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Kunden haben die Möglichkeiten noch nicht erkannt, die All-Flash Arrays bieten

Der Markt für All-Flash-Arrays wächst sehr stark. Der von diesen angebotene Funktionsumfang übertrifft gegenwärtig noch die Nachfrage der Kunden.

Henry Ford wird häufig dieses Zitat zugeschrieben: „Hätte ich meine Kunden gefragt, was sie wünschen, hätten sie geantwortet: ein schnelleres Pferd.“ Während es ziemlich unwahrscheinlich ist, dass Ford dies tatsächlich gesagt hat, kann man dieser Aussage trotzdem einen wahren Kern entnehmen: Wirkliche umwälzende Erfindungen entstehen häufig unabhängig von dem, was die Kunden eigentlich wollen.

Die Landschaft der IT-Technologie hat in den letzten paar Jahren vielfältige Innovationen erlebt – so auf dem Markt für All-Flash-Arrays sowie bei der Cloud und konvergenten Produkten, die schnell Marktanteile gewonnen haben. Obwohl einige dieser neuen Produkte und Services bestimmte Bedürfnisse ansprechen oder partielle Fortschritte repräsentieren, sind andere in einem grundsätzlicheren Sinne umwälzender. Es sind diese mehr revolutionären Technologien, die größere Chancen für IT-Führungskräfte schaffen.

Diese neuen Möglichkeiten ergeben sich nicht nur aus den ureigenen Vorzügen dieser Technologien, sondern haben sehr viel zu tun mit der erforderlichen Lernkurve, um diese Vorzüge auch wirklich zur Geltung zu bringen. Mit anderen Worten, wenn eine wirklich umwälzende Technologie erscheint, verstehen nur wenige sofort, wie man das Meiste aus ihr herausholt. Diejenigen, die es jedoch schaffen, werden den größten Nutzen daraus ziehen. Eine umwälzende Technologie, die bestimmte Kundenanforderungen zu übertreffen scheint, besteht in der hohen Verdichtung, die mit All-Flash-Arrays möglich wird.

All-Flash punktet mit hohen Dichten

Während des letzten Jahres haben mehrere führende Hersteller von Flash Storage neue All-Flash-Systeme mit sehr dichten und massiven Kapazitäten herausgebracht. Der Begriff Dichte meint hier mehr Kapazität auf weniger Stellfläche. Die Produkte eignen sich besonders für Workloads an File-Storage und unstrukturierten Daten. Sie haben die Fähigkeit, mehrere Petabytes an Daten in nur wenigen Rack-Einheiten speichern zu können. Diese Arrays profitieren von den fallenden Preisen für Flash-Komponenten und liefern einen neuen Grad an Kosteneffizienz für Flash-Kapazitäten. Wenn sie mit Produkten aus dem traditionellen Markt für All-Flash-Arrays zusammengepackt werden, können sie in vielen Fällen genug Flash-Speicher liefern, um ein ganzes Rechenzentrum in weniger als einem ganzen oder sogar einem halben Rack unterzubringen.

Ich wurde kürzlich in einer Diskussion über diese neuen Produktversionen auf dem Markt für All-Flash-Arrays gefragt: „Braucht jemand tatsächlich so viel Flash-Storage?“ In der Regel reagiere ich etwas spöttisch bei solchen Fragen, weil ich mich noch immer daran erinnere, wie man mir vor Jahren sagte, ich könnte niemals die ganze Kapazität der 1-GB-Festplatte meines Notebooks aufbrauchen. Dennoch sind solche Fragen nicht ganz ohne Grund.

Als die Enterprise Strategy Group (ESG) eine Umfrage unter Storage-Anwendern darüber durchführte, welcher Prozentsatz ihrer Workloads eine Performance auf Flash-Niveau erfordert, wählte niemand „größer als 50 Prozent“. Dieses Ergebnis ergab sich trotz der Fülle an Vorteilen, die die Befragten an ihren bestehenden Flash-Installationen rühmten. Die Vorteile gehen über die reine Performance von Anwendungen hinaus und betreffen Faktoren wie gestiegene Ressourcenauslastung, verbesserte Betriebsausgaben und niedrigere Gesamtbetriebskosten (TCO).

Heute bieten die neuen sehr verdichteten Storage-Systeme in dem All-Flash-Markt die Möglichkeit, diese Vorteile auf die Workloads von unstrukturierten Daten zu erweitern. In der Tat könnte es ihnen sogar gelingen, ein praktisches und kosteneffektives All-Flash-Rechenzentrum zu liefern, das niemand wirklich haben will, zumindest wenn man den aktuellen Umfragen schenkt. Ich bin jedoch sicher, dass zu Zeiten der beginnenden Autoproduktion viele Leute noch sagten, ihr Pferd würde ihnen genügen.

Dem Markt voraus

Ich hatte vor kurzem die Gelegenheit, mit einigen Produkt-Managern zu sprechen, die diese verdichteten All-Flash-Arrays konzipiert haben. In diesen Gesprächen gaben manche von ihnen offen zu, dass diese Art von Arrays der aktuellen Marktnachfrage etwas voraus sei. Während solche Aussagen womöglich den eigentlichen Bedarf für All-Flash-Systeme verkleinern, glaube ich, dass das Gegenteil der Fall ist.

Wir stehen noch am Anfang, die Früchte der Flash-Technologie zu ernten. IT-Abteilungen benutzten zunächst Solid-State-Storage dazu, I/O-Latenzen zu verringern und die Leistung von Anwendungen zu verbessern. Mit der Zeit entdeckten sie einige der mehr in die Tiefe gehenden Vorteile dieser Speichertechnologie: Dazu gehört zum Beispiel die Tatsache, dass Flash den durch traditionelle drehende Festplatten entstandenen Engpass abmildert und so das verbleibende Ökosystem in die Lage versetzt, mehr zu tun und effizienter zu laufen. Das Resultat dieser Entwicklung besteht in einer allgemeinen Verbesserung der TCO, wie sie in einer Umfrage der ESG festgestellt wurde.

Die Fortschritte erstrecken sich darüber hinaus auch auf die Effizienz von Geschäftsprozessen (zum Beispiel dauern Datenbankanfragen statt eines ganzen Wochenendes nur noch eine Stunde oder weniger), was den Unternehmen mehr Einblicke in ihre Daten eröffnet, um so Vorteile über die Konkurrenz zu erzielen. Anders gesagt, in dem Masse, in dem die Unternehmen den ganzen Nutzen der All-Flash-Technologie für sich selbst und ihre Geschäftsprozesse erkennen, wird sich auch ihr eigener Wert erhöhen. Ich glaube nicht, dass sich das auch nur annähernd herumgesprochen hat.

„Wirkliche umwälzende Erfindungen entstehen häufig unabhängig von dem, was die Kunden eigentlich wollen.“

Scott Sinclair, Enterprise Strategy Group

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Was unstrukturierte Data Workloads angeht, müssen wir noch die optimale Herangehensweise herausfinden. Für Business Intelligence (BI) und Analytik können diese Arrays große Kapazitäten auf Low-Latency-Storage bereitstellen, was die verfügbare Datenmenge für Analysezwecke deutlich erhöht. Für Biowissenschaften können diese Storage-Systeme dabei helfen, die Geschwindigkeit für Genom-Untersuchungen dramatisch zu erhöhen. Für andere Branchen gibt es ebenfalls eine Fülle von Anwendungsmöglichkeiten, zum Beispiel bei der Medien- und Unterhaltungsindustrie sowie bei der Erkundung von Rohstoffvorkommen. Der Zugang zu großen Kapazitäten an günstigem High-Performance-Speicher könnte die Projektzeiten deutlich reduzieren und somit direkt die Gewinne erhöhen.

Die IT-Abteilungen experimentieren noch damit, die besten Methoden für den Einsatz der neuen All-Flash-Systeme bei unstrukturierten Workloads herauszufinden, aber es wird wahrscheinlich noch eine Weile dauern, bis die Unternehmen in der Lage sein werden, aus den neuen Prozessen wirklichen Mehrwert herauszuziehen. Dieses Zeitfenster stellt eine enorme Gelegenheit für einzelne Firmen dar, sich bei dem Übergang zu All-Flash-Infrastrukturen zu profilieren und gegenüber der Konkurrenz Vorteile zu erlangen.

Um auf unseren Automobilvergleich zurückzukommen: Landwirtschaftliche und industrielle Betriebe, die sich für mechanische Innovationen begeistern konnten, waren ihren zurückhaltenden Konkurrenten einige Schritte voraus. Unternehmen brauchen also wirklich All-Flash-Storage, auch wenn sie das womöglich noch gar nicht wissen sollten.

Über den Autor:
Scott Sinclair ist Storage Analyst der Enterprise Strategy Group.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

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