Objekt-basiertes Storage und Cloud-Gateways eignen sich am besten für Archivierung und Backups

Cloud-Gateways können die Lücke zwischen älterer Software und Objekt-Speichern in der Cloud schließen.

Objekt-basiertes Storage wird zurzeit als die führende kommende Technologie auf dem Markt angesehen. Viele von seinen Funktionen gelten als geradezu ideal für Cloud-Storage. Allerdings tragen Nachteile wie fehlende Standardisierung und Einschränkungen in der Performance dazu bei, dass Objekt-basiertes Storage ernsthaft nur für Archivierung und Backup in Betracht gezogen wird. Und selbst dann kann es nur im Zusammenhang mit Cloud-Gateways eingesetzt werden.

Zu den Vorteilen von Objekt-Storage zählen die enorme Skalierbarkeit, die räumliche Unabhängigkeit und Funktionen im Bereich der Mehrmandanten-Fähigkeit. Hinzu kommt, dass sich dies alles mittels gängiger Hardware bewerkstelligen lässt. Zu den Nachteilen gehören niedrige IOPS und hohe Latenz. Man sollte auch im Hinterkopf behalten, dass die Technologie jedes einzelnen Anbieters hier proprietär ist. Genau diese Einschränkungen sorgen letztlich dafür, dass Objekt-basiertes Storage weniger geeignet für primäres Storage ist.

Die meisten Unternehmungsanwendungen für unstrukturierte Daten sind darauf ausgelegt mit einem traditionellen Datei-System und Block-basierten Protokollen zu kommunizieren, wie zum Beispiel iSCSI, Fibre Channel (FC), Network File System (NFS) oder Common Internet File System (CIFS). Objekt-Speicher können jedoch nur mit Anwendungen nativ sprechen, die über ein Webdienst-Interface verfügen. Nur leider wurden viele ältere Anwendungen nicht dafür ausgelegt, nativ mit Objekt-Speichern zu kommunizieren.

„Clouds werden zumeist mittels Objekt-Speichern implementiert“, sagt Robert Mason, Präsident und Gründer von Nasuni. „Man muss für den Objekt-Speicher ein eigenes Interface bereitstellen. Es existiert derzeit aber kein API-Standard für private oder öffentliche Objekt-Speicher.“

Der Mangel an standardisierten Application Programming Interfaces (APIs) zwingt Kunden dazu, Gateways für Cloud-Storage zum Übersetzen von Protokollen einzurichten. Nur so können sie die mühselige Aufgabe umgehen, Anwendungen so umzuschreiben, dass sie anschließend Webdienst-Schnittstellen unterstützen.

Das in Utah ansässige Sundance Institute hat die Verwendung von Cloud-APIs für die Speicherung und den Abruf von Videodateien und Fotos in einer öffentlichen Cloud näher untersucht. Dabei stellten dessen IT-Mitarbeiter verblüfft fest, dass die eigene Anwendung press.sundance.org in weiten Teilen umgeschrieben werden musste, um mit den APIs der Cloud-Provider kommunizieren zu können.

Laut Justin Simmons, Associate Director der System- und IT-Administration, hat Sundance zum Bewältigen dieser Hürde ein StorSimple iSCSI-Cloudgateway für seine Hybrid-Cloud gekauft. So habe man vermieden, „mit irgendwelchen APIs herumprobieren“ zu müssen.

„Um Cloud-APIs zu verwenden, müsste ich die Anwendung so anpassen, dass sie mit dem API des Cloud-Anbieters funktioniert. Wenn ich dann den Cloud-Provider wechseln möchte, muss ich die gesamte Applikation erneut umschreiben“, erklärt Simmons. „Das Gateway hat unser Problem gelöst. Ich musste also keine Entwickler beschäftigen.“

Cloud-Gateways als Retter in der Not?

Das Fehlen standardisierter APIs für Cloud-Storage hat Gateways zu einer unverzichtbaren Komponente auf dem Weg in die Cloud werden lassen. Dies liegt vor allem daran, dass diese Geräte als Übersetzer zwischen den Anwendungen und Webdienst-basierten APIs fungieren. Zu diesen zählen das HTTP-basierte REST, Amazons Simple Storage Service (S3)-APIs, EMC Atmos-APIs, Nirvanix API, Rackspace Cloud Files APIs und das Simple Cloud API ebenso wie das Cloud Data Management Interface (CDMI) der Storage Networking Industry Association (SNIA).

Anbieter wie CTERA, Nasuni, Panzura, Riverbed, StorSimple, TwinStrata und Zetta haben Cloud-Gateways in Form von Hardware-Appliances oder auch Software entwickelt, die Kunden bei sich vor Ort installieren können. Anbieter öffentlicher Cloud-Storage fügen ebenfalls Gateways hinzu, um ihren Kunden die Anbindung an ihre Clouds zu erleichtern.

Im Januar hat zum Beispiel Amazon sein Software-basiertes AWS Storage Gateway vorgestellt. Nirvanix und Rackspace bieten ebenfalls Datei-basierte Gateways. Und Branchen-Insider munkeln, dass Windows Microsoft Azure bald ebenfalls ein Gateway erhalten wird.

„Ich bekomme jede Menge Fragen von Kunden zu diesem Thema. Gateways lösen viele Probleme“, sagt Gene Ruth, Research Director bei Gartner Inc. im US-Bundesstaat Connecticut. „Aber das Problem mit den Gateways ist, dass sie klein skaliert sind. Sie eignen sich vor allem gut für kleine und mittelständische Unternehmen und dementsprechend überschaubare Anforderungen.“

Jérôme Lecat, CEO von Scality, stimmt dem zu: Gateways würden „bei großer Skalierung überlastet.” Im Großen und Ganzen, so sagen Analysten, erfüllen Gateways die grundlegenden Bedürfnisse von Cloud-Kunden. In größeren Unternehmen können sie jedoch nur selten mithalten und werden allenfalls im Bereich von Backups und Archivierung eingesetzt.

„Das Problem mit einem Gateway ist, dass es die Komplexität erhöht und zugleich die Performance einschränkt“, sagt Andrew Reichman, Principal Analyst von Forrester Research Inc. in Massachusetts. „Ich denke, dass es aus Sicht von Performance und Eleganz alles andere als ideal ist. Das gilt insbesondere für primäre Anwendungen.“

Organisationen testen gegenwärtig Cloud-Storage, indem sie Anwendungen für Backup und Archivierung auf Objekt-basiertes Cloud-Storage umstellen. Das liegt daran, dass diese Anwendungen schreibintensiver sind, höhere Latenzen verkraften und deutlich einfacher umgebaut werden können, um mit Objekt-Speichern zu kommunizieren. Das Umschreiben von Anwendungen, die lese- und schreibintensiv gleichermaßen sind, ist deutlich schwieriger.

„Objekt-Speicher sind leistungsstark, aber grob“, sagt Andres Rodriguez, Gründer und CEO von Nasuni. „Die grundlegenden Operationen von Objekt-Speichern sind PUT, GET und DELETE, während Block- und Datei-Storage auch Änderungen zulassen. Bei Änderungen in Objekt-Speichern sieht es aber schlecht aus. In Backup- und Archivierungsanwendungen gibt es keine Änderungen. Deshalb sind sie ein sehr natürlicher Anwendungsfall für Objekt-Speicher.“

Artikel wurde zuletzt im März 2012 aktualisiert

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