Virtualisierte Umgebungen brauchen neue Backup-Strategien

Die Datensicherung virtueller Umgebungen braucht neue Denkansätze sowie moderne Technologien für optimale Performance.

Jedes Jahr veröffentlicht die Enterprise Strategy Group ihre „IT Spending Intentions Survey“, eine Studie zu den geplanten Ausgaben im IT-Bereich. In den letzten drei Jahren waren „Backup und Recovery verbessern“ sowie „vermehrte Nutzung von Server-Virtualisierung“ unter den Top 3 der IT-Prioritäten. Während diese Prioritäten sich zwar im Ranking abwechselten, so waren sie doch immer in der Gesamtliste und der Mittelstandsliste zu finden.

Der Grund dafür ist, dass Administratoren ihre Datensicherungsfunktionen automatisch modernisieren müssen, sowie etwas in der Produktionsinfrastruktur modernisiert wird. Manche IT-Architekten verstehen das sofort, andere beginnen damit, ihre Produktionsinfrastruktur zu aktualisieren und erkennen danach erst, dass ihre Datensicherungsstrategien und bestehenden Lösungen nicht ausreichen und sogar die Performance der Produktionsplattform mindern können.

Verdeutlichen wir das an einem Beispiel: Wenn Sie 20 Prozent Ihrer Umgebung virtualisiert haben, so können Sie sicherlich weiterhin bestehende Backup-Lösungen ohne Einbußen nutzen. Haben Sie 40 Prozent virtualisiert, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihre existierende Lösung unzureichend und ineffizient ist und somit mehr Opex- und Capex-Kosten erzeugt.

Ab einem Virtualisierungsgrad von 60 Prozent werden Sie feststellen, dass eine bestehende Backup-Lösung nicht nur nicht mithalten kann, sondern auch die Performance der Produktions-Hosts, der virtuellen Maschinen (VMs) und der darunter liegenden Speicher- und Netzwerk-Infrastruktur beeinträchtigt.

Rein technisch gesehen, gehen ältere Backup-Methoden davon aus, dass der Produktionsserver noch über deutlich mehr freie Ressourcen verfügt, da viele physische Server nie richtig ausgelastet sind. Dieses Verfahren funktioniert natürlich nicht in einer virtualisierten Welt. Kommen ineffiziente Backups bei einer VM zum Einsatz, vor allem in Blade- oder konvergenten Infrastrukturen, sind die CPU- und IO-Einbußen nicht nur auf dieser VM spürbar, sondern auch auf dem Host und allen angrenzenden VMs sowie auf dem Storage- und Netzwerk-Stack.

Darüber hinaus verfügen ältere Lösungen typischerweise nicht über nützliche Zusatzfunktionen für IO-Optimierung wie zum Beispiel Changed Block Tracking von VMware oder Deduplizierungs-Mechanismen auf Client-Seite, die genau für virtualisierte Umgebungen konzipiert wurden. Ebenso lassen sich existierende Backup-Lösungen nur schlecht mit Dedup-Speicher integrieren. All dies führt zu zusätzlichem IO-Verbrauch, schlechter Performance und größeren Capex-Investitionen für zusätzlichen Disk-Speicher und Netzwerkbandbreite.

Ältere Backups benötigen darüber hinaus tägliches Management und stetige Konfigurationsanpassungen; zwei Dinge, die man in einer modernen, virtualisierten Welt nicht braucht. Hier benötigt man Lösungen, die in weniger Verwaltungsaufwand, besserer Datensicherung durch Automatismen sowie in Integration mit dem Hypervisor und Private-Cloud-Management-Stacks resultiert.

Eine moderne Datensicherungslösung sollte Folgendes offerieren:

  • Datensicherung von Hyper-V- und VMware-VMs mittels Hypervisor-basierten Backup-APIs
  • Koordinieren von Backup-Kontrollen, Snapshots vom Primärspeicher und Replikation an weiteren Storage
  • Deduplikation für Source/Produktion, Backup-Server und Storage-Array
  • Integration mit Private Cloud oder Software-defined Datacenter-Management-Toolkits sowie mit Hypervisor-Management-User-Interfaces

Falls Sie gerade dabei sind, eine hochmodernes und virtualisertes Rechenzentrum zu realisieren und Ihre Datensicherung umfasst nicht die oben genannten Punkte, dann wird Ihre Produktionsinfrastruktur moderner als die Datensicherungsstrategie sein. Das ist dann in etwa so als ob an einem Wagen die linken Räder sich schneller drehen als die rechten. Und genau wie bei einem solchen Wagen, werden Sie feststellen, dass Sie sich mit einer solchen Lösung im Kreise drehen.

Über den Autor:

Jason Buffington ist Senior Analyst der Enterprise Strategy Group. Er ist auf Datensicherung, Windows-Server-Infrastruktur, Management und Virtualisierung spezialisiert. Er bloggt auf CentralizedBackup.com und tweets als @JBuff

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Artikel wurde zuletzt im August 2014 aktualisiert

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