Storage-Virtualisierung: HDS-defined Storage mit SVOS und VSP G1000

HDS sich im Laufe der Jahre weg von proprietärer Hardware bewegt und nun das Ziel Software-defined Storage erreicht, so HDS-Manager Sean Moser.

SDx („Software-defined Everything“) entwickelt sich neben Cloud Computing zu einem Treiber der IT-Innovationen. Nach EMC, HP und IBM hat nun auch die Hitachi-Division HDS eine neue Phase der Storage-Virtualisierung eingeläutet: Man will den bestehenden Kunden erweiterte Skalierungsmöglichkeiten auf der Basis einer virtualisierten Infrastruktur anbieten und zugleich mehr Marktanteile gewinnen.

Sean Moser, Senior VP Global Product Management, HDS

Um sich von der Konkurrenz abzuheben, spricht man bei HDS nicht von „Software-defined …“, sondern von „Business-defined IT“. Damit knüpft HDS an die schon vor Jahren allgemein verbreitete Analogie vom „Alignment zwischen IT und Business“ an und will die IT aus den Fängen der Ingenieure befreien, die nur für Ingenieure entwickeln würden. IT, so HDS, muss mehr sein als ein reines Cost Center. Mit Virtualisierung und Cloud Computing könne man diesen Anspruch nun verwirklichen.

Wie Sean Moser, Senior VP Global Product Management bei HDS, im Gespräch mit SearchStorage.de erläutert, tendiert die IT-Industrie immer mehr dazu, Commodity-Produkte herzustellen. Nur durch neue Software-Funktionalitäten könne man noch Konkurrenzvorteile gewinnen. Der aktuelle HDS-Kurs werde deshalb durch das Hitachi Storage Virtualization Operating System SVOS und die Hitachi Virtual Storage Platform „VSP G1000“ bestimmt. SVOS löst die bisherige „Virtual Storage Platform“ (VSP) ab, die vor vier Jahren eingeführt worden war. SVOS soll sich vor allem durch eine einheitliche Software-Architektur und einen höheren Integrationsgrad der Speicher-Infrastruktur auszeichnen. HDS spricht in diesem Zusammenhang auch von einer „Continuous Cloud Infrastructure“ (CCI).

Die Continuous Cloud Infrastructure: Von der Konsolidierung und Virtualisierung über Automatisierung und Self-Service in die Private Cloud.

Auf der Hardware-Seite hat HDS mit der VSP G1000 ein neues High-end-Array vorgestellt, das für die SVOS-Implementation bereit ist. HDS will mit diesem Gerät höhere Performance für Block-, File- und Object-Storage zur Verfügung stellen. Dahinter steht der Ehrgeiz, den Anschluss an VMAX von EMC und DS8870 von IBM zu schaffen.

Virtualisierung – mal so, mal so

HDS hat laut Sean Moser verschiedene Richtungswechsel in der Vergangenheit vollzogen. Gestartet als globale Sales- und Marketing-Division von Hitachi, habe man mit der Zeit viele Research-und Development-Aufgaben (R&D) übernommen, besonders im Bereich Storage. Das Schwergewicht hat sich in den letzten Jahren immer mehr auf Software verlagert, was sich auch in den Absatzzahlen ausdrücke, wie Moser berichtet. Zu den neuen erfolgreichen Software-Angeboten gehörten Object Storage (jetzt als „Pure Software“ vermarktet) sowie Data und Content Management. Von proprietären Angeboten hätten sich die HDS-Entwickler verabschiedet: Die neue VSP-Generation SVOS, so Moser, laufe auf einem Standard-Intel-Server in einer virtuellen Maschine und werde auf diese Weise in die Speicherlandschaft eines Unternehmens integriert. Offene Standards seien keine exklusive Domäne von HP oder IBM, fast die ganze Speicherindustrie bewege sich in diese Richtung. So unterstützt HDS laut Moser unter anderem OpenStack und den Block-Service Cinder. Man habe bereits das ganze Produktportfolio auf das neue OpenStack-Release „Icehouse“ abgestimmt. HDS sei darüber hinaus prinzipiell offen für neue Entwicklungen in der IT-Industrie – so werde man auch Virtual SAN von VMware unterstützen. Gleiches gelte für neue Lösungen von Microsoft und Citrix.

HDS hat, wie Moser im Gespräch berichtet, mehrere Virtualisierungs-Generationen bei seinen Storage-Produkten durchlaufen. Man begann mit der Virtualisierung auf dem I/O-Layer: Zunächst wurden dedizierte Ports für Unix- und Windows-Umgebungen zur Verfügung gestellt, was sich als sehr kostspielig herausstellte. Im nächsten Schritt wurden gemeinsame virtuelle Ports entwickelt. Das überführte man dann in Virtual Storage Domains in einem Array und erweiterte diese Lösung in Richtung externes Storage. Schließlich virtualisierte man die Volumes selbst, indem man sie von dem physischen Layer ablöste, was Pooling, dynamisches Tiering oder Thin Provisioning ermöglichte.

Moser betont, dass man jetzt letztlich ein In-Memory-Verfahren auf Intel-Basis einsetze. Über die Jahre hinweg seien der Commodity-Anteil der Hardware sowie der Software-Beitrag kontinuierlich angestiegen. Man habe von Stufe zu Stufe immer weniger eigene ASICs eingesetzt. Das Ziel Software-defined Storage sei in diesem Entwicklungsprozess schließlich erreicht worden.

Cloud Services à la HDS

Cloud Services für Storage werden derzeit nur für bestehende Kunden angeboten. Wenn ein Kunde zum Beispiel mit seiner Plattenkapazität für eine NAS-Umgebung an die Grenzen stößt, kann er online Speicherplatz in einem der HDS-Rechenzentren weltweit bestellen. Hosted Rechenzentren ständen auch in Europa und in Deutschland bereit. Zu einem späteren Zeitpunkt kann der Kunde die Daten, falls gewünscht, wieder on-premise zurückholen. Im Übrigen arbeite man in den USA bereits mit dem Cloud-Anbieter Verizon zusammen, und da sei noch viel Luft drin. Auf die Frage, ob HDS dem Beispiel von IBM, HP oder EMC/VMware folgen und eigene Public Cloud Services anbieten werde, antwortete Moser ausweichend.

Hitachi hat in der Nähe von Amsterdam vor kurzem ein neues „Distribution Center“ für Europa eröffnet. Es ist auf Wachstum ausgelegt. Hitachi und die Tochtergesellschaft HDS wollen diese Investition als „starkes Commitment“ für den europäischen Markt verstanden wissen. Anders als die großen Konkurrenten habe man zudem in den letzten zwei Jahren keinen Einbruch bei den Speicherverkäufen erleben müssen, erklärte Moser.

Artikel wurde zuletzt im Mai 2014 aktualisiert

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