stefanovi - Fotolia

Racetrack-Speicher kann in fünf Jahren marktreif sein

Racetrack-Speicher kann derzeitige Speichertechnologien bei weitem übertrumpfen. Wenn sich Investoren finden, könnte Racetrack schon binnen fünf Jahren marktreif sein.

Racetrack-Speicher ist ein neues Speicherkonzept, das schon in fünf Jahren marktreif sein könnte. Es könnte ähnliche Kapazitäten bieten wie heutige Festplatten und hundertmal schneller sein als derzeitiger Flash-Speicher.

Das Konzept der Racetrack-Speicher hat Prof. Dr. Stuart Parkin, seit 2014 Direktor am Max Planck Institut für Mikrostrukturphysik in Halle und Alexander von Humboldt-Professor an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, aus der Taufe gehoben. Parkin ist außerdem IBM Fellow und Consulting Professor an der Stanford University sowie Ehrendoktor der RWTH Aachen, der Universität Regensburg und der Technischen Universität Kaiserslautern.

Professor Parkin hat erstmals 2008 noch bei IBM mit den Forschungen zum Racetrack-Speicher begonnen. 2011 wurde ein Prototyp vorgestellt. Der Racetrack-Speicher sichert Speicherbits in Nanodrähten auf ferromagnetischem Material. Bei der sogenannten Spintronik wird Information nicht mehr durch elektrische Ladung transportiert, sondern durch den magnetischen Spin der Elektronen. 

Parkin glaubt, dass Racetrack-Speicher schneller als erwartet auf den Markt kommen könnten, weil siliziumbasierte Medien, auch Flash-Speicher, an Grenzen stoßen.

„Flash ist grundsätzlich ein Kondensator, der so funktioniert, dass Voltspannungen durch einen Transistor angeschaltet werden. Das führt auf die Dauer zum Zusammenbruch von Zellen und eine nur begrenzte Zahl von Schreib-/Lesevorgängen sind möglich. Es gibt einen gigantischen Overhead, um sicherzustellen, dass eine Speicherzelle nicht zu oft beschrieben wird.“

Parkin fährt fort: „Es ist außerdem schwierig, Flash kleiner zu skalieren. Weil es ein Kondensator ist, müssen mehr Ladungen in eine Zelle, wenn höhere Dichte gefragt ist. Das wiederum macht Schreib-/Lesevorgänge schwieriger. Bei 3D-Lösungen gibt es großen Overhead. Mehrere Stufen übereinander ergeben nicht so viel Dichte, wie man denken könnte.“

Sein Argument lautet, dass Festplatten und siliziumbasierte Medien wie Flash grundsätzlich zweidimensionale Speichermethoden sind, die Zugang auf eine einzige Zellenschicht haben.

Im Gegensatz dazu bietet Racetrack-Speicher einem Transistor oder Zugangspunkt die Möglichkeit zur Verbindung mit 100 Bits in einem Wald von nanoskopischen Drähten.

Die Technologie fußt auf Magnetismus. Die winzigen Drähte werden programmiert durch die Rotation des magnetischen Momentums der Atome entlang des Drahtes zu gegenüberliegenden Polen. Außerdem können Daten bewegt werden auf und ab an den Drähten und über Schreib-/Leseköpfe hinweg.

Parkin stellt fest, dass die Physik bekannt ist und die Materialien existieren. Jetzt sei es an der Zeit zu investieren und Unternehmen sollten Prototypen entwickeln.

„Wir sind bei den bestehenden siliziumbasierten Speichertechnologien an das Ende der Fahnenstange gekommen. Unternehmen müssen investieren“, fordert Parkin. Sein ehemaliger Arbeitgeber IBM wird dazu wohl nicht bereit sein. Parkin hat Big Blue verlassen, weil seine Forschungen auf wenig Gegenliebe stießen. In Halle werden ihm dagegen keine Steine in den Weg gelegt.

„Die Physik ist vorhanden und das Konzept funktioniert. Wenn die Investitionsbereitschaft gegeben ist, ist fünf Jahre bis zur Marktreife ein vernünftiger Zeitrahmen“, resümiert Parkin. 

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook

Nächste Schritte

Neue Speichertechnologien stehen als NAND-Flash-Nachfolger bereit

Kaufberatung Flash

Das sollten Sie bei der Anschaffung von NVMe-SSDs beachten

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2017 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Solid-State-Speicher

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close