Roman Milert - Fotolia

Schnelle Wiederherstellung: Recovery-In-Place

Recovery-In-Place ist eine Methode zur Wiederherstellung von Daten mit direktem Zugriff auf die auf dem Backup-Storage liegenden Daten.

Die Datensicherungsmethode Recovery-In-Place verändert die Art und Weise für die Wiederherstellung von Daten nach einem Ausfall des Storage-Systems grundlegend, da eine Anwendung damit direkt auf die auf dem Backup-Storage liegenden Daten zugreifen kann.

Unternehmen sparen dadurch Zeit, weil sie das fehlerhafte Speichergerät nicht mehr ersetzen müssen und der Restore über das Netzwerk entfällt.

Was ist Recovery-In-Place?

Recovery-In-Place wird vor allem in virtualisierten Umgebungen eingesetzt; einige Anbieter von Backup-Software liefern aber auch Versionen für Bare-Metal-Server aus. Bei dieser Datensicherung kann eine Anwendung direkt auf die auf dem Backup-Server liegenden Daten zugreifen. Die Vorbereitungszeit, die notwendig ist, um den Zugriff auf den Datenträger zu ermöglichen, hängt davon ab, wie effizient die Anwendung die Daten speichert. Werden die Daten in einem nativen Format gespeichert, ist die Vorbereitungszeit extrem kurz. Allerdings ist die Kapazitätseffizienz beim nativen Format eher schlecht, und die Übertragung der Daten auf Speichermedien wie Bänder kann schwierig werden.

Um das Potenzial von Recovery-in-Place voll auszunutzen, ist eine sorgfältige Planung notwendig, da die Hardware mit dem Backup-Storage für einen bestimmten Zeitraum als primärer Speicher fungiert. Das heißt der Backup-Speicher muss leistungsfähig sein und genügend Redundanz vorhalten, um Backup-Prozesse aufrechtzuerhalten. Allerdings sind die meisten Backup-Speichergeräte nicht für hohe Leistung optimiert, sondern darauf, Daten günstig zu speichern.

Bei der Wahl von Datensicherungen gibt es drei wesentliche Überlegungen:

  • Deduplizierung: Deduplizierung sorgt dafür, dass identische Daten nur einmal abgespeichert werden. Dadurch reduziert die Technologie die erforderlichen Speicherkapazitäten um bis zu 50 Prozent. Deduplizierung senkt zwar die Kosten für Backup-Speicher, kann aber Leistungsprobleme verursachen. Schließlich ist es notwendig, die Daten im laufenden Betrieb zu deduplizieren, wenn sie gelesen und geschrieben werden. Einige Speicher-Appliances meistern diese Herausforderung, indem sie einen Bereich für native Daten oder nicht-deduplizierte Daten schaffen. Andere Lösungen ergänzen zusätzliche Spindelmotoren oder Prozessoren, damit der Deduplizierungsprozess schneller abläuft.
  • Häufigkeit der Backups: Recovery-In-Place stellt einer Anwendung die Daten innerhalb von 30 Minuten zur Verfügung. Doch wenn das letzte Backup in der vergangenen Nacht erfolgte, kann es sein, dass der Benutzer oder die Anwendung nicht mit aktuellen Daten arbeitet. Daher ist diese Methode für viele Unternehmen möglicherweise nicht akzeptabel. Wenn Recovery-In-Place die bevorzugte Methode für Backup und Recovery darstellt, muss der Administrator sicherstellen, dass die Backup-Frequenz den Anforderungen der Benutzer und Anwendungen gerecht wird.
  • Die Erwartung der Nutzer an die Leistung: Wenn Kunden auf ihren Storage-Systemen ausschließlich schnelle Flash-Arrays einsetzen, werden sie enttäuscht sein, wenn ihre Anwendung auf einer deduplizierten, komprimierten, auf herkömmlichen Festplatten basierenden Backup-Appliance läuft.

Die Lösung: Unternehmen nutzen entweder eine Backup-Appliance mit einem nicht-deduplizierten Bereich oder ein zweites Disk-Array für das Zwischenspeichern der Daten (Staging) und das aktuellste Backup.

Anwendungsszenarien

Recovery-In-Place ist kein Ersatz für die Replikation oder andere Formen der hochverfügbaren Datensicherungen. IT-Profis sollten während der Vorbereitung des Datenträgers mit einer Ausfallzeit von mindestens 30 Minuten und eingeschränkter Leistung rechnen, da die Backup-Appliance meist nicht so schnell arbeitet wie das primäre Storage-System. Zudem müssen sie bei dieser Datensicherung auch die Backup-Zyklen beziehungsweise die Backup-Frequenz berücksichtigen. Wenn das Backup in Abständen von mehr als 30 Minuten erfolgt, kann Recovery-In-Place eine sehr praktische und kostengünstige Lösung sein.

Trotz dieser Überlegungen wären die meisten Unternehmen sehr glücklich, wenn sie ihre unternehmenskritischen Anwendungen innerhalb von 30 bis 60 Minuten wiederherstellen könnten. Doch viele Unternehmen erfordern eine schnellere Wiederherstellung. Als Faustregel gilt: Alle Prozesse und Daten, die weniger als 30 Minuten ausfallen dürfen, benötigen Replikation. Da hier entsprechende Datensicherheitsvorfälle häufiger auftreten können, werden die Daten in einem nativen, sofort nutzbaren Zustand gespeichert.

In der Realität sind Datenschutztechniken wie Recovery-In-Place zwar schneller als die meisten typischen Recovery-Methoden, sie erfolgen aber selten in Echtzeit. Daher sollten Administratoren bei der Wiederherstellung immer mit einer Verzögerung von mindestens 30 Minuten rechnen. Recovery-In-Place erfordert auch ein Umdenken bei der Disk-Backup-Appliance. So empfiehlt sich der Einsatz eines zweiten Disk-Arrays anstelle einer Backup-Appliance. Recovery-In-Place kann aber für die meisten Workloads und die meisten Rechenzentren den Grundstein der Datensicherungsstrategie bilden.

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Remote- und Offsite-Datenspeicher

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close