArray/M und FlashArray/X. Die Funktion arbeitet direkt mit Volume-Snapshots. Eine ähnliche Funktion, NAS Protect, ist für Pures FlashBlade verfügbar. DataPlatform ist auch mit NetApp Storage-Appliances integrierbar.

DataPlatform stellt virtuelle Maschinen mit der Funktion DataProtect sofort wieder her. Sie können direkt auf der Appliance laufen. Dabei ist die Zahl der virtuellen Maschinen, die gleichzeitig wiederhergestellt werden können, unbegrenzt.

Commvault

Commvault hat Appliances unter der Marke HyperScale eingeführt. Der Hersteller liefert Hard- und Software für HyperScale und verkauft zudem über Hardwarepartner. Kunden erhalten die Lösung auch bei Cisco, wo sie unter der Marke ScaleProtect auf UCS läuft. Oder sie erwerben die HyperScale-Produkte als Referenzarchitektur bei Herstellern wie HPE. Mit seinem Scale-Out-Konzept erfordert HyperScale mindestens drei Knoten und wächst in Drei-Knoten-Schritten. Statt ein komplett neues Scale-Out-File-System zu entwickeln, ist Commvault eine Partnerschaft mit Red Hat eingegangen. Auf den Appliances laufen daher RHEL und das GlusterFS-Dateisystem.

Die individuellen Knotenkapazitäten skalieren von 16 TB bis 40 TB Rohkapazität pro Knoten, dazu kommen 150 GB Flash-Storage und 2 TB NVMe-PCI-SSD, um die Backup-Datenbank und den Index-Cache zu speichern. Jeder Knoten hat 96 GB DDR4-RAM.

Die Commvault Data Platform ist die Basis von Hyperscale. Sie unterstützt alle wichtigen Standard-Hypervisoren, Public-Cloud-Plattformen und bekannten Datenbanken. HyperScale-Software erkennt Applikationen wie Oracle, SAP, Microsoft Exchange und SharePoint sowie SaaS-Backups von Office 365.

Anwender, die ihre bestehenden Langfrist-Backups beibehalten wollen, können Daten von den Hardwareplattformen mit Commvault-Software auf eine Appliance migrieren. So bleibt die Datenkonsistenz erhalten, wenn sie von einer Do-it-Yourself-Lösung auf ein Appliance-basiertes Modell umsteigen.

Die HyperScale-Appliance wird abonniert. Commvault erneuert die Hardware bei einer Verlängerung der Subskription kostenlos.

Dell EMC

Dell bietet vier Backup-Appliances unter der Marke Integrated Data Protection Appliances (IDPA) an. Die Produkte skalieren vom kleinsten Modell DP5300 mit maximal 130 TB nutzbarer Kapazität bis zum Spitzenmodell DP8800 mit einer nutzbaren Maximalkapazität von 1 PB. IDPA wird al sein 40U-Rack geliefert, was die Installation in kleineren ROBO-Umgebungen erschweren dürfte.

Der Preis der IDPA-Lösungen richtet sich nach ihrem Durchsatz beziehungsweise der Geschwindigkeit, mit der sie Daten aufnehmen, und nach der Kapazität. Dieses Modell steht der Produkte von Dell EMC, darunter Networker, Avamar und Data Domain, Diese Produkte wurden entwickelt, um ein hohes Maß an Deduplizierung sowie eine breite Palette an Anwendungs- und Hypervisor-Backup-Unterstützung für vSphere und Hyper-V zu bieten. Zu den unterstützten Datenbanken gehören Oracle, SAP, SQL Server, Sybase, MySQL, MongoDB und IBM DB2. Microsoft SharePoint und Exchange, Hadoop-Umgebungen und Dell EMCs Data Warehouse Greenplum lassen sich ebenfalls sichern.

Rubik

Rubik bietet eine Reihe von Hardware- und Software-Backup-Appliances an. Es gibt fünf Hardwaremodelle vom Einstiegsmodell R334 mit drei Knoten und 36 TB Kapazität bis zum R3410 mit vier Knoten und 120 TB Kapazität. R528 ist eine Spezialkonfiguration für Umgebungen mit verschärften Sicherheitsanforderungen wie Compliance mit Federal Information Processing Standards (FIPS) 140-2. Rubik-Produkte sind auch auf Hardware einiger Serverhersteller, darunter HPE, Cisco und Lenovo, erhältlich.

Das die Basis der Produkte bildende Scale-Out-Filesystem von Rubik wird über alle Knoten eines Clusters verteilt. Es ermöglicht Funktionen wie regelbasierte Backup-Definitionen, Analytics und Sofortsuche. Alle wichtigen Hypervisor-Plattformen sind einbezogen, darunter vSphere, Hyper-V und Nutanix AHV. Zu den unterstützten Datenbanken gehören Oracle und Microsoft SQL. Dazu kommt das Backup von Windows- und Linux-Systemen. Die Rubik-Plattform ist mit Pure Storage FlashArray/X und FlashArray/M integrierbar, um volumenbasierte Snapshots zu erzeugen und zu sichern.

Rubik Edge arbeitet auch in ROBO-Umgebungen und bietet alle Funktionen und Plattformen der physischen Appliance. Rubik unterstützt zudem eine Cloud-Instanz der Software. Damit können Daten in die Public Cloud repliziert und dort wiederhergestellt werden. IT-Organisationen können Daten ohne eigene Hardware direkt in die Cloud sichern oder die Cloud einfach als erweitertes Repository für die Langzeitaufbewahrung von Backup-Daten nutzen.

Auf der Rubik-Plattform laufen wiederhergestellte VMs wie auf der Hardware-Appliance. Die Funktion LiveMount unterstützt auch Microsoft SQL Server.

Unitrends

Unitrends verkauft 12 Appliance-Modelle für das Daten-Backup. Sie gehören zur Recovery-Produktserie. Das kleinste Modell, 502, hat 2 TB Rohkapazität und steckt in einem 1U-Kurzchassis. Das größte Modell, 946S, misst 4U und besitzt 180 TB Rohkapazität. Acht der S-Modelle können zusätzlich mit NAND-Flash-SSDs ausgerüstet werden. Eine virtuelle Appliance kann auch auf der Hardware des Anwenders, als VM oder in der Public Cloud laufen.

Unitrends Backup-Software arbeitet mit Linux, Windows, MacOS und Unix-Varianten zusammen, darunter HP-Unix, Solaris, AIX, FreeBSD und IRIX. Die Geräte unterstützen weiter die Anwendungen Exchange und SQL Server, SharePoint und Microsoft Active Directory; dazu kommen die Hypervisoren VMware vSphere, Microsoft Hyper-V und Xen Server, die Datenbanken Oracle, MySQL und Postgres sowie schließlich IBM Notes. Damit ist die Plattformunterstützung des Produktes möglicherweise die umfassendste im Markt.

Unitrends bietet Cloud und Disaster Recovery as a Service (DRaaS) auf die private Backup-Umgebung Unitrends Cloud an. Außerdem ist die Appliance in AWS und Microsoft Azure integriert. Die sofortige Wiederherstellung von VMs und physischen Backups gibt es von physisch auf virtuell, von virtuell auf virtuell und von virtuell auf physisch.

Besteht eine aktive Support-Vereinbarung, tauscht Unitrends die alte Appliance gegen eine neuere Version des gleichen Modells aus.

Veritas Technologies

Veritas bietet vier Appliance-Modelle an: die NetBackup Virtual Appliance, die NetBackup Appliance 5240 sowie die größeren Systeme NetBackup 5330 und 5340. Das Unternehmen hat seine Appliances um das Master- und Medienserver-Modell herum konzipiert, auf dem die NetBackup-Plattform basiert. Ein Master-Server verhält sich als Datenbank, Metadaten-Speicher und Scheduler, die Medienserver übernehmen das eigentlichen Backup der Daten. Diese Architektur bietet Skalierbarkeit für große Umgebungen. Die Virtual Appliance und die Modelle 5330 und 5340 eignen sich nur als Medienserver, während 5240 Medien- oder Master-Server sein kann.

Die 5240-Appliance steckt in einem 2U-Gehäuse, das von 4 TB mit höchstens sechs Erweiterungs-Shelves auf maximal 294 TB skaliert. Die größere Appliance 5330 skaliert von 229 TB bis auf 1,27 PB, das Modell 5340 von 120 TB bis auf 1,92 PB. Die Systeme 5330 und 5340 sind auch in einer Doppelkonfiguration für Hochverfügbarkeitsumgebungen erhältlich.

Die NetBackup-Software arbeitet mit Windows, Linux und Unix als nativen Betriebssystemen, den Hypervisoren vSphere und Hyper-V sowie den Datenbanken Oracle, IBM DB2, Microsoft SQL Server, MySQL und SAP zusammen. Bei den Plattformen von Dell EMC, HPE, Hitachi, IBM und NetApp ist die direkte Integration von Snapshots der Storage Arrays möglich.

Mit NetBackup kann man Daten auch in die Public Clouds von AWS, Microsoft Azure und Google sichern. Bevor sie in der Cloud gespeichert werden, lassen sich die Daten mit NetBackup CloudCatalyst deduplizieren.

Anmerkung der Redaktion: Nach umfassenden Recherchen zum Backup-Markt hat sich die Redaktion auf integrierte Backup-Appliances konzentriert, die aus Hard- und Software des selben Anbieters bestehen. In unsere Untersuchung haben wir Daten aus TechTarget-Studien und Berichte anderer bekannter Marktforschungsunternehmen einbezogen.

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Artikel wurde zuletzt im August 2018 aktualisiert

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