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Storage-Administratoren sollten sich nicht unterbuttern lassen und Flagge zeigen

Storage-Administratoren stehen unter Druck. Wenn Sie Ihre Arbeitsplätze sichern wollen, müssen Sie ihre Mehrwertleistungen ins Rampenlicht stellen.

Storage-Administratoren durchleben schwere Zeiten. Es scheint fast eine Verschwörung zu geben, sie loszuwerden. Vielerorts heißt es, der Admin für virtuelle Maschinen könne sich auch um Storage kümmern oder die Cloud gleich beide überflüssig machen.

Diese Argumentation übersieht zahlreiche Risiken. Sicherlich werden IT-Operationen stärker automatisiert und Infrastruktursilos verschmolzen, aber fortgeschrittene Storage-Aufgaben wie Data Protection und Governance bleiben komplex, erfordern Feingefühl und oftmals genaue Überwachung und Expertise.

Das Problem betrifft nicht nur Storage. Die Anbieter von Public Clouds locken mit einfachen Preisstrukturen, die Nutzung von IT erleichtert. Anwender führen oft unfaire Vergleiche zu den Ausgaben für ihre interne IT-Abteilung ins Feld, wenn es um ähnliche Dienstleistungen geht.

Wie können nun Administratoren ihren Mehrwert gegenüber Geschäftsführung und Kollegen demonstrieren, im Zeitalter der Automation, Konvergenz, Virtualisierung und Cloud? Die Antwort liegt im selbstbewussten Auftreten und einer klaren Skizzierung des internen Kostenmodells gegenüber den Verantwortlichen.

Showback ist lohnenswert

Tatsächlich sind schon einige „Showback“-Initiativen gestartet worden, die diesen Mehrwert demonstrieren sollen. Showback ist aber nicht so einfach, wie es klingt. Es gibt gegensätzliche Tendenzen, nämlich Mehrwert gegen Rabatt.

Bei der Demonstration des Mehrwertes können die Administratoren auf ihre Zusatzleistungen verweisen, die durchaus ihr Geld wert sind. Ein umfassender Katalog an Services und Extras kann dies aufzeigen. Im Gegenzug kann man einfache und billige Aufgaben ans Outsourcing überlassen. Wenn man die Geschäftsführung überzeugen kann, dass die IT-Abteilung kompetent und effizient arbeitet, ist sie auch bereit, dafür Geld auszugeben. Gleichzeitig kann man sich durch eine Hochpreispolitik vor überflüssigen und unnötigen Aufgaben schützen.

Das Gegenteil ist eine Rabattpolitik. Hier lautet die Argumentation, dass die Public Cloud keineswegs so günstig ist, wie vielerorts behauptet. Dies wird untermauert durch einen vereinfachten, leicht zu verstehenden und mit niedrigen Preisen versehenen Service-Katalog. Diese Niedrigpreisargumentation soll verhindern, dass die Geschäftsleitung dem Lockruf der Public Cloud erliegt. Wenn dies gelingt, wird die interne IT-Abteilung gestärkt.

Allerdings ist IT nach wie vor ein Kostenfaktor. Es ist daher angebracht, diese Kosten genau zu dokumentieren. In der Praxis ist es aber sehr schwer und teuer, alle Kosten der IT aufzuspüren und offenzulegen. Im Endeffekt ist nur eine Schätzung möglich. Weil aber Geschäftsführer in der Regel Zahlenmenschen sind, sollte man sich bemühen, diese Schätzung so realistisch wie möglich zu halten, um die eigene Argumentation zu untermauern und einen effektiven Showback zu ermöglichen.

Vergleich mit der Cloud

Die Storage-Administratoren dürfen den Vergleich mit den Cloud-Anbietern nicht scheuen. Man muss klar artikulieren, was man selbst anbieten und garantieren kann. Zum Beispiel bieten die meisten Cloud-Anbieter Abo-Modelle mit voraussichtlichen Serviceleveln, bei denen Kapazität, Widerstandsfähigkeit, I/O Zugang und Bandbreite abhängig vom Storage-Typ gewährleistet sind sowie die Fähigkeit, zusätzliche Ressourcen für I/O Beschleunigung bereitzustellen. Aber nur sehr wenige geben Garantien für die tatsächlich I/O Latenz. Und auf Hilfe bei der Anpassung von Storage für die effektive Anwendungsleistung braucht man gar nicht zu hoffen. Auch gibt es wenig Hoffnung für die Minimierung der gesamten Storage-Strukturkosten.

Die Idee hinter der Public Cloud besteht darin, dass man es jederzeit ausprobieren kann. Wenn es unbefriedigend ist, steht es dem Nutzer frei, es bleibenzulassen oder mehr Geld auszugeben für Premium-Funktionen. Wenn Cloud-Instanzen aus unerklärlichen Gründen langsamer werden, werden sie für gewöhnlich einfach gekillt und wieder hochgefahren. Wenn die Storage-Leistung aber schlecht ist, steckt man fest. Wenn man einmal große Datenmengen in die Cloud hochgeladen hat, ist es schwer und potentiell teuer, sie an einen anderen Ort zu verlagern.

„Die Storage-Administratoren dürfen den Vergleich mit den Cloud-Anbietern nicht scheuen. Man muss klar artikulieren, was man selbst anbieten und garantieren kann.“

Mike Matchett, Taneja Group

Dem Cloud-Anbieter ist der Inhalt der Daten gleichgültig. Die interne IT-Abteilung weiß im Gegensatz dazu sehr wohl um ihre Sorgfaltspflicht, wenn es um geschäftswichtige Daten geht. Sie wird den Lebenszyklus beachten und Policies implementieren, um die Aufbewahrung und den Schutz sicherzustellen. Zuverlässige Backups und Disaster Recovery gibt es nicht einfach so und automatisch. Schon das Wissen, wo sich die Daten befinden, ist eine wichtige Aufgabe für die IT-Abteilung.

Die Administratoren können zudem die Storage-Kosten minimieren, indem sie den relativen Wert der Daten richtig einordnen, unnötige Kopien vermeiden und die Daten entsprechend ihrer Bedeutung verschiedenen Storage-Stufen zuordnen. Das gilt sowohl im eigenen Rechenzentrum als auch bei Daten in der Cloud. Dabei haben wir End-zu-End-Verschlüsselung, Zugang und Sicherheit, hybride Integration, Migration und Datenbewegung sowie globale Verteilung nicht einmal erwähnt.

Es geht letztlich um die Maximierung des Wertes der Daten für das Geschäft. Die Storage-Administratoren können ihre Infrastruktur so zurechtschneiden, dass Spitzenleistung garantiert ist, die Kapazität minimiert wird und die Lizenzkosten verringert werden. Außerdem kann man dafür sorgen, dass die Anforderungen der Anwendungen mit optimalen Ressourcen bedient werden.

Generell sollten Administratoren auf ihre Extra-Leistungen verweisen. Und bei Extra sind nicht optionale Angebote gemeint. Wie oben aufgelistet, sind die Extra-Leistungen bereits im normalen Arbeitsalltag für echte Profis ein wichtiges Thema.

In der neuen hybriden IT-Welt zurechtfinden

Storage-Administratoren müssen aufpassen, dass sie nicht unsichtbar werden in der zunehmend von der Cloud bestimmten IT-Welt. Ihre Anstrengungen im korrekten Umgang mit den Unternehmensdaten sollten auf beiden Seiten einer Kostenkalkulation sichtbar sein.

Bei einem Showback kann man etwa die Kosten der Infrastruktur von denen des Managements der Daten trennen. Letztere fallen an, egal wo sich die Daten befinden. Unglücklicherweise ist es schwer, den genauen Arbeitsaufwand für beide Bereiche festzuhalten. Dafür gibt es keine einfache Lösung. Eine Empfehlung ist es, dass sich die Administratoren in das Thema Allokations- und Kostentechniken einarbeiten. Zum Beispiel bietet in den USA die IT Financial Management Association dazu Informationen.

Auf jeden Fall sollte man sich mit dem Thema Kosten beschäftigen. Wenn man den eigenen Mehrwert offenlegt und sichtbar macht, kann man die hybride IT-Welt besser navigieren und vielleicht sogar unfaire Migrationen in die Public Cloud verhindern, die den eigenen Arbeitsplatz bedrohen.

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Nächste Schritte

Welche Aufgaben haben für System-Administratoren oberste Priorität?

Digitale Transformation und die berufliche Qualifikation von IT-Administratoren.

Was sind die typischen Aufgaben eines Storage-Administrators?

Die Rolle der Administratoren beim Datenschutz.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2017 aktualisiert

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