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Diese Fähigkeiten sind bei Storage-Admins gefragt

Aktuelle Entwicklungen krempeln nicht nur den Storage-Markt um, sondern sorgen auch für geänderte Ansprüche an Admins. Das gilt es bei Aus- und Weiterbildung zu berücksichtigen.

Die Storage-Welt ändert sich derzeit in einem nahezu atemberaubenden Tempo. Speicher-Spezialisten müssen sich anpassen und neue Fertigkeiten erlernen, wenn sie ihre Karriere weiter vorantreiben wollen. Erfahrene Storage-Admins mussten sich natürlich schon immer damit beschäftigen, neue Fähigkeiten zu lernen oder haben riskiert, überflüssig zu werden.

Nach Ansicht von Bradley King haben sich die zur Verfügung stehenden Hardware- und Service-Optionen jedoch massiv verändert, die Unternehmen heutzutage nutzen können. King ist Chief Engineering Architect und Mitgründer von Scality, einem auf Software-defined Object Storage spezialisierten Anbieter. „Unternehmen haben heute die Wahl zwischen traditioneller On-Premises-Infrastruktur, einer gehosteten Infrastruktur, einer virtualisierten On-Premises sowie gehosteten Infrastruktur und einer On-Demand verfügbaren On-Premises sowie gehosteten Infrastruktur“, erläutert King.

Gefrage Storage-Fähigkeiten

Ein Storage-Administrator müsse über grundlegende Kenntnisse zu Storage-, Block-, Datei-, Objekt- und Datenbank-basierten Aktivitäten verfügen, ergänzt Greg Schulz, Gründer und Senior Advisor beim Forschungsunternehmen Server StorageIO. „Dazu kommen Fähigkeiten in den Bereichen Datenschutz, Backups, Snapshots, Replikation und Point-in-Time-Kopien sowie Wiederherstellung, die er benötigt.“ Auch Wissen über Container und Serverless Computing, wie sie beispielsweise mit Kubernetes möglich sind, hält er ebenfalls für unerlässlich.

Dazu kommen die so genannten Soft Skills. Dabei handelt es sich um Fähigkeiten, mit anderen zusammenzuarbeiten, mit ihnen zu kommunizieren, Flexibilität sowie ein guter Umgang mit Kollegen, um ihnen zu helfen, sich in einem Unternehmen zu integrieren. Nur so stellen die Mitarbeiter im Zusammenhang mit den benötigten „harten“ technischen Skills im Bereich Storage einen echten Mehrwert für ihren Arbeitgeber dar, ist Kong Yang überzeugt. Er ist Head Geek bei SolarWinds, auf einem IT-Monitoring und Management-Tools spezialisierten Anbieter. „Bezogen auf ‚Hard Skills’ sollten sich Storage-Admins auf Software-defined Storage (SDS), Hyper-konvergente Infrastrukturen, Cloud-basierte Storage-Dienste, Big Data, Künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning, Deep Learning und Datensicherheit konzentrieren“, fügt Yang hinzu.

Auch wenn die wichtigste Aufgabe eines Storage-Admins das Aufrechterhalten eines ordentlichen Betriebs der ihm anvertrauten Speichersysteme ist, besteht doch weiter ein Bedarf an ergänzenden Kenntnissen in benachbarten technischen Bereichen. Hier werden oft Erfahrung im Umgang mit Netzwerken, dem Scheduling von Jobs, Management von Clustern und Servern, Scripting sowie auch Fertigkeiten mit wichtigen Programmiersprachen benötigt, ist Dale Brantley überzeugt. Er ist Worldwide Storage Systems Engineer beim Anbieter von parallelen High-Performance-Storage-Systemen Panasas.

„Um erfolgreich auf die Probleme eines Anwenders reagieren zu können, muss ein Admin genau verstehen, wie die einzelnen Subsysteme funktionieren und wie sie zusammenarbeiten“, erklärt Brantley. „Nur noch selten hat ein Data Center nur noch ein einziges Dateisystem.“ Dazu komme, dass neuere Storage-Techniken wie Object Storage, egal ob On-Premises oder in der Cloud, die Art veränderten, wie Storage in Rechenzentren verwaltet werde. Ein erfolgreicher Storage-Admin müsse sich deswegen kontinuierlich mit aufstrebenden Speichertechniken beschäftigen.

Wie sich neue Storage-Kenntnisse erlernen lassen

„Die beste Methode, um neue technische Fähigkeiten zu lernen, ist, sich die Hände schmutzig zu machen“, kommentiert Yang. „Cloud-Anbieter wie AWS, Azure und  Google haben kostenlose Angebote, die sich auch zum Erlernen neuer Fertigkeiten verwenden lassen“, fügt er hinzu.

IT-Zertifikate und -Trainings ermöglichen es zudem, essentielle neue Fähigkeiten zu erwerben, die Storage-Admins heute benötigen, ergänzt Antonello Corno, Senior Manager of Product Strategy bei Learning@Cisco, einem von Cisco Systems betriebenen Netzwerk zum Verbreiten neuer Inhalte. „Erweiterte und neue Angebote im Bereich Lernen sorgen dafür, dass IT-Profis Trainings erhalten können, die ihren persönlichen Bedürfnissen und Zeitplänen entsprechen.“

Dazu komme das weiter wichtige In-House-Training. „Es muss eine Methode gefunden werden, damit erfahrene Mitarbeiter neue Kollegen unterstützen können“, betont etwa Ben Gitenstein, Vice President of Product Management bei Oumulo. Das Unternehmen ist auf Software-basierten Storage spezialisiert. Offene Kommunikationsmöglichkeiten wie Slack Channels können ein geeignetes Forum darstellen, in dem Fragen gestellt und neue Ideen ausprobiert werden können. Darüber hinaus gebe es im Internet bereits reichlich Tutorials und Online-Ressourcen, um sich etwa mit den Themen Scripting und Automatisierung zu beschäftigen.

Fähigkeiten, die immer weniger benötigt werden

Während manche Fähigkeiten immer wichtiger werden, gibt es andere, die kaum noch benötigt werden und deren Bedeutung kontinuierlich abnimmt. Schnelle Flash-Speicher sind beispielsweise derzeit laut Lee Caswell, Vice President bei VMware und für den Bereich Product, Storage und Availability verantwortlich, dabei, die aufwendigen Arbeiten zum Planen, Tunen und Optimieren von relativ langsamen magnetischen Festplatten überflüssig zu machen. „Gleichzeitig sorgt das flexible Deployment- und Management-Modell von hyperkonvergenten Infrastrukturen dafür, dass keine Fünf-Jahres-Pläne, Erfahrung im Umgang mit Fibre Channel und Storage-zentrierte Managementkonzepte wie LUNs (Logical Unit Numbers) mehr benötigt werden, die die Arbeit von Storage-Admins früher beherrscht haben“, ist Caswell überzeugt. Die Cloud sei zudem dafür verantwortlich, dass das Risiko von Kapazitätsengpässen abnehme. Die Ängste vor diesen Problemen hätten bewirkt, dass viele Admins in der Vergangenheit lieber zu viele als zu wenige Speichersysteme vorrätig hielten.

Auch Fähigkeiten im Bereich Hardware werden nach Ansicht von Frank Yang, Strategy Development Manager für den Bereich Glasfaser beim Anbieter von Netzwerkinfrastruktur CommScope, für Storage-Admins immer weniger wichtig. „Die Storage-Infrastruktur in Rechenzentren entwickelt sich zu einer Software-zentrischen Storage-Infrastruktur“, hat er beobachtet. „Die zugrunde liegenden Storage-Bereiche werden bald in der gesamten Infrastruktur nur noch komplett virtuell vorhanden sein.“

In der Vergangenheit wurde sehr viel Aufwand betrieben, um die Storage-Hardware zu verwalten, Fehler zu beheben und um die Produkte zu aktualisieren. „Der Aufstieg von Flash-Speicher und Unified Computing machen dies immer weniger nötig“, sagt Corno von Learning@Cisco. „Stattdessen müssen sich heutige Storage-Admins auf andere Aufgaben wie das Verwalten hybrider Storage-Infrastrukturen, Datensicherheit und das Analysieren von Datenverkehr und -nutzung konzentrieren.“

Weiterbildungen planen

Kong Yang von SolarWinds rät Storage-Administratoren zu einem schrittweisen Ansatz, wenn sie ihre künftigen Weiterbildungen planen wollen. „Starten Sie mit Basisthemen wie Monitoring und ergänzen Sie sie mit Soft Skills“, empfiehlt er. „Kombinieren Sie dies außerdem mit der Bereitschaft, jederzeit etwas dazu zu lernen und ergreifen Sie alle Gelegenheiten, die sich ergeben.“

Server, Flash, hyperkonvergente Infrastrukturen sowie Cloud Computing wachsen derzeit im zweistelligen Bereich, hat Caswell von VMware beobachtet. „Storage-Admins sollten ihren Wert erhöhen, indem sie sich in diesen Wachstumsmärkten positionieren.“

Gitenstein von Oumulo sieht ebenfalls aufregende Zeiten für Storage-Admins: „Die Menge an zu verwaltendem Speicher wächst rapide, so dass es sehr viele Möglichkeiten gibt, die eigene Karriere voranzutreiben.“

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2018 aktualisiert

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