Dell bringt mit DR4000 seine erste Appliance zur Backup-Deduplizierung

Dell steigt mit DR4000 in Backup-Markt für KMU ein und bietet Inline-Deduplizierung.

Dell hat heute die DR4000 vorgestellt, seine erste selbstentwickelte Appliance für Deduplizierung bei Backups. Das Unternehmen ist spät in den Backup-Markt eingestiegen, will jetzt aber mit deduplizierenden Backup-Targets von EMC Data Domain, Quantum und Hewlett-Packard konkurrieren.

Die DR4000 verwendet Inline-Deduplizierung und Kompressionstechnologie von Ocarina Networks, eines auf Datenreduktion spezialisierten Startups, das Dell im vergangenen Jahr übernommen hatte. Die Auslieferung soll in diesem Quartal beginnen. Kunden können die DR4000 mit 3,6 TB brutto (2,7 TB nach RAID), 7.2 TB brutto (5,4 TB Post-RAID) oder 12 TB brutto (9 TB Post-RAID) kaufen. Dell gibt die logische Kapazität mit 35 TB, 70 TB und 130 TB an und geht dabei von einem 15:1-Verhältnis für Deduplizierung und Kompression aus. Diese Quoten variieren allerdings abhängig von den Daten, die beim Kunden gesichert werden.

Dell nennt eine Ingest-Geschwindigkeit von 1 TB pro Stunde via NFS-Schnittstelle und bis zu 4 TB bei Verwendung von Symantec OST, das Dell bald nach der Erstauslieferung der DR4000 unterstützen will. Preise für die DR4000 beginnen bei 11.750 US-Dollar für das 2,7-TB-Modell. Das Software-Lizenzmodell ist all-inclusive und deckt Replikation, OST und weitere Features ab, die Dell gegebenenfalls später als Upgrade anbietet.

Vorübergehend hatte Dell im Rahmen eines OEM-Deals verschiedene Modelle mit Deduplizierung von EMC Data Domain im eigenen Angebot, stand aber nach der im vergangenen Oktober beendeten Geschäftsbeziehung zu EMC ohne Produkte für den lukrativen Disk-Backup-Markt da. Dell verkauft zwar weiter PowerVault-Serversysteme der Einsteigerklasse, wahlweise mit Backup- und Deduplizierungs-Software von Symantec oder CommVault, hatte aber keine Produkte im Midrange- oder Enterprise-Segement zu bieten. Die DR4000 ist jetzt die Lösung für KMUs und die untere Mittelklasse. Laut Mike Davis, Marketingdirektor für NAS und Backup bei Dell, plant das Unternehmen langfristig auch für den Enterprise-Markt und prüft dazu den Einsatz Fibre-Channel-basierter Schnittstellen für  Virtual Tape Library (VTL).

Die DR4000 konkurriert direkt mit EMC Data Domain DD160, Quantum DXi4000, Hewlett-Packard D2D StoreOnce sowie ExaGrids EX-Serie.

Wie Davis berichtet, musste die Ocarina-Software für Backup-Zwecke anpasst werden, damit sie mit der  DR4000 zusammenarbeitet. Dell verkauft eine auf Ocarina basierende Primärdaten-Kompression jetzt für seine DX-Plattform für Objekt-Storage und arbeitet an ihrer Integration in die SAN-Systeme seiner Compellent und EqualLogic-Serie.

„Das ist ein komplett anderer Algorithmus als für Primär-Storage“, sagt Davis. „Er wurde entwickelt mit mehr Augenmerk auf Durchsatz, um die Backup-Zeitfenster kurz zu halten. Der Komprimierungsalgorithmus ist sehr leistungsstark. Wir wollen hohen Durchsatz erreichen und dabei weniger CPU- und Speicherressourcen verbrauchen.“

Laut Analysten ist es durchaus sinnvoll, dass Dell seine Deduplizierung zunächst im Backup-Markt erprobt und erst später in das Primär-Storage integriert – weil der Markt für Backup-Deduplizierung ausgereifter sei.

„Im Backup-Bereich gibt es viel mehr Energie“ sagt Arun Taneja, Consulting Analyst der Taneja Group. „Niemand kann behaupten, dass Primär-Optimierung bereits Mainstream ist. Bei Disk-Backup dagegen ist die Hölle los, schon seit drei oder vier Jahren. Dell hatte bisher noch kein Produkt für diesen Bereich. Das war die pragmatischere Entscheidung.“

Taneja schätzt, dass Dell durch das Fehlen eines Produkts für Backup-Deduplizierung mindestens 300 Millionen US-Dollar pro Jahr an Umsatz verpasst – und dabei sei nur das ausbleibende Geschäft mit bestehenden Dell-Kunden berücksichtigt. Weil sie keine eigene Lösung für Deduplizierung hatten, hätten HP und Dell zur rasenden Erfolgsstory von EMC Data Domain beigetragen, die sich immer weiter beschleunige.

Laut Randy Kerns, Senior Strategist der Evaluator Group, hat Dell Gefallen an der Ocarina-Technologie gefunden, weil sie sich in unterschiedlichen Produkten einsetzen lässt: „Ocarina war vor der Übernahme eher eine Technologie als ein Produkt, und die lässt sich für unterschiedliche Bereiche verkaufen. Mit Backups gelang der Markteinstieg einfach am schnellsten.“

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