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Mit unkontrolliertem Storage-Wachstum richtig umgehen

Unternehmen, die sich so genanntem Storage-Sprawl gegenüber sehen, haben die Wahl zwischen Konsolidierung oder nützlicher Orchestrierung.

Vor dem Siegeszug der Virtualisierung versuchten IT-Abteilungen, ihre Storage-Ressourcen in einem einzigen, gemeinsam genutzten System zu konsolidieren. In der Hoffnung, dass ein einziges System günstiger wäre und Storage-Administratoren ihre Zeit mit nur einem Speicher effizienter nutzen könnten.

Bald zeichnete sich jedoch ab, dass kein einzelnes Speichersystem all die verschiedenen Anforderungen eines Rechenzentrums erfüllen konnte. Die Konsequenz war eine starke Zunahme von Storage-Systemen für jede Art von Virtualisierung, für jede Datenbankumgebung und zahlreiche Anwendungen – das genaue Gegenteil von dem, was man vor der Virtualisierung versucht hatte.

Seitdem gilt es, diesen „Storage Sprawl“ genannten Wildwuchs vieler paralleler Speichersysteme in den Griff zu bekommen, um die Kosten im Zaum zu halten und eine ausufernde Verwaltung zu vermeiden.

Bleibt die Frage, ob man ein zweites Mal versuchen sollte, alles zu konsolidieren oder es nicht einfacher wäre, die bestehenden Silos intelligent zu orchestrieren?

Hardwarekonsolidierung oder: die Radikalmethode

Konsolidierung von Storage-Sprawl, also die Minimierung der Anzahl einzelner Systeme, ist prinzipiell durchaus sinnvoll. In einem Rechenzentrum hat jedes einzelne System eine eigene Schnittstelle sowie eine eigene Art und Weise, Datendienste wie Snapshots und Replikation bereitzustellen. Darüber hinaus ist es schwierig, Daten zwischen unterschiedlichen Storage-Systemen zu bewegen, um die Nutzung von Speicherressourcen besser auszubalancieren.

In den letzten Jahren tauchten immer mehr Speicherhersteller auf dem Markt auf, die behaupteten, den Speicher trotz der mannigfaltigen Anforderungen wieder konsolidieren zu können. Die Systeme dieser Hersteller nutzen meist teuren Flash-Speicher, um sehr hohe Performance zu garantieren und so die gewünschte Konsolidierung zu erreichen.

Den Umzug auf solche Systeme zu planen, ist jedoch sowohl organisatorisch als auch finanziell eine große Herausforderung für die Rechenzentrumsbetreiber: Bei der Hardwarekonsolidierung müssten alle teuer investierten Legacy-Storage-Systeme ersetzt werden. Wirtschaftlich ideal wäre, dass jeder zu konsolidierende Speicher sein Lebensende erreicht hätte – aber davon kann man in der Realität wohl kaum ausgehen. Der Weg der Hardwarekonsolidierung ist wie immer ein Kompromiss, bei dem man abwägen muss, wie viele der bereits getätigten Investitionen in bestehende Hardware durch den frühzeitigen Ersatz verloren gehen dürfen.

Softwarekonsolidierung oder: die Schirmmethode

Konsolidierung auf Hardwareebene ist, so gut die Absicht auch sein mag, problematisch und immer mit enormen Kosten verbunden. Der Brückenschlag, die gewünschte Konsolidierung des Speichers ohne erhöhte Kosten für ein verfrühtes ‚Rip and Replace’, gelingt jedoch auf der Softwareebene. Sofware-defined-Storage-Lösungen können vorhandene Speicher hinsichtlich Betrieb und Management konsolidieren, anstatt auf Ebene der Speicherhardware. Eine moderne SDS-Lösung spannt einen einheitlichen Softwareschirm für die Verwaltung mehrerer Storage-Ressourcen auf, da sie Speicher auf dem Hardwarelevel virtualisieren kann.

Das bringt völlige Unabhängigkeit von der zugrunde liegenden Hardware, so dass sich der Verwaltungsaufwand auf eine einzige Storage-Schnittstelle beschränkt. Und trotzdem ist spezielle Hardware für spezielle Umgebungen immer noch möglich. Bestehende Hardware muss keinesfalls frühzeitig ersetzt werden. Im Gegenteil: Mit einer übergeordneten Konsolidierung auf Softwareebene kann man die Laufzeit von bestehenden Systemen sogar verlängern.

SDS ist nicht gleich SDS

Nun definiert jeder Anbieter SDS anders, um seinen Teil vom Kuchen abzubekommen. Und so ist bei Weitem nicht überall SDS drin, wo SDS draufsteht: Tatsächlich können nicht alle sogenannte SDS-Lösungen Storage-Hardware konsolidieren. Manche schaffen lediglich ein komplett neues Storage-Silo, das im Wesentlichen nur ältere Legacy-Storage-Infrastrukturen ersetzt.

Ausschlaggebend ist, dass eine SDS-Lösung über den Legacy-Storage-Systemen angesiedelt ist. Außerdem sollte die Lösung eine schrittweise Implementierungsstrategie ermöglichen. Dabei ist es äußerst wichtig, dass die aktuelle Infrastruktur, das SAN und die damit verbundene bestehende Investition des Unternehmens, voll unterstützt werden, während einheitliche Datendienste lediglich hinzugefügt werden, bis mehr Kapazität benötigt wird.

Ist es so weit, kann das Rechenzentrum die aktuelle Infrastruktur mit preiswertem Commodity-Storage unter dem Schirm der Management-Software ausbauen, anstatt sie ersetzen zu müssen. Und schließlich sollte bei der Konsolidierung durch SDS die Möglichkeit bestehen, Daten zwischen verschiedenen Storage-Systemen problemlos zu bewegen. Enthält die SDS-Lösung solche Funktionen speziell für Datenmigration, können Datenschutzprozesse verbessert sowie RPO und RTO reduziert werden.

Zukunft sichern durch moderne SDS-Lösungen

Storage-Konsolidierung kann die wuchernde Komplexität im Rechenzentrum abbauen. Die radikale Methode der Hardwarekonsolidierung schreckt viele Organisationen wegen der hohen Kosten ab. Im Gegensatz hierzu ist die Softwarekonsolidierung eine echte Alternative, die eine weitere Nutzung bestehender Systeme erlaubt, indem nicht die Hardware, sondern ihre Verwaltung auf Softwareebene konsolidiert wird. Damit ist das Rechenzentrum nicht nur fit für aktuelle Herausforderungen, sondern auch für einen künftigen Aus- oder Umbau.

Über den Autor:
Siegfried Betke ist
Sales Account Manager CEMEA bei FalconStorEndFragment. Er ist seit Anfang der Neunziger Jahre in der IT-Industrie tätig und ist seit 2015 bei FalconStor. Sein profundes technisches Wissen über software-definierte Speicherung erwarb er im Laufe seiner Karriere unter anderem bei DataCore, MTI Technology und Intergraph.

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Artikel wurde zuletzt im April 2016 aktualisiert

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