Migration von lokalem Speicher auf Cloud Storage

Wenn ein Unternehmen von lokalem Storage auf Cloud-Speicher umstellen will, können dabei Probleme mit bestehenden Anwendungen entstehen. Es gibt drei Migrationsmethoden.

Unternehmen migrieren lokalen Speicher aus mehreren Gründen in eine Cloud-Storage-as-a-Service-Umgebung. Die Migration kann aufgrund einer Fusion oder Übernahme, bei der Daten aus einer anderen Organisation in eine neue oder vorhandene Umgebung migriert werden müssen, zwingend sein, oder weil ein Geschäftssegment verkauft wurde, so dass der Speicher anderswohin migriert werden muss. Cloud-Dienste senken die Kosten, erhöhen die Flexibilität und gewährleisten in einigen Fällen eine bessere Leistung.

Die Migration kann auf drei Arten erfolgen: Big Bang, parallel und schrittweise. Sehen wir uns die Vor- und Nachteile jeder Art an.

Big-Bang-Migration

Big-Bang-Migrationen verschieben Daten in den neuen Speicherort und leiten Benutzer umgehend zum Datenzugriff an anderer Stelle. Es ist das sprichwörtliche Abreißen der Notlösung, bei der jeder mit einem Mal etwas Neues beginnt, anstatt langsam zu migrieren. Die Frustrationen, die bei jeder Migration unvermeidlich sind, sind stark, aber man bekommt sie in einer begrenzten Frist (hypothetisch gesprochen) aus dem Weg. Die Kosten werden oftmals niedriger und man muss nicht mit Zwischenlösungen arbeiten oder gleichzeitig zwei Betriebssysteme verwenden.

Die schlechte Nachricht ist, dass Big-Bang-Migrationen einem hohen Risiko ausgesetzt sind. Ein Fehler kann zu langen Ausfallzeiten und starker Frustration führen, wenn Benutzer auf einmal in ein neues System gedrängt werden. Big-Bang-Migrationen können gut funktionieren, wenn Unternehmen nur kleine Datenmengen verschieben oder wenn Daten von nur wenigen Niederlassungen migrieren. Eine große Überleitung, die im Big-Bang-Stil durchgeführt wird, kann zu größeren Unterbrechungen führen, die sich die meisten Unternehmen nicht leisten können.

Parallele Migration

Bei der parallelen Migration wird eine vollständig neue Storage-as-a-Service-Umgebung eingerichtet, die gleichzeitig mit dem alten lokalen Speicher läuft. Die beiden Umgebungen laufen nebeneinander, bis die Organisation bereit ist, das alte System auszuschalten. Die parallele Migration senkt das Risiko etwas, da die alte Umgebung funktionsfähig bleibt, während die parallele Umgebung eingerichtet wird.

Oksana Braune, Zadara Storage

„Die meisten Migrationen sind eine Mischung aus Big Bang, parallel und schrittweise.“

Oksana Braune, Zadara Storage

Es kann lohnend sein, sowohl lokale Speicher- als auch Remote-Storage-as-a-Service-Arrays gleichzeitig für Anwendungen auszuführen, die sehr schnell und mit minimalem Datenverlust wiederhergestellt werden müssen. Einrichtung und Verwaltung von zwei vollständigen Umgebungen auf einmal ist jedoch sowohl bezüglich der Infrastrukturnutzung als auch der Personalkosten kostspielig, so dass es sehr schnell unerschwinglich teuer wird, alles auf diese Weise zu migrieren.

Schrittweise Migration

Schrittweise Migration oder iterative Migration migriert die gespeicherten Daten schrittweise, bis alles in der Cloud läuft. Unternehmen können gleichzeitig eine oder einige Niederlassungen migrieren oder mit Anwendungen beginnen, die wenige oder keine Verflechtungen haben. Schrittweise Migration gibt Benutzern die Möglichkeit, sich an neue Arbeitsweisen zu gewöhnen und gibt Unternehmen Zeit, ohne das Risiko bei der Big-Bang-Migration Probleme zu verstehen. Sie kann aber auch unübersichtlicher zu verwalten sein, wenn man alten und neuen Speicher überbrücken muss, um während der Transition Anwendungen funktionsfähig zu halten.

Die richtige Mischung wählen

Die meisten Migrationen sind eine Mischung aus Big Bang, parallel und schrittweise. Das richtige Gleichgewicht hängt vom Budget, Zeitrahmen und der Gefährdungsschwelle ab.

Über den Autor:
Oksana Braune ist Sales Director, Central und Eastern Europe bei Zadara Storage. Sie verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der IT-Branche, vor allem im Bereich Vertrieb und Business-Development. Vor Zadara war Oksana Braune Regional Sales Manager Central Europe bei Panzura. Hier war sie zuständig für die Go-to-Market-Strategie sowie die Entwicklung des Channel-Netzwerks. Weitere Stationen ihrer Laufbahn waren bei Oracle und LSI Engenio.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2018 aktualisiert

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