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Konvergenz und Hyperkonvergenz: Grenzen verschwimmen

Hyperkonvergente und konvergente Systeme unterschieden sich früher stark. Neue Produkte schaffen es jetzt, das Beste beider Welten harmonisch zu vereinen.

Über die Abgrenzung von konvergenter und hyperkonvergenter Infrastruktur (HCI) wird viel diskutiert. Neue Angebote verschiedener Hersteller weichen die Differenz weiter auf.

Seit der Einführung von HCI wurde diese Bezeichnung vielen Produkten aufgestempelt, die eigentlich nicht zur ursprünglichen Definition passen. Zunehmend wird „Best of Breed“-Hardware zunächst bei konvergenten, dann auch bei HCI-Lösungen verwendet.

„Best of Breed“ bedeutet, dass Server, Netzwerk und Storage separat betrachtet werden und die jeweils beste Lösung für die Gesamtumgebung übernommen wird. Solche Systeme erfordern erheblichen Aufwand bei Verkabelung, Softwareinstallation und allgemeiner Konfiguration. Für eine mittlere oder große Umgebung kann dies Wochen oder Monate in Anspruch nehmen. Sogar die korrekte Auswahl der Kabel ist eine Herausforderung.

In der traditionellen Sichtweise liegt die Auswahl der Hardware bei konvergenten Strukturen beim Hersteller. Die festgelegte Selektion an Hardware wird als vorintegriertes System ausgeliefert. Konvergente Systeme werden normalerweise in festen Größen für kleine, mittlere, große und übergroße Umgebungen angeboten. Jede Einheit enthält alle Komponenten und Kabel und wird in einem Rutsch bestellt.

Theoretisch besteht die Installation eines konvergenten Systems nur aus Auspacken und an Stromnetz sowie Netzwerk anschließen. Ein konvergentes System sollte binnen ein bis zwei Tagen einsatzbereit für virtuelle Maschinen (VM) sein. Damit wird Bestellung und Konfiguration erleichtert, aber der laufenden Operation der bestehenden Infrastruktur wenig geholfen. Konvergente Systeme skalieren von wenigen hundert bis zu zehntausenden virtueller Maschinen.

HCI ist dagegen ein konfigurierbares System, auf dem VMs laufen. HCI verzichtet auf ein dediziertes Storage Network, stattdessen wird Shared Storage mit dem Hypervisor Host integriert. Diese Hosts bilden einen Storage Cluster über einem Ethernet-Netzwerk.

HCI-Systeme können normalerweise schnell ausgerollt werden, für einen Cluster mittlerer Größe wird weniger als ein Tag benötigt.

HCI sind auch im operativen Betrieb einfach: Auf Storage-Management wird verzichtet und das Backup-Management ins VM-Management integriert. Vereinfachung ist eine Kernfunktion von HCI-Produkten. Weitere Vorteile sind die Skalierung des Speichers und der Rechenkapazität durch das Hinzufügen von HCI-Knoten zum Cluster. Ein HCI-Cluster kann klein starten und bei wachsendem Bedarf mitwachsen.

Neue Angebote überschreiten Grenzen  

Einige neue Produkte überschreiten die Grenzen zwischen Konvergenz und Hyperkonvergenz und schaffen möglicherweise eine neue Kategorie. Datrium hat 2016 ein disaggregierters Storage Array für Virtualisierung namens VDX auf den Markt gebracht.

Der persistente Speicher auf dem Laufwerksgerüst, der so genannte Data Node, hat keinen traditionellen Storage Controller zum Verwalten von RAID und Snapshots. Der Storage Controller ist ein Stück Software auf dem Server und einem VMware ESXi Hypervisor.

Die ESXi Hypervisors teilen sich den Datenknoten und nutzen Solid State Disks für das Performance Tier. Darauf greift die Controller Software direkt zu. Die Hosts und SSDs auf dem Controller erleichtern dem Administrator die Skalierung.

Außerdem verkauft Datrium ESXi Server auf Flash als Compute-Knoten. Kunden können ihre ESXi Server weiter nutzen, indem sie SSDs hinzufügen und die Controller-Software installieren.

Datrium bezeichnet VDX nicht als hyperkonvergent, sondern spricht von offener Konvergenz. Das Design soll das Management vereinfachen, ohne die Leistung einzuschränken. Diese Vereinfachung ist ähnlich wie bei HCI, ist aber unterschiedlich.

NetApp bezeichnet dagegen sein SolidFire Produkt als hyperkonvergent, lässt aber keinen Speicher auf den ESXi Servern. Das ist für einige Leute kein HCI. NetApp kombiniert zwei SolidFire-Storage-Systeme mit ESXi-Servern auf einem physischen Chassis, das vier Server auf zwei Höheneinheiten enthält. Das ist ähnlich wie bei den meisten Nutanix-Systemen und EMC VXRail.

So ist ein Scale-Out Storage-System mit einem vSphere Cluster in einem hochdichten Server Chassis vereint. Der Vorteil gegenüber traditionellem HCI liegt darin, dass der Administrator die Storage-Kapazität unabhängig vom Compute skalieren kann.

Netapp erlaubt eine sehr einfache Konfiguration. Ob der operative Betrieb ebenso einfach ist, kann erst gesagt werden, wenn genügend Kunden die erst seit Oktober 2017 verfügbaren Systeme einsetzen.

Sowohl Datrium als auch NetApp trennen den Speicher vom Compute, liefern aber den Mehrwert von HCI. Damit werden Grenzen zwischen konvergenten und hyperkonvergenten Systemen überwunden. Die Einschränkungen des HCI-Modells, wenn Speicher sich innerhalb der ESXi Server befindet, gehören damit der Vergangenheit an.

Es sind weitere solche fortschrittlichen HCI-Architekturen in den nächsten Jahren zu erwarten, wenn mehr Hersteller auf den Zug aufspringen.    

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2018 aktualisiert

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