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Flash-First-Arrays steigern Kosteneffizienz

Der Hype um All-Flash-Arrays ist übertrieben. Im Fokus stehen sollte eine Mischung aus Flash und Festplatte in einem Flash-First-Array, bei dem Kosteneffizienz im Mittelpunkt steht.

All-Flash-Arrays sind angesagt. Die Anbieter preisen die Wachstumsraten und Verkaufszahlen bei All-Flash-Arrays und damit sich selbst.

So lenken sie gerne vom schrumpfenden Gesamtmarkt ab. Das ist ähnlich wie bei Politikern, die sich damit brüsten, das Defizit zu senken, während es in Wirklichkeit von Jahr zu Jahr steigt.

Nächster Schritt Flash-First

Der Hype um All-Flash verführt die Anbieter zu seltsamen Dingen. Um in diesem Markt mitgezählt zu werden, schnüren sie Produktbündel (SKUs), die künstlich auf All-Flash getrimmt werden.

Arrays mit einer Mischung aus Flash und Festplatten werden dagegen ignoriert. Wäre es nicht besser, diese als Flash-First oder Flash-optimiert zu bezeichnen, um deutlicher zu machen, dass es sich dabei um eine sinnvolle Konfiguration handelt? Das würde jedenfalls die Produktkategorien vereinfachen.

Warum sollten Kunden bestraft werden, wenn sie zu einem Array Festplatten hinzufügen wollen, um Kosten zu sparen? Angesichts der Knappheit bei SSDs ist dies eine sinnvolle Variante zur Kapazitätserweiterung.

Auch All-Flash-Arrays können davon profitieren, wenn sie eine eingebaute Möglichkeit zum Tiering bieten. Dabei geht es nicht nur um das Tiering von Flash zu Festplatten, sondern auch von schnellem zu langsamerem Flash.

Mit neuen Technologien wie NVMe, Intel Optane und 3D Xpoint bietet sich den Anbietern von Arrays die Möglichkeit, Flash-Varianten und Festplatten auf SAS- und SATA-Basis zu mischen. 

Einige SSD-Hersteller bieten bereits Kapazitäten von 16 TB für 2,5 Zoll SSDs oder 60 TB für 3,5 Zoll SSDs. Um diese Kapazität effektiv zu nutzen, benötigen langsamere SSDs effektiveres Tiering.

Ein so für Flash optimiertes Array könnte eine neue Variante eines hybriden Arrays werden.

Worauf Sie bei Flash-First-Arrays achten sollten

Ich würde vorschlagen, die künstliche Grenze zwischen hybriden und All-Flash-Arrays aufzugeben und noch von Flash-First-Arrays (FFA) zu reden. Diese würden definiert als von der Architektur für Flash ausgelegt und optimiert mit einzigartigen Möglichkeiten, die nur Flash bietet.

Wenn Kunden die Fähigkeiten solcher Systeme bewerten wollen, sollten sie folgende Fragen stellen:

  1. Baut das Array auf einer Flash-First-Architektur auf?
  2. Wenn das der Fall ist, welche Funktionen sind dann nur mit Flash und nicht mit Festplatten möglich?
  3. Wird Inline-Deduplikation unterstützt?
  4. Werden fortschrittliche Metadatentechniken und Analyse geboten?
  5. Gibt es die Fähigkeit zum Scale-Out, ohne die Latenz zu beeinträchtigen?
  6. Unterstützt das Flash-First-Array Tiering, um Kosten zu reduzieren und eine breite Spanne an Workloads zu unterstützen?
  7. Kann das Tiering von Flash auf Festplatte erfolgen?
  8. Ist das Tiering zu Cloud Storage möglich?
  9. Werden gemischte Umgebungen aus hybrid und All-Flash unterstützt?
  10. Ist die Architektur bereit für NVMe und eine Mischung aus schnellem und langsamem Flash?
  11. Wird der Mehrwert einer Mischung aus schnellem und langsamem Flash genutzt?

Am Kundenbedarf orientieren

Hybride Fähigkeit sollte ein wichtiges Merkmal von Flash-First-Arrays sein. Die Anbieter von All-Flash-Arrays können die Vorzüge einer Mischung von Medientypen nutzen und nicht dafür bestraft werden, dass sie nicht in ein angesagtes Schema passen.

Dass Flash-optimiertes Storage Vorzüge gegenüber älteren Strukturen genießt, muss hier nicht mehr erörtert werden. Der Hype um immer neuere Technologien sollte gegenüber einer Optimierung der vorhandenen Workloads zurückgestellt werden.

Die Hersteller sollten nicht mit neuen Produktpaketen die Kunden verwirren, sondern Flash-First-Arrays kosteneffektiv und einfach gestalten. Der Markt für externe Arrays schrumpft, aber nicht eine Konzentration auf All-Flash wird dies ändern, sondern bessere und kosteneffektivere Produkte. 

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Artikel wurde zuletzt im März 2018 aktualisiert

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