Michael Kvakin - Fotolia

Storage-Steckbrief: Application-aware Storage mit OpenIO

OpenIO bietet Application-aware Object Storage für Scale-out-Szenarien. Kern der Lösung ist die Integration von Compute- und Storage-Ressourcen.

Der Storage-Steckbrief von SearchStorage.de wirft in unregelmäßigen Abständen einen Blick auf interessante Storage-Start-ups aus dem Silicon Valley. Der Fokus liegt dabei auf den fünf Kriterien Performance, Datensicherheit, Skalierbarkeit, Datenverfügbarkeit und Enterprise-Funktionen wie Deduplizierung und Komprimierung.

OpenIO gehört zu den vielen Storage-Start-ups, die den Trend zu Software-defined Storage (SDS) weiter vorantreiben und so über Standard-x86-Hardware und eine Virtualisierungs-Schicht Alternativen zu herkömmlichen monolithischen Storage-Systemen von NetApp, EMC und Co. bieten. OpenIO richtet sich an Anwendungsfälle für Object und File Storage wie E-Mail-Plattformen oder Video-Streaming und sucht seine Nische im SDS-Markt dabei durch die Zusammenführung von Compute- und Storage-Ressourcen auf eine Plattform sowie durch die lokale Datenspeicherung.

OpenIO verspricht mit seiner Lösung die gleichen technologischen Vorteile, wie sie Google, Amazon oder Facebook in ihren Rechenzentren realisieren können – nur eben lokal, On-Premise im Data Center der OpenIO-Kunden. Der Schlüssel hierzu liegt in dem, was OpenIO Grid for Apps nennt: Applikationen können nativ auf der Storage-Hardware bestehend aus x86-Servern ausgeführt werden, eine Trennung der IT-Hardware in Compute- und Storage-Ressourcen ist somit nicht mehr notwendig.

Laut OpenIO verbessert dies die Performance der Anwendungen und ermöglicht eine wesentlich höhere Konsolidierung. Durch die Application-awareness des Storage ist es aber auch möglich, Daten optimal anhand einer Echtzeitauswertung des Systems zu platzieren. Die Basis der OpenIO-Lösung bildet damit ein Server-Cluster (Grid of Nodes) bestehend aus Knoten mit Standard-x86-Hardware, auf denen wiederum das „Gitternetz“ an Anwendungen (Grid for Apps) ausgelegt wird, das über native APIs (C, Python, Java, Go) und auf einer höheren Ebene über REST-APIs für OpenStack Swift und Amazon S3 angesprochen werden kann.

Performance-Optimierung: Bei der Performance-Optimierung, so Guillaume Delaporte, Mitgründer und Produktmanager bei OpenIO, spielt vor allem die Application-awareness eine große Rolle, durch die OpenIO von der IT-Umgebung lernt, wo die Daten am besten abgespeichert werden. Hierfür wird zum Beispiel die Qualität eines jeden verfügbaren Services in die Überlegung mit einbezogen. Die Kennzahlen hierfür kommen direkt von den Serverknoten, die im Grid of Nodes geteilt werden, um so die entsprechenden Werte zu erhalten.

Skalierbarkeit: Auf die Frage nach der Skalierbarkeit verweist Guillaume Delaporte auf die Scale-out-Architektur von OpenIO, wonach es nicht nötig sei, beim Hinzufügen neuer Nodes das Verzeichnis neu zu organisieren oder Dateien zu verschieben. Neue Knoten sollen automatisch von OpenIO erkannt und in die Infrastruktur eingebunden werden, woraufhin die Lasten im Cluster ebenfalls automatisch ausbalanciert werden sollen, um die bestehenden Nodes zu entlasten.

Die Skalierbarkeit der OpenIO-Lösung wird zusätzlich durch das Tracking von Object-Storage-Containern und nicht der Daten selbst erleichtert. Container bezeichnen hierbei einfach die Sammlung gespeicherter Objekte innerhalb eines Kunden-Accounts.

Deduplizierung/Komprimierung: OpenIO bietet laut Guillaume Delaporte auch die Komprimierung der gespeicherten Daten an, um Storage-Kapazitäten effizienter nutzen zu können. Die Daten-Komprimierumg erfolgt asynchron, was durch die geringe zusätzliche Belastung bei Latenzen und CPU-Auslastung die Performance nicht maßgeblich beeinträchtigen soll. OpenIO bietet zudem auch die Möglichkeit der Deduplizierung.

Datensicherheit: Fragen der Datensicherheit regelt OpenIO über Storage-Richtlinien. Diese Policies haben drei Ebenen, erklärt Guillaume Delaporte: „Welche Storage-Klasse soll genutzt werden, also das Storage-Gerät wie SSDs, SAS-Laufwerke oder Tape, sollen die Daten zusätzlich über Replikation oder Erasure Coding gesichert werden und wie soll mit den Daten umgegangen werden, sollen sie also beispielsweise komprimiert oder verschlüsselt werden.“ Alle Storage-Richtlinien gelten standardmäßig über den gesamten Namespace hinweg, können aber auf Account- oder Container-Ebene angepasst werden.

Datenverfügbarkeit: OpenIO ermöglicht die Replikation der Daten sowohl am gleichen Standort als auch über mehrere Standorte hinweg. Dabei können je nach Bedarf bis zu drei Kopien angelegt werden. Zudem steht OpenIO-Kunden die Möglichkeit zum Erasure Coding zur Verfügung, was ebenfalls entweder im gleichen Data Center oder georedundant in einem Stretched Cluster möglich ist.

OpenIO unterhält Büros in San Francisco, Montreal, Lille und Tokio, vor allem der europäische und auch deutsche Markt, so Guillaume Delaporte, spielt für OpenIO aber aufgrund der vielen Internet- und Service-Provider eine große Rolle, die wiederum für ihre Kunden eine skalierbare Storage-Plattform benötigen.

Hinweis: Der Besuch der Firmenzentrale von OpenIO in San Francisco erfolgte auf Einladung der IT Press Tour. Der Veranstalter kam für die Hotel- und Flugkosten auf.

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im August 2016 aktualisiert

Erfahren Sie mehr über Disk- und Flash-Arrays

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close