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Welche Argumente sprechen für Software-definiertes Storage?

Software-definiertes Storage erlaubt es, Kosten zu sparen und ist zukunftsträchtig. Es gibt aber auch Argumente für traditionelle Storage-Arrays.

Software-definiertes Storage (SDS) liegt im Trend. Dabei geht es darum, dass Funktionen, die bisher vom Storage-Array ausgeführt wurden, nun softwaregesteuert ablaufen. Das verspricht Kostensenkungen, weil das Storage dann nicht mehr auf spezialisierter Hardware läuft, sondern auf billigen Standard-Servern.

Die Frage ist nun, für wen SDS geeignet ist. Zunächst ein Blick auf das, was SDS ausmacht. Es gibt da drei Hauptmerkmale. Als erstes, wie gesagt, die Hardware. Ein x86-Server, der von der Stange mit handelsüblichen Festplatten oder SSDs für wenige hundert Euro erhältlich ist, genügt als Basis.     

Der zweite Punkt ist die Abstraktion. Die logischen Aspekte vom Data Storage werden von der physischen Hardware getrennt. Als drittes kommt Automation ins Spiel: Die Konfiguration, Provisionierung und das Einrichten von Policies erfolgt über Schnittstellen oder per Direkteingabe über die Command Line Interface (CLI). Der Hauptvorteil liegt darin, dass abstrahierte Policies auf die spezifischen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden können.

x86-Standard-Server haben sich durchgesetzt. Sie werden von fast allen Anwendungen und Technologien unterstützt. Auch PCIe und NVMe funktionieren auf x86. Die eingebauten Laufwerke, ob Flash oder Festplatte, laufen zuverlässig.

Kaufen oder basteln?

Wo liegen nun die Vorzüge und Nachteile von SDS gegenüber spezialisierten Arrays? Der Kostenaspekt ist sicher nicht zu vernachlässigen, aber blicken wir auf die technischen Aspekte.

Von der Hardwareseite sind auch die Komponenten spezialisierter Systeme allgemein verfügbar. Die Storage-Hersteller verlangen aber trotzdem hohe Preise und geben die günstigen Einkaufskonditionen nicht an ihre Kunden weiter.

Im Gegenzug bieten sie dafür Mehrwerte, die oft auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Dazu gehört etwa, dass die Komponenten Belastungstests unterzogen werden. Die Storage-Hersteller arbeiten eng mit den Komponentenanbietern zusammen und deren Anforderungen fließen in die Produkte und Firmware-Updates ein.

Außerdem werten die Storage-Hersteller das automatische Feedback aus, das die Hardware an ihren Support übermittelt. Dieses Feedback fließt dann in Updates ein. Die SDS-Anbieter bieten keine ähnlichen Prozesse.

Der Einsatz von Standard-Hardware kann auch deswegen problematisch sein, weil es bei x86 Millionen von Komponenten gibt, die oft nicht optimal aufeinander abgestimmt sind.

Bei der Wartung von SDS muss der Anwender die Last tragen, neue Konfigurationen und Firmware zu testen und für Patches und Updates zu sorgen.

Zurück zur Kostendiskussion. Wir haben gesehen, dass der Mehrwert, den Storage-Hersteller für spezialisierte Arrays bieten, die höheren Kosten durchaus rechtfertigen kann. Diese Vorzüge fallen aber eher bei Großkunden ins Gewicht. Kleinere Kunden können durchaus finden, dass sich etwas Mehrarbeit lohnt, um Anschaffungskosten zu reduzieren. Und in jedem Fall ist jemand, der die Hardware direkt kontrolliert, nicht an teure Wartungsverträge gebunden.

Unterschiedliche Ansätze

Mit der Weiterentwicklung des SDS-Marktes haben sich bei Storage-Herstellern zwei Hauptansätze formiert. Die spezialisierten SDS-Anbieter setzen nun auf Standard-Hardware-Plattformen, während die großen Array-Hersteller nun auch Softwaremodelle offerieren.

Von der ersten Gruppe mit standardisierten Hardwarekonfigurationen bietet etwa Maxta nun mit MaxDeploy eine vorkonfigurierte Lösung. Ebenso verfahren Atlantis Computing mit Hyperscale und DellEMC mit den ScaleIO ready nodes.

Einige Kunden wollen einfach keine eigene Hardware kaufen und mit ihren Empfehlungen für eine vorkonfigurierte Hard-/Softwareplattform treffen die Anbieter einen Nerv. Von dort ist es nur ein kleiner Schritt hin zu Hyperkonvergenz.

Auf der anderen Seite offerieren sowohl HPE als auch DellEMC Software-Versionen ihrer Hardwareprodukte. Dazu gehören etwa HPE StoreVirtual und StoreOnce oder DellEMC Unity und Data Domain Virtual Edition. NetApp bietet eine Softwareversion des Solidfire-Betriebssystems.    

Dies sind voll unterstützte Plattformen mit minimaler Kapazität und Erweiterungsmöglichkeit per Softwarelizenz.

Auch bei Objekt Storage wird SDS wichtiger. Dafür ist SDS gut geeignet, weil für Objekte der Datendurchsatz wichtiger ist als die Latenz. Fast alle Anbieter von Objekt Storage, wie Scality, Cloudian, Caringo, Cleversafe/IBM, OpenIO und NooBaa, bieten ihre Lösungen als Software für Bare-Metal-Server und virtuelle Maschinen an.

Es gibt auch reine Cloud-Lösungen wie NetAPP ONTAP Cloud for AWS, SoftNAS, CloudNAS, Zadara Storage VPSA, Cloudian HyperStore als AWS AMI (Amazon Machine Image) und das Panzura Global Cloud Storage System.  

SDS auf Containern

Zusehends wird auch Container SDS populärer. Dazu zählt etwa die Hedvig Universal Data Plane. Auch Portworx und StorageOS haben Storage auf Containern aufgebaut.

Verteilte Storage Systeme bieten etwa DataCore (SANsymphony), Starwind (Windows-basiert), Datera (distribuierte Storage) und Storpool (distribuierte Storage).

Außerdem gibt es Open-Source-Plattformen wie Ceph (Scale-out storage), CoreOS (Torus) und Gluster. Ceph und Gluster werden von Red Hat unterstützt.

Blick nach vorn

Der wohl größte Vorteil von SDS liegt in der möglichen Transition zu hybriden oder Multi-Cloud-Modellen. Daten können so zwischen on-Premise und Cloud einfach migriert werden. Für spezialisierte Hardware bleibt dann nur noch eine Nische, wo Hochleistung gefordert wird oder Mainframes zum Einsatz kommen. SDS wird Fortschritte machen und die Hardwareunterstützung besser werden. Für die Hersteller ist das eine Herausforderung, denn sie müssen ihre Vertriebs- und Lizenzmodelle umstellen.

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Artikel wurde zuletzt im November 2016 aktualisiert

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