Data Protection: Was neue Systeme heute unterscheidet

Neue Backup-Hardware wird heute meist mit integrierter Software geliefert. Das verändert die Kaufdynamik und erschwert den Entscheidungsprozess.

Wie kann der Kauf von Backup-Hardware im Zeitalter von Software-defined Storage (SDS) und Cloud wieder interessant werden?

Tatsächlich sind es Software und Cloud, welche Data-Protection-Systeme so interessant gemacht haben wie seit Jahren nicht mehr. Die Hardware hat sich seit Anfang der 2000er Jahre nicht viel mehr verändert, als dass die Festplatte Tape als Backup-Medium verdrängt hat. Selbst der Aufstieg des Flash-Storage als Primärspeicher hat die Rolle der Festplatte in Datensicherungssystemen nicht verändert.

Aber das Spiel hat sich beim Kauf von Data-Protection-Systemen, einschließlich der Rolle der Hardware, verändert. Angeführt von den Newcomern Cohesity und Rubrik haben sich die Einsatzmöglichkeiten erweitert. Backup ist heute nur noch ein Teil des Sekundär-Storage-Managements, und das Ziel umfasst sowohl die Cloud als auch eine lokale Festplatten-Appliance oder -Bibliothek.

Es bestehen gute Chancen, dass die nächste Backup-Hardware eines Unternehmens mit integrierter Backup-Software geliefert wird, anstatt separat verkauft zu werden. Das allein verändert die Kaufdynamik. Es mag die Kauf- und Integrationsprozesse vereinfachen, aber es erschwert die Entscheidungsfindung.

Die Entwicklung bisher

Rubrik (292 Millionen Dollar Finanzierung) und Cohesity (160 Millionen Dollar) sind die Lieblinge der Investoren. Beide behaupteten, dass sie nach weniger als drei Jahren auf dem Markt über 100 Millionen Dollar Jahreseinnahmen erzielen können. Auch etablierte Storage-Unternehmen haben davon Kenntnis genommen.

Die Backup-Anbieter Dell EMC und Commvault haben nach dem Vorbild von Cohesity und Rubrik den Weg der Integration in ihre Datensicherungssysteme eingeschlagen. Der führende Anbieter von Backup-Software, Veritas Technologies, hat bereits integrierte Systeme verkauft, expandiert aber über die reine Data Protection hinaus in das Daten-Management.

Wo bleiben da Softwareanbieter wie Veeam Software, die mit Anbietern von Backup-Hardware zusammenarbeiten, aber keine integrierten Appliances verkaufen? Commvault begann zum Beispiel Ende 2017 damit, konvergierte Geräte auszuliefern.

Das letzte Mal, als der Kauf von Backup-Hardware diese große Veränderung durchlief, war in den ersten Tagen der Daten-Deduplizierung um das Jahr 2005. Start-ups wie Data Domain und Avamar (beide heute Teil von Dell EMC) bewiesen den Wert von verkleinerten Datenmenge, die gesichert werden musste, und der Rest der Branche beeilte sich zu folgen. Diese Änderung hat dazu beigetragen, die Festplatte zum dominanten Medium für Backups zu machen.

Heute wiederum versuchen Anbieter das integrierte Konzept von Rubrik und Cohesity nachzuahmen. Beide Anbieter haben ihre Wurzeln im Hyperkonvergenz-Pionier Nutanix und nennen ihre Technologie Hyper Converged Secondary Storage. Andere Anbieter greifen diesen Begriff auf und erwarten, dass sich der Sekundär-Storage-Markt ähnlich wie bei den hyperkonvergenten Primärspeichern verändert.

Heutige Backup-Optionen

Backup-Ziele sind nicht mehr immer nur Repositories, die als eine Art Versicherungspolice für gesicherte Daten dienen. Sie können oft Plattformen hosten, die Backup, Archivierung, Disaster Recovery und Copy Data Management kombinieren. Neben diesen Funktionen müssen sie sich mit der Cloud verbinden und häufig Daten über verschiedene Cloud-Umgebungen hinweg verwalten. Sie ersetzen die Notwendigkeit einer separaten Backup-Software, da sie direkt mit Anwendungen, Servern und Hypervisoren arbeiten. Sie können durch Hinzufügen von Knoten vergrößert werden, anstatt Kunden zu zwingen, eine komplette neue Bibliothek zu kaufen.

Doch was, wenn man das nicht benötigt? Ein großes Unternehmen möchte vielleicht eine traditionelle Festplatten-Backup-Bibliothek, vor allem, wenn diese bereits viele kritische Daten enthält. Und eine Organisation, die gelernt hat, ihrer Backup-Software zu vertrauen, möchte vielleicht nicht riskieren, eine Cohesity- oder Rubrik-Appliance mit der vorhanden Software zusammen zu verwenden. Mit anderen Worten, wenn man seine Backup-Software mag, sollte man sie behalten. Das kann bedeuten, dass man sich auch an ein traditionelles Dell EMC Data Domain Data-Protection-System hält.

Es gibt jedoch grundlegende Unterschiede bei der Integration von Software und der Cloud auf Backup-Zielen. Das bedeutet, dass Vergleichseinkäufe nicht immer Äpfel mit Äpfeln vergleichen.

Die Auswahl an Datensicherungssystemen umfasst komplette Plattformen wie Cohesity, Commvault und Rubrik oder Systeme, die die Backup-Software des Herstellers integrieren und keine separaten Medienserver wie Arcserve, Dell EMC Integrated Data Protection Appliances, Unitrends oder Veritas benötigen.

Beim Kauf von Backup-Hardware muss man Faktoren wie die Größe und Kapazität des Systems, die Art und Weise, wie man es verwaltet, sichert sowie aktualisiert und wie es sich skalieren lässt, berücksichtigen.

Da sich Sekundär-Speicher-Anwendungen vermischen und Faktoren, wie zum Beispiel die Cloud als zusätzliche Schicht, sowie die Notwendigkeit, Software-as-a-Service-Anwendungen durch Cloud-to-Cloud-Backup zu schützen und die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) Realität sind, wird sich das nächste Backup-Ziel wahrscheinlich erheblich vom letzten unterscheiden.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2018 aktualisiert

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