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Trübe Zukunftsaussichten für Storage-Profis: Neuorientierung ist erforderlich

Storage-Administratoren und Experten können nicht in gewohnten Pfaden wandeln. Sie müssen sich den Herausforderungen durch neue Technologien stellen.

In der technologischen Revolution gibt es einen ständigen Rollenwandel. Im Moment sind Storage-Administratoren und Experten davon besonders betroffen. Virtualisierung, Cloud, Hyperkonvergenz und Solid-State-Technologien sorgen dafür, dass in der Storage-Welt kaum ein Stein auf dem anderen bleibt.

Laut einer Umfrage unserer US-Kollegen vom Storage Magazine (Link zum englischsprachigen Magazin hier) wenden die Storage-Administratoren dort weniger als ein Drittel ihrer Arbeitszeit für echte Storage-Projekte auf. Das scheint eine Verschwendung von Talenten, ist aber wohl eher ein Anzeichen für den Rollenwandel, der auf Storage-Profis zukommt.

In der IT ist eine neue Zeit angebrochen und die Sicherheit, die Arbeitnehmer früher gewohnt waren, gehört rapide der Vergangenheit an. Dafür sorgen vor allem Virtualisierung, Cloud, Hyperkonvergenz und Solid-State-Technologien. Die traditionelle Verwaltung der Storage wird zwar daneben immer noch gefordert, aber das Berufsbild ändert sich rapide.

Traditionelle Disk-Arrays erforderten eine Menge Planung und Verwaltung. Das Gespräch mit Anwendergruppen und anderen IT-Teams war notwendig. Unerwartete Arbeitslasten und Belastungsspitzen mussten einkalkuliert werden. Kapazitätsplanung war ein Gebot der Stunde.

Mit flexiblen All-Flash- oder hyperkonvergenten Systemen verliert all dies an Bedeutung. Administratoren müssen neue Rollen finden und an anderen Stellen Mehrwerte schaffen. Die traditionellen Karrieren verschwinden und die Arbeitsgewohnheiten müssen sich ändern. Fortbildung ist unerlässlich. Wer sich den neuen Technologien und Herausforderungen nicht stellt, läuft Gefahr, überrollt zu werden. In den IT-Abteilungen mittelgroßer Firmen tobt ein Kampf zwischen Server- und Storage-Spezialisten, wer für hyperkonvergente Systeme zuständig ist. Den Verlierern droht der Verlust ihrer Arbeitsplätze.

Die Einführung von Robotik und IT-Automation kann kurzfristig zu einem höheren Bedarf an Storage-Spezialisten führen. Langfristig wird dadurch aber der Wegfall von Stellen beschleunigt. Im Moment befinden sich Robotik und IT-Automation aber noch ganz am Anfang, so dass eine Neuausrichtung auf diese Technologien erfolgversprechend ist.

Laut dem Report der Marktforscher von Gartner „Adapting to the Cloud: Work and Career Strategies for IT Infrastructure Professionals (June 2016)“ verschwinden Technologie-Silos zusehends, weil sich Unternehmen den neuen Technologien zuwenden.

Matthew Brisse, Research Vice President Gartner, betont, dass durch den Trend zur Cloud im Storage-Bereich Management-Aufgaben und damit Arbeitsplätze wegfallen. Die Administratoren müssten ihre Karrierepläne revidieren und die Rollen werden neudefiniert.

Zwang, neu zu lernen

Es ist unabdingbar, dass Storage-Profis umlernen müssen, wenn sie nicht unter die Räder geraten wollen. Vielversprechend ist eine Weiterbildung in den Segmenten Social, Mobile und Analyse. Auch wenn das alles Trendthemen sind, werden sie in der Realität oft vernachlässigt und echte Konzepte fehlen. Storage-Profis sind es gewohnt, gründlich zu planen und können ihre hohe Praxiskompetenz hier einbringen.

Eine andere zukunftsträchtige Aufgabe liegt im Bereich Orchestration und Automation der gesamten IT-Umgebung. Dafür werden Kompetenzen mit Werkzeugen wie Chef, Puppet und vRealize benötigt.

Auch eine Hinwendung zu Hyperkonvergenz birgt Chancen. Von der Ausrichtung auf NAS und reine Hardware-Storage sollte man dagegen Abschied nehmen, denn dies ist ein schrumpfender Markt, auch wenn er noch lange Jahre Bestand haben wird.

Ein Hindernis auf dem Pfad zur Hyperkonvergenz besteht darin, dass bisher nur wenige Anbieter Zertifizierungen anbieten. Das erschwert Interessenten die Ausbildung und macht es schwierig, gegenüber dem Arbeitgeber mit der erworbenen Kompetenz zu argumentieren. Ein Trost besteht darin, dass laut der oben angeführten Studie des Storage Magazine Zertifizierung ohnehin in der Karriereplanung keine hervorgehobene Rolle spielen.

Im Rahmen des Trends zur Hyperkonvergenz empfiehlt es sich für Storage-Profis, einen Blick in den Netzwerkbereich zu werfen. Netzwerke haben immer noch den Ruf einer Geheimwissenschaft, werden aber zugänglicher durch die neuen Technologien. Ethernet wird künftig das Rückgrat der Storage bilden und wer sich damit gut auskennt, hat einen Trumpf in der Hand.

Ebenso sollte man sich tiefe Kenntnisse in Virtualisierung und Cloud erwerben. Generell sollten Storage-Administratoren sich nicht mit dem Blick auf den Storage-Layer begnügen, sondern die gesamte IT-Infrastruktur ins Auge fassen.

Kein Grund zum Schwarzsehen

Storage-Profis sollten nicht die Flinte ins Korn werfen. Auch wenn der Beruf in Zukunft anstrengender wird, gibt es doch zahlreiche neue Möglichkeiten. Die traditionellen Fertigkeiten der Storage-Administratoren bleiben wichtig und relevant. Man muss nur flexibel sein und sich auf neue Rollen einstellen und den Blick über den Tellerrand hinausschweifen lassen.  

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Artikel wurde zuletzt im November 2016 aktualisiert

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