Victoria - Fotolia

Warum Daten zu einem Grundbedürfnis werden

Neben Wasser, Essen, Luft und einer Unterkunft werden nun auch Daten ein zentrales Grundbedürfnis für Menschen. John Zanni erklärt, warum das so ist.

Seit über tausend Jahren gilt nun schon, dass die menschliche Gesellschaft vier wichtige Grundbedürfnisse absichern muss, um überleben zu können: Essen, Wasser, Luft und Unterkunft. Allerdings zeichnet sich nach weniger als den letzten zehn Jahren ein weiteres Grundbedürfnis ab: digitale Informationen, kurz: Daten.

Überzeugende Argumente dafür liefern zahlreiche Statistiken wie die folgenden drei:

  • Die Anzahl der weltweit vernetzten Geräte soll sich laut Juniper Research bis 2020 nahezu verdreifachen und somit von 13,4 auf 38,5 Milliarden anwachsen.
  • Bereits im Mai 2016 existierten laut GSMA Intelligence 7,8 Milliarden Mobiltelefonverträge bei einer Weltbevölkerung von rund 7,4 Milliarden Menschen.
  • Drei Viertel aller erwachsenen Online-Anwender nutzen soziale Medien.

Wer immer noch nicht recht glauben mag, dass Daten zum unverzichtbaren Grundbedürfnis werden, der sollte sich fragen, wie er sich bei dem Gedanken fühlt, in der nächsten Woche keinen Zugang zu digitalen – also nicht-physischen – Daten zu haben. Mich persönlich macht dieser Gedanke nervös. Der fünfzigste Jahrestag der ersten Mondlandung ist nur noch ein paar Jahre entfernt und wir alle wissen, dass sich die Computertechnik seit dieser Zeit enorm weiterentwickelt hat. Trotzdem realisieren wir oft nicht, wie vorangeschritten diese Technologien wirklich sind. Man stelle sich nur vor, dass das eigene Apple iPhone 6 beispielsweise 120 Millionen Mal schneller ist als der Steuerungsrechner der Apollo-Mission.

Enorme Rechnerleistungen

Diese enormen Rechnerleistungen kombiniert mit nahezu ständigem Datenzugriff treibt den das Wachstum der Metatrends voran. Dazu gehören Trends wie Sharing Economy, Instant Messenger, automatisierte Ausbildung, automatisiertes Gesundheitswesen sowie automatisierte Behörden. Unser modernes Leben wäre kaum möglich ohne den permanenten Zugriff auf digitale Informationen und deren stetige Verarbeitung.

Dabei sind es nicht nur wir Menschen, die Daten erstellen und nutzen. Durch das Internet der Dinge und Maschine-zu-Maschine-Kommunikationen werden nun Daten von Objekten generiert, geteilt und genutzt. Ein signifikanter und wachsender Anteil der derzeit 7,8 Milliarden weltweit existierenden Mobiltelefonverträge (SIM-Karten, nicht Mobiltelefone) fällt auf Maschinen, die wiederum mit anderen Maschinen kommunizieren.

Ein Beispiel für maschinengetriebene Datenzuwächse ist die Automobilindustrie. Ein moderner Personenwagen verfügt über Hunderte an Sensoren, die alle möglichen Informationen sammeln und speichern. In der Werkstatt muss der Mechaniker nicht mehr umständlich und lange nach Problemen suchen – der Wagen gibt selbst bereitwillig Auskunft darüber. Ebenso kann ein PKW im Falle eines Unfalls die Notfallhilfe alarmieren; immer die passende Musik finden, dynamische Routenplanung erstellen und in Echtzeit dem Fahrverhalten und dem Verkehr anpassen. Und dies sind nur einige Möglichkeiten in der Automobilindustrie.

Roboter treiben Datenwachstum

Darüber hinaus sind auch Roboter ein weiterer Faktor, der das Wachstum unverzichtbarer Daten vorantreibt. Dabei spielt vor allem die steigende Zahl der als Avatare genutzten Roboter eine signifikante Rolle. Hier nehmen die Maschinen den Platz realer Menschen ein und übernehmen Aufgaben in unterschiedlichen Bereichen, wie beispielsweise im Kundenservice, im Gesundheitswesen oder in der Bildung. Manche Roboter agieren ohne menschliche Führung und andere wiederum stellen Telepräsenzen dar, die von einer realen Person gesteuert werden. Diese sieht und hört, was der Roboter wahrnimmt und interagiert dann mit den Personen, die in der Nähe des Roboters sind.

Besonders wichtig sind zudem Daten, die für unser tägliches Leben eine große Rolle spielen, ohne dass wir dies wirklich wahrnehmen: Verkehrsleitzentralen, Versorgungswerke (Gas, Wasser, Strom und ähnliches) oder automatisierte Zulieferungsketten von Lebensmittelmärkten. Fehlen hier Informationen oder gehen gar unwiederbringlich verloren, so kann das dramatische Folgen nach sich ziehen. Hinzu kommen noch Datenschleudern wie autonome Autos, Drohnen oder 3-D-Drucker.

„Wir realisieren oft nicht, wie vorangeschritten Technologien wirklich sind. Das eigene Apple iPhone 6 ist 120 Millionen Mal schneller als der Steuerungsrechner der Apollo-Mission.“

John Zanni, Acronis

xxx

Wir realisieren wir oft nicht, wie vorangeschritten Technologien wirklich sind. Man stelle sich nur vor, dass das eigene Apple iPhone 6 beispielsweise 120 Millionen Mal schneller ist als der Steuerungsrechner der Apollo-Mission.

Überall treiben wir nicht nur das Datenwachstum voran, sondern werden immer abhängiger von unseren Daten. Stimmen die Routendaten des autonomen Wagens nicht, kommt es zu Unfällen. Verliert ein Wasserwerk seine Kundendaten oder wird gar gehackt, kann die Wasserversorgung für zahlreiche Menschen gefährdet sein. Kommt es in einem Krankenhaus zu Datenverlust, sind eventuell lebensrettende Operationen nicht rechtzeitig möglich. Die Liste der Worst-Case-Szenarien könnte beliebig fortgesetzt werden. Aber fast jeder kann sich vorstellen, welche Konsequenzen der Verlust unserer Daten in vielen vitalen Bereichen bedeuten würde.

Wir leben also tatsächlich in einer Welt, in der Individuen ein unverzichtbares Recht auf Essen, Wasser, Luft, Obdach und nun auch Daten haben müssen. Das bedeutet, dass sie auch ein Recht darauf haben, dass diese Daten für sie geschützt, abgesichert und vor allem verfügbar sind, wenn diese benötigt werden: egal von welchem Gerät oder Standort aus. Darüber hinaus benötigen Menschen die volle Kontrolle und die vollständigen Eigentumsrechte über ihre Daten. Aber dies ist wieder ein anderes Thema.

Über den Autor:
John Zanni ist Chief Marketing Officer bei Acronis.

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Nächste Schritte

Acronis Backup 12 schließt Hybrid-Cloud-Umgebungen mit ein.

Acronis stellt neue Versionen von Backup Advance und Backup Cloud vor.

Acronis Cloud-Service für Reseller.

Acronis bringt Disaster-Recovery-as-a-Service in DACH-Region.

Artikel wurde zuletzt im September 2016 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Backup-Tools

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close