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Die besten Storage-Produkte 2017

Cloud als Primär-, Backup-Speicher oder Recovery-Plattform sowie Multi-Plattform- und -Hypervisor-Umgebungen sind wichtige Produkttrends bei den Backup und Recovery-Lösungen.

Seit 16 Jahren verleihen Storage-Magazin und SearchStorage die jährlichen Product-of-theYear-Awards. Der Wettbewerb bewertet die besten Data-Storage-Produkte der Industrie und weist die Leser darauf hin. Wie in den vergangenen Jahren begann auch 2017 der Wettbewerb mit einer Einladung an die Storage-Anbieter, ihre Produkte für die Bewertung zur Verfügung zu stellen und an die Storage-Anwender mitzuteilen, welche Produkte ihnen besonders gut gefallen. Unser Wettbewerb unterscheidet sich dadurch von anderen, dass wir nur Produkte akzeptieren, die während des vergangenen Jahres verfügbar geworden sind oder erheblich verbessert wurden. Diese Regel gibt weniger bekannten Produkten und Start-ups eine Chance auf einen faireren Wettbewerb mit großen, etablierten Produkten und Marken.

Zu unserem Bewertungsteam gehörten Anwender, Analysten, Berater sowie Redakteure und Journalisten, die für SearchStorage tätig sind. Die Schiedsrichter zogen diverse Faktoren bei der Bewertung der Finalisten in Betracht, um herauszufinden, was das beste Data-Storage-Produkt 2017 ist. Das wichtigste Bewertungskriterium ist dabei der technologische Innovationsgrad. Ebenfalls beurteilt werden Leistung, einfache Integration und Nutzung, Verwaltbarkeit, Funktionalität und Wert. Schließlich sollen Storage-Produkte nicht nur innovativ sein, sondern auch praktisch, um ihre Anwender zufriedenzustellen.

Enterprise-Storage-Produkte nahmen in diesem Jahr in fünf Kategorien am Wettbewerb teil: Backup- und Disaster-Recovery-Hardware, Backup- und Disaster-Recovery-Software und -services, Software-defined Storage, Storage Arrays und Storage-Management-Tools. Von den mehr als 100 Einsendungen zogen unsere Juroren 47 in die engere Wahl. 14 davon erhielten Gold-, Silber- oder Bronze-Awards als die besten Data-Storage-Produkte des Jahres. Wir gratulieren allen Gewinnern!

Unten finden Sie mehr über die Auswahlgründe jedes der Preisträger des Wettbewerbs um den Titel 2017 Product of the Year. Zudem finden Sie Informationen zu allen Finalisten des Jahrgangs 2017, damit Sie einen Eindruck von den Wettbewerbern erhalten, denen sich die Gewinner gegenübersahen.

Die Produkte des Jahres – Gewinner

Kommen wir nun zu den Siegern in den einzelnen Disziplinen.

Backup- und Disaster-Recovery-Hardware

Die Kategorie Backup- und Disaster-Recovery-Hardware umfasst Tape-Libraries und -Laufwerke, Backup-Medien, Disk-Backup-Targets, virtuelle Tape-Libraries, Deduplizierungs-Systeme, Gateway-Appliances für das Backup und die Replikation in die Cloud sowie Backup-Software, die mit Hardware-Appliances integriert ist. Die Gewinnerprodukte demonstrieren einige der aktuellen Trends in Backup und Recovery. Dazu gehören die Unterstützung mehrerer Hypervisoren und One-Click-Recovery sowie die Integration von Backup, Archivierung und Datenanalyse bei gleichzeitiger Minimierung von Sekundär-Storage.

Rubik Cloud Data Management (Alta 4.0 Software)

Mit Gold ausgezeichnet wurde Rubik Cloud Data Management, eine speziell für die Cloud entwickelte Converged-Data-Protection-Plattform. Sie bietet Services für Backup und Recovery, Suche, Replizierung, Datenanalyse, Copy Data Management und Archivierung. Die Plattform verwendet eine Google-ähnliche Suchmaschine zur Datenanalyse in Backup- oder Archivdaten. Ihre aktuelle Version ermöglicht es, SQL-Datenbanken live auf einer virtuellen Maschine zu mounten, nachdem die Daten durch die Rubik Cloud Management Software gesichert wurden. Außerdem können Backups mit Oracle Recovery Manager die Plattform jetzt über einen NFS-Mountpoint als Sicherungsziel verwenden.

Unterstützt werden jetzt auch die Hypervisoren Microsoft Hyper-V und Nutanix AHV, letzterer basierend auf einer Implementierung als selbstentwickelte, Kernel-basierte virtuelle Maschine. Jede Version von Hyper-V wird über einen Konnektor-Service unterstützt, allerdings gibt es den vollen Funktionsumfang des Backup-Services nur für Nutzer der Hyper-V-Version 2016.

Ebenfalls verbessert wurde die Softwareunterstützung für Tape-Libraries von QStar, die nun über ein physisches Gateway als NFS- oder SMB-Targets eingebunden werden können.

Quorum OnQ Version 4.0

Quorum OnQ 4.0, der Gewinner des Silver-Awards, ermöglicht lokal und aus dem Hintergrund die sofortige Wiederherstellung von Applikationen, Daten und Servern. Die Geräte des Herstellers basieren auf modularem Disaster-Recovery-Storage und -Software. Ursprünglich wurde diese Appliance für Kampfsysteme der US-Marine entwickelt. In Version 4.0 wurde sie um eine browserbasierte One-Click-Wiederherstellungsfunktion erweitert. Sie startet einen virtuellen Klon der Produktionsserver, wo dann automatisch die Daten wiederhergestellt werden. Die aktuelle Version dedupliziert zudem Daten an der Quelle und auf dem Zielsystem.

Verfügbar ist OnQ 4.0 als Hardware, Software und Cloud-Service, Die Lösung erstellt Snapshots der Serverdaten, um daraus in vom Administrator festgelegten Zeitabständen Klone zu ziehen. Daten können automatisiert mit nur einem Klick wiederhergestellt werden. Snapshots lassen sich zu jedem beliebigen Zeitpunkt ziehen.

Die Appliance verwendet NVMe (Non-Volatile Memory Express) Flash-Cache für die schnellere Übergabe von Workloads im Fehlerfall. Diese Workloads laufen dann direkt auf dem System. Die modularen Geräte bieten 400 TByte Rohkapazität und 2 TByte RAM pro Einheit.

Cohesity DataPlatform Version 4

Die Cohesity Data Platform wurde mit dem Bronze-Award ausgezeichnet, Die konvergente Datenschutzplattform übernimmt die Deduplizierung für einen ganzen Cluster und verbessert gleichzeitig Datenwiederherstellung und Resilienz durch Erasure Coding (EC).

Die Datenplattform integriert Software mit Disk-Appliances, um Backup, Archivierung, File Storage und Object Storage, Test- und Entwicklungskopien sowie Datenanalyse zu konsolidieren. Die übergreifende Deduplizierungs-Software verringert die notwendige Kapazität der Sekundär-Storage.

Das Produkt, das es seit 2015 gibt, wurde in diesem Jahr um Unterstützung für Amazon-S3-Objekt-Storage mit Deduplizierung über einen ganzen Cluster erweitert.

Weitere Finalisten

Zu den acht Produkten in der Endrunde dieser Kategorie gehörten Cloud-, Software-definierte, hyperkonvergente und sogar Tape-Technologien. Obwohl in der Hardware-Kategorie gelistet, steckt der Wert auch dieser Lösungen vorwiegend in den Software-Stacks.

Zu den nicht prämierten Finalisten gehörte Barracuda Backup 6.4, ein Backup-System für Amazon Web Services, das für Channel-Partner und Managed-Service-Provider gedacht ist. Sie sichern damit die On-Premises- und Cloud-Storage ihrer Kunden. Neu sind die Eins-zu-eins-Sicherung physischer auf virtuelle Geräte und die Unterstützung von Cloud LiveBoot für Microsoft Hyper-V.

Ebenfalls in der Endrunde landete ExaGrid EX Series 4.0. Dieses hyperkonvergente Sekundär-Storage- und Backup-System unterstützt nun auch RMAN-Kanäle (Oracle Recovery Manager), das Veeam Scale-Out Backup Repository und die Replikation in AWS zum Zweck der Disaster Recovery.

Weiter waren auch Flash Arrays von Hewlett Packard Enterprise Nimble Storage Secondary nominiert. Sie basieren auf hybrider Flash-Technologie mit Kompression, Deduplizierung und Kapazitätsoptimierung für Backup und Sekundär-Storage.

Ebenfalls unter den Finalisten: Zwei Tape-Produkte von Quantum. Die Quantum Salar i3 Tape-Library, ein Einstiegssystem, verwendet LTO-Automatisierung. Sie skaliert von einem Tape-Laufwerk und 25 Tape-Slots bis auf 12 Laufwerke und 200 Slots in einem 19-Zoll-Rack. Die Quantum Scala i6-Library, ein Enterprise-System, skaliert bis 12 Pbyte in einem Standard-19-Zoll-Rack. Die Module mit jeweils sechs Höheneinheiten unterstützen bis drei Tape-Laufwerke und 100 Slots.

Backup- und Disaster-Recovery-Software und -Services

Zu dieser Kategorie gehören Backup- und Recovery-Software, Cloud-Backup-  und -Recovery-Services, On-Premises-Backup und Disaster Recovery, Snapshot-Lösungen, Replikations- und Archivierungsprodukte. Zu den Gewinnern gehören diverse Plattformtypen – von softwaredefiniert über Cloud-fokussiert bis zu physischen Lösungen.

Die Gruppe der Finalisten reflektiert Trends in Cloud-Schutz und Object Storage. Einige der Hersteller wurden schon in früheren Jahren mit einem Product-of-the-Year-Award ausgezeichnet, andere tauchen neu im Wettbewerb auf.

Zunächst zu den Preisträgern.

Veeam Availability Suite Version 9.5

Veeam Availability Suite erhielt den Gold-Award. Schon 2015 gewann Veeam mit Version 8 in dieser Kategorie, im vergangenen Jahr holte Veeam mit Version 9.0 Silber. Die Software schützt Daten auf virtuellen und physischen Servern sowie in der Cloud auf Enterprise-Niveau. Dies aktuelle Version von Veeams Leitprodukt wurde um Integrationen mit Nimble Storage und Windows Server 2016 erweitert. Die Integration mit Nimble, zusätzlich zu den bestehenden mit Dell EMC, Hewlett Packard Enterprise und Netapp, ermöglicht laut Veeam Backup und Recovery von Snapshots. Zudem gibt es nun einen Restore-Mechanismus auf Azure. So können Unternehmen ihre Windows- oder Linux-basierenden Systeme und Endpunkte nach Ausfällen dort wieder hochfahren.

Hinzugekommen ist auch eine Integration mit Advanced Microsoft Resilient File System. Das steigert Leistung und Kapazität bei großen Datensätzen und verbessert den Schutz geschäftskritischer Applikationen. Eine integrierte WAN-Beschleunigung kopiert Daten laut Veeam 50mal schneller als übliche Filekopien auf das externe Speicherziel.

Rubik Datos IO RecoverX Version 2.0 (früher Datos I= RecoverX 2.0)

Der Gewinner des Silber-Awards heißt Rubik Datos IO RecoverX 2.0 Cloud-Backup-Software. Diese Lösung eignet sich für das anwendungskonstistente Backup und die orchestrierte Wiederherstellung von Next-Gen-Cloud-Applikationen, nichtrelationalen und Cloud-Datenbanken und Big-Data-Filesystemen. Sie läuft beim Anwender oder in der Cloud und beeindruckte die Juroren durch ihre Innovationshöhe. Zu den Besonderheiten der Software gehört die semantische Deduplizierung. Mit ihr schrumpft das Backup-Volumen, Media-Server-Hardware ist nicht nötig. Unterstützt werden Hadoop und Microsoft SQL Server sowie Mikroserver-Umgebungen.

Backup-Daten werden parallel gestreamt. Um die Wiederherstellung zu beschleunigen, verwendet das Produkt nur eine Kopie und stellt Daten wieder her, sobald sie angefragt werden. Laut Rubik erlaubt die verteilte Architektur, dass laufende Backup- oder Recovery-Prozesse auch bei Infrastrukturausfällen nicht unterbrochen werden. Wichtige Anwendungen sind Point-in-Time-Backup und -Recovery, die Datenmigration zwischen Clouds und die Langzeitarchivierung.

Acronis Storage Version 2

Der Bronze-Gewinner ist nicht ausschließlich eine Backup- und Recovery-Plattform. Doch Acronis Storage Version 2 besticht durch bislang einmalige Datenschutzelemente, die die Juroren begeisterten. Acronis beschreibt das Produkt als die ersten Integration von Blockchain-Technologie in softwaredefinierte Storage- und Datenschutzapplikationen.

Die Lösung unterstützt Block-, File- und Objekt-Storage. Mit dazu gehören Acronis CloudRaid für den Datenschutz und Acronis Notary mit Blockchain-Technologie für Datenintegrität. CloudRAID verwendet Erasure Coding, um geschützte Daten aus den einzelnen Datenstücken und der Paritätsinformation zu rekonstruieren, wobei letztere anderswo in einem Storage-Cluster gespeichert wird. Notary mit Blockchain generiert einen mit Zeitstempel versehenen Fingerabdruck der geschützten Daten. Er wird in Ethereum gespeichert, einer Blockchain-basierten verteilten Computing-Plattform. Durch den Vergleich zweier Fingerabdrücke derselben Daten kann Acronis Storage Authentizität und Integrität der gespeicherten Daten sicherstellen. Typische Anwendungsgebiete sind die medizinische Datenverarbeitung, die Verarbeitung der Daten von Überwachungskameras oder die Langzeitarchivierung zu juristischen Beweiszwecken.

Die übrigen Finalisten

Wie üblich, spiegeln die Finalisten wichtige Markttrends wieder. Eine bedeutende Rolle spielte hier die Cloud. Anwender suchen allerdings plattformübergreifend Lösungen, so dass auch Produkte für Sicherung und Wiederherstellung von physischen und virtuellen Systemen wichtig waren. Weitere wichtige Trends waren Objekt-Storage und der Schutz vor Erpressersoftware.

Zu den Finalisten, die keinen der drei Awards gewannen, gehörte beispielsweise Actifio Virtual Data Pipeline 8.0. Der Marktführer beim Copy Data Management bringt neue Funktionen für Objekt-Storage und die Cloud. Die Funktion OnVault bietet sofortigen Zugriff auf Backup-Daten, die auf Objekt-Storage liegen. Cloud Mobility ermöglicht die sofortige Wiederherstellung physischer und virtueller Maschinen auf VMware- oder AWS-Clouds.

Backup Assist brachte seine gleichnamige Server-Backup-and-Recovery-Software in Version 10 in den Wettbewerb ein. Neu ist die Funktion CryptoSafeGuard zur Abwehr von Erpressersoftware. Sie stoppt infizierte Dateien, bevor sie gesichert wurden und verhindert damit, dass Backups verschlüsselt werden.

IBM Spectrum Protect 8.1.2 schützt Daten über mehrere Standorte und Storage-Plattformen hinweg. Einsatzszenarien sind Hochverfügbarkeitsumgebungen, Datenarchivierung und -wiederherstellung. Die Plattform unterstützt Microsoft Azure Blob für natives Objekt-Storage, sie bietet Inline-Kompression und native Deduplizierung sowie Verschlüsselung gemäß AES-256-Bit (Advanced Encryption Standard) getrennt für jeden Storage-Pool.

Zertos Leitprodukt, die Software Zerto Virtual Replication, ist jetzt in Version 5.5 erhältlich. Dise Version wurde in mehrfacher Hinsicht verbessert. Neu sind das Failback von Azure und eine fünfmal so schnelle Datenwiederherstellung auf AWS. Die ebenfalls neue Zerto-Analytics-Plattform erlaubt Datenanalysen in Multisite- und Multiplattform-Umgebungen. Zerto Mobile Widget ermöglicht Zugriff auf Betriebs- und Leistungsdaten der Plattform, ohne dass die komplette Applikation geöffnet werden muss.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Anbieter sich auch 2017 einiges einfallen ließen, um die nötigen Sicherungs- und Wiederherstellungsfunktionen für eine Welt rasant wachsender Datenmengen und ubiquitären Cloud-Computings bereitzustellen.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2018 aktualisiert

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