SAN-Implementierung: Die wichtigsten Schritte zum Aufbau eines SAN

Implementierung eines Storage Area Networks: Was sind die wichtigsten Schritte beim Aufbau eines SANs? Wir geben Antwort.

Bei der Implementierung eines Storage Area Networks (SAN) sind eine Reihe von wichtigen Überlegungen und Maßnahmen zu beachten. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie SAN-Technologie in Ihrer Organisation erstmalig einführen.

In diesem Interview befragt Antony Adshead, Büroleiter von SearchStorage.co.uk, Steve Pinder, Principal Consultant bei GlassHouse Technologies (GB) über das richtige Vorgehen bei der Ersteinführung von SAN in einer Storage-Infrastruktur. Pinder stellt Topologien für SAN-Fabrics vor und erläutert die wichtigsten Planungsstufen einer SAN-Implementierung. Weiterhin geht er auf die üblichen Fallstricke ein, die es zu vermeiden gilt, damit die Implementierung ein voller Erfolg wird.

SearchStorage.co.UK: Was sind die wichtigsten Stadien der Erstimplementierung eines Storage Area Networks?

Pinder: Zuerst einmal ist es überaus wichtig zu verstehen, welche geschäftlichen Faktoren die Treiber für die SAN-Implementierung sind: Ist generisches Wachstum der Auslöser oder eine vor kurzem erfolgte Fusion oder Übernahme? Sie müssen außerdem berücksichtigen, ob nur ein Teil oder der gesamte Bestand an Servern neu aufgesetzt werden soll, oder ob er in das neue SAN migriert werden sollen.

In den meisten Fällen sind betriebswirtschaftliche Gründe ausschlaggebend für die Entscheidung, ein SAN zu implementieren. Im Anschluss daran sollten Sie ein gemeinsames Verständnis dafür entwickeln, was das SAN enthalten soll. Soll es ausschließlich für geschäftskritische Hosts verwendet werden? Oder sollen Performance und die Kapazität unterschiedlicher Hosts dadurch optimiert werden?

Diese Festlegung wird Ihnen helfen, die richtige Größe für das SAN zu ermitteln. So können Sie Verschwendung und zukünftigen Problemen geschickt aus dem Weg gehen. Wenn ein großes SAN implementiert wird, aber nur eine kleinere Anzahl von Servern daran angeschlossen wird, dann kann dies eine Verschwendung finanzieller Mitteln bedeuten. Ein zu klein dimensioniertes SAN wiederum wird schnell an seine Kapazitätsgrenze stoßen und dadurch erhebliche Kosten für eine Neukonfiguration verursachen.

Es ist zudem unerlässlich zu entscheiden, ob redundante Fabrics vonnöten sind, wie ein Backup der SAN-Daten aussehen soll und welche Storage-Klassen benötigt werden. Jeder dieser Punkte muss betrachtet werden, damit am Ende ein ausreichendes Hardware- und Software-Budget beschlossen und bereitgestellt werden kann.

Die nächste Stufe des Prozesses besteht in der Entscheidung, ob Sie die Implementierung selbst vornehmen möchten oder damit ganz oder in Teilen einen externen Dienstleister  beauftragen wollen. Ein kleines SAN mit ein bis zwei Switches ist nicht sonderlich komplex. Aber sobald die Anzahl der Ports ein bestimmtes Niveau übersteigt, ist es äußerst ratsam, sich externe Unterstützung zu holen.

Man sollte sich außerdem im Klaren darüber sein, wie viel Zeit die IT-Abteilung überhaupt für das Projekt aufbringen kann. Je komplexer das Implementierungsprojekt ist, desto größer ist der Zeitbedarf seitens der IT. Und dies kann schnell dazu führen, dass wertvolle Zeit auf Kosten anderer Projekte verbraucht wird.

Sobald die Rollen klar verteilt sind, sollte normalerweise eine Ausschreibung stattfinden. Diese umfasst eine Einladung an die Anbieter, Lösungsvorschläge für die Erfüllung der gestellten Anforderungen zu unterbreiten und die dabei anfallenden Kosten zu beziffern. Die eingereichten Angebote können dann analysiert und das bestgeeignete zur Umsetzung ausgewählt werden. Die Arbeitspakete werden definiert und zwischen Kunde und Anbieter aufgeteilt, und die Installation kann beginnen.

In der ersten Phase wird voraussichtlich ein Pilot erstellt, gefolgt von einem vollständigen Roll-out. Während der Installation des SAN werden neue Hosts und Dienste aufgesetzt und in Betrieb genommen. Für Hosts und Dienste, die in das SAN übernommen werden sollen, muss ein Migrationsplan erstellt werden. Für die Aufgaben, die diese normalerweise erledigen, muss eine entsprechende Ausfallzeit einkalkuliert und gehandhabt werden. In Abstimmung mit dem Projektplan werden weitere Hosts implementiert, bis das Projekt fertiggestellt ist und abgenommen wurde.

Spätestens zur Produktionsfreigbabe des SAN sollten Standardverfahren für alle SAN-Aktivitäten vorhanden sein. Diese Verfahren reichen von Alarmen bei Systemausfall bis zur Bereitstellung von Storage und sorgen letztlich dafür, dass das SAN so reibungslos funktioniert, wie es ursprünglich im Rahmen des Entwurfs vorgesehen wurde.

SearchStorage.co.UK: Vor welchen Stolpersteinen sollte man sich im Rahmen einer SAN-Installation in Acht nehmen? Und wie kann man dafür sorgen, dass der Prozess möglichst reibungslos verläuft?

Pinder: Sofern Ihre Implementierung nicht relativ klein ausfällt oder Sie kein erfahrener SAN-Profi sind, sollten Sie zur Unterstützung Ihres SAN Roll-outs unbedingt professionellen Rat einholen. Dieser kann von einer einfachen Bestandsaufnahme bis hin zu einer vollständigen Implementierung reichen. Nahezu immer wird sich das als gute Investition herausstellen und Sie davor schützen, dass Stolpersteine überhaupt auftreten.

Mein Rat an dieser Stelle lautet: Denken Sie über Antworten auf die folgenden fünf Fragen nach.

Ist mein SAN korrekt dimensioniert? Director-Switches sind deutlich teurer als Edge-Switches. Andererseits ermöglichen sie aber eine SAN-Implementierung mit 1000 oder mehr Ports. Sie können anfangs auch mit einer geringeren Anzahl von Ports eingekauft und erst zu einem späteren Zeitpunkt erweitert werden. Edge-Switches sind zwar billiger, aber nicht erweiterbar, so dass ein erhöhter Bedarf an Ports in Zukunft leicht zu Konflikten und Verzögerungen entlang der Inter-Switch-Links und zu schlecht passendem Storage führen kann.

Als Zweites sollten Sie Service-Level für die Hosts festlegen. Nicht alle Hosts benötigen denselben Service-Level. Es kann regelrecht Geldverschwendung sein, für einen Host mit niedriger Priorität Storage auf Enterprise-Niveau bereitzuhalten. Alle Hosts, die sich mit einem SAN verbinden, sollten einer Service-Klasse zugeordnet werden und exakt an die Infrastruktur angebunden werden, die den entsprechenden Service-Level bietet. Es wäre beispielsweise gänzlich unnötig, einen zusätzlichen Host-Busadapter und SAN-Port Dual-Pathing für einen Host vorzusehen, bei dem keine Menschenseele etwas davon merkt, wenn er eine Woche ausfällt.

Drittens: Bieten die Storage-Arrays das erforderliche Performance-Niveau? Alle Arrays besitzen eine Maximalkapazität hinsichtlich ihres Service-Levels. Es ist deshalb wichtig, die Hosts so auf diese zu verteilen, dass nicht ein Array deutlich vor allen anderen an sein Limit stößt. Wenn ein Array seine Leistungsgrenze erreicht, aber noch über viele Terabytes an freiem Speicher verfügt, dann ist dies ganz offensichtlich pure Geldverschwendung.

Viertens: Stellen Sie eine Backup-Planung auf. Wenn kein SAN vorhanden ist, dann läuft sämtlicher Backup-Traffic über das LAN. Mit zunehmendem Backup-Traffic können dann Konflikte zwischen diesem und den Netzwerkdaten auftreten. Ein Implementieren von Technologien, die ein Umleiten des Backup-Traffics über das Storage-Netzwerk anstelle des LANs ermöglichen, beseitigt diesen Engpass und verbessert zugleich die Performance des LANs.

Zu guter Letzt: Führen Sie Standards ein und halten Sie sich daran. Wenn ein SAN erst eine gewisse Größe erreicht hat, kann die Administration schwierig werden. Deshalb ist es wichtig, bereits in der Entwurfsphase Namenskonventionen abzustimmen und dafür zu sorgen, dass sie anschließend auch eingehalten werden. Zonen-Namen in der Fabric, Host-Aliase in den Switches und Host-Gruppen in den Arrays sollten möglichst konsistent gehalten werden. Wenn keine Standards eingeführt werden, dann wird die Administration immer schwieriger, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem Ausfall kommt.

Artikel wurde zuletzt im April 2010 aktualisiert

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